Finanzspritze für IndyCar-Teams: Penske erhöht Leaders-Circle-Ausschüttung

Finanzspritze für IndyCar-Teams: Penske erhöht Leaders-Circle-Ausschüttung
Foto: Penske Entertainment: Joe Skibinski

Ab 2026 steigen die garantierten Einnahmen der IndyCar-Teams um 11 Millionen US-Dollar – Warum das System gerade jetzt angepasst wird und weshalb trotz Charter-Verträgen nicht alle Rennställe profitieren

Der IndyCar-Series steht eine historische Finanzspritze bevor. Ab der Saison 2026 sollen die Auszahlungen im Rahmen des Leaders Circle von Penske Entertainment deutlich angehoben werden. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Rennställe bei den steigenden Betriebskosten zu entlasten und sie auf die technologische Umstellung vorzubereiten, die mit der für 2028 geplanten Einführung des neuen Chassis einhergeht.

Wie aus einer bei RACER veröffentlichten Mitteilung von Penske Entertainment hervorgeht, wird die jährliche Garantiesumme pro qualifiziertem Auto um 500.000 US-Dollar (rund 430.000 Euro) aufgestockt. Damit steigt die Ausschüttung von zuletzt rund 1,145 Millionen (rund 980.00 Euro) auf knapp 1,645 Millionen US-Dollar (rund 1,4 Millionen Euro) pro Saison.

Insgesamt pumpt das Penske-Management damit zusätzlich elf Millionen US-Dollar (rund 9,5 Millionen Euro) in den Preistopf. Es handelt sich um die größte absolute jährliche Steigerung seit Einführung des Programms im Jahr 2002.

Doug Boles, Präsident der IndyCar, bezeichnete diesen Schritt als Verpflichtung von Eigentümer Roger Penske gegenüber den Teams: „Es war einfach das Richtige, um den Partnerteams zu helfen, erfolgreicher zu sein und etwas mehr Liquidität für die Zukunft zu haben.“

Leaders Circle vs. Charter-System: Eine wichtige Unterscheidung

Mit der Erhöhung der Gelder rückt die Funktionsweise des IndyCar-spezifischen Finanzsystems in den Fokus. Oft werden der Leaders Circle und das 2024 eingeführte Charter-System in einen Topf geworfen, doch sie erfüllen unterschiedliche Funktionen.

Der Leaders Circle dient primär als Leistungsanreiz und zur Existenzsicherung. Er fungiert als Grundversorgungsprogramm, das Planungssicherheit bietet. Die Idee dahinter: Eine feste Summe wird unabhängig von den Preisgeldern der einzelnen Rennen ausgezahlt, um sicherzustellen, dass auch mittlere und kleine Teams überleben können, ohne ausschließlich auf Sponsorengelder angewiesen zu sein.

Die Charter hingegen regeln Besitzrechte und Zugangsvoraussetzungen. Sie garantieren dem Team einen Startplatz bei nahezu jedem Rennen (ausgenommen das Indy 500). Ein Charter ist ein handelbarer Vermögenswert, den ein Team verkaufen oder vermieten kann – ähnlich einem Franchise-Platz in anderen US-Sportligen.

Die Kriterien für die finanzielle Förderung liegen in der Verknüpfung beider Systeme: Seit der Einführung der Charters ist deren Besitz zur Voraussetzung geworden, um Gelder aus dem Leaders Circle zu erhalten.

Das Nadelöhr: 25 Charter, aber nur 22 Geldtöpfe

Foto: Penske Entertainment: Joe Skibinski

Das Problem für die Teams ist, dass es mehr Charterverträge als Plätze im Leaders Circle gibt. Derzeit sind 25 Charterverträge im Umlauf, doch nur 22 Teams gehören dem Leaders Circle an. Das bedeutet, dass drei Mannschaften am Ende des Jahres leer ausgehen.

Die Vergabe der 22 lukrativen Pakte erfolgt strikt nach der sportlichen Leistung: Nur die Top-22 der vorangegangenen Saison erhalten den Zuschlag. Wer also einen Chartervertrag besitzt, sportlich aber den Anschluss verliert (Platz 23 bis 25 in der Teamwertung), behält zwar seinen garantierten Startplatz für das nächste Jahr, verliert jedoch die finanzielle Unterstützung des Leaders Circle.

Das Leaders-Circle-Programm wurde ursprünglich von der Familie Hulman George entwickelt, um die Dominanz der großen Teams bei den Preisgeldern auszugleichen und ein stabiles Starterfeld von über 20 Autos zu garantieren. Vor dieser Initiative drohten kleine Teams oft bankrottzugehen, da die Top-Teams den Großteil der Rennprämien abschöpften.

Die aktuelle Erhöhung unter der Führung von Penske Entertainment führt diesen Gedanken der Systemstabilität nun in eine neue Ära – nicht zuletzt mit Blick auf die massiven Investitionen, die das kommende Dallara-IR28-Chassis erfordern wird.

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Eriks Begeisterung für den Motorsport entfaltete sich frühzeitig, als er gemeinsam mit seinem Vater den Sachsenring besuchte. Das dort stattfindende ADAC GT Masters war ein prägendes Erlebnis für ihn. 2017 entdeckte er durch Zufall NASCAR im Fernsehen und schaute gemeinsam mit seinem Vater, einem großen Fan, die Rennen. Schon als Simracer kommentierte er virtuelle Ligen für Abgefahren Community und Virtual Racing. So kam er in Kontakt mit der Welt der Kommentatoren. Im Laufe seines Lebens besuchte er zahlreiche Live-Events. Sein Interesse gilt nicht nur den Rennen selbst, sondern auch dem Geschehen im Fahrerlager. Um seine Leidenschaft weiter auszubauen, entschied er sich, bei Leadlap.de als Hobbyredakteur und Podcaster seine nächsten Schritte in der Medienwelt zu machen.

Erik Resch

Eriks Begeisterung für den Motorsport entfaltete sich frühzeitig, als er gemeinsam mit seinem Vater den Sachsenring besuchte. Das dort stattfindende ADAC GT Masters war ein prägendes Erlebnis für ihn. 2017 entdeckte er durch Zufall NASCAR im Fernsehen und schaute gemeinsam mit seinem Vater, einem großen Fan, die Rennen. Schon als Simracer kommentierte er virtuelle Ligen für Abgefahren Community und Virtual Racing. So kam er in Kontakt mit der Welt der Kommentatoren. Im Laufe seines Lebens besuchte er zahlreiche Live-Events. Sein Interesse gilt nicht nur den Rennen selbst, sondern auch dem Geschehen im Fahrerlager. Um seine Leidenschaft weiter auszubauen, entschied er sich, bei Leadlap.de als Hobbyredakteur und Podcaster seine nächsten Schritte in der Medienwelt zu machen.
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