Hohe Belastung in Texas: Warum das Rennen in Austin für zwei Stars im Medical-Center endete
Der Circuit of The Americas forderte seinen Tribut – Alex Bowman übergab seinen Chevrolet vorzeitig an Myatt Snider – AJ Allmendinger musste ebenfalls behandelt werden
Der Circuit of The Americas (COTA) hat am Sonntag beim Texas Grand Prix der NASCAR Cup Series gleich zwei gestandene Profis in die Knie gezwungen. Alex Bowman musste seinen Hendrick-Chevrolet nach 70 von 95 Runden wegen starken Beschwerden an Myatt Snider übergeben. AJ Allmendinger schaffte es zwar in die Top 10, benötigte danach jedoch ebenfalls medizinische Versorgung. Beide Piloten wurden im Infield-Care-Center behandelt und nach einer Untersuchung wieder entlassen, was die anspruchsvollen Bedingungen auf dem texanischen Kurs unterstreicht.
Für Alex Bowman endete ein bisher makelloser Lauf in Austin auf bittere Weise. Der Pilot der Startnummer 48 war zuvor in fünf Anläufen nie schlechter als auf Rang neun ins Ziel gekommen, doch diesmal streikte der Körper vor der Zielflagge. In Runde 70 war das Limit erreicht, woraufhin Hendrick Motorsports reagierte und Snider als Ersatzfahrer ins Cockpit schickte, um das Rennen zu Ende zu bringen.
Für Snider war es ein Cup-Debüt der ganz besonderen Sorte, denn er musste sich kurz vor dem Fahrerwechsel noch über die Bremspunkte und das Fahrverhalten eines Next-Gen-NASCAR-Autos informieren. Der 31-Jährige bestritt in seiner Karriere bisher 112 O’Reilly- und 36 Truck-Rennen. 2019 bestritt er eine ganze Saison in der NASCAR Euro Series.
Jeff Andrews, Präsident von Hendrick Motorsports, erklärte den Fahrertausch unmittelbar nach dem Vorfall. „Es war eine unerwartete Situation. Alex fühlte sich nicht gut genug, um weiterzumachen, also haben wir die Entscheidung getroffen, ihn aus dem Auto zu nehmen“, so Andrews. Der Einbruch sei laut dem Teamchef völlig plötzlich gekommen.
Beim Arzt wurde Bowman sofort versorgt, um Schlimmeres zu verhindern. „Er wurde im Care-Center untersucht und erhielt Infusionen, aber wir haben zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen mitzuteilen“, ergänzte Andrews. Gleichzeitig sprach er Snider seinen Dank aus, der ohne Vorwarnung in den Chevrolet sprang.

Noch dramatischere Szenen spielten sich nach dem Zieleinlauf bei AJ Allmendinger ab. Der Kaulig-Pilot kämpfte sich trotz massiver Probleme mit seiner Ausrüstung auf den neunten Platz. Wie sich herausstellte, versagte das Kühlsystem seines Rennanzugs, was bei den hohen Temperaturen in Texas fatale Folgen für den Wärmehaushalt des Fahrers hatte. Zudem blies nur warme Luft in den Helm des Routiniers.
Nachdem er die Ziellinie überquert hatte, fehlte Allmendinger die Kraft, das Auto aus eigener Hand zu verlassen. Er legte sich direkt auf der Boxenstraße neben seinen Wagen auf den Asphalt, bevor er von Rettungskräften auf einer Trage abtransportiert werden musste. Ein NASCAR-Sprecher bestätigte später, dass auch er nach einer Routineuntersuchung das Medical-Center wieder verlassen konnte.
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Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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