IndyCar-Revolution: Hersteller erhalten völlig neue Privilegien
Chevrolet und Honda besiegeln ihre langfristige Zukunft in der IndyCar – die neuen Verträge enthalten eine strategische Revolution für die Saison 2028
Die Zukunft der IndyCar-Serie steht auf einem soliden Fundament: Chevrolet und Honda haben ihre Verträge als Motorenlieferanten langfristig verlängert. Damit ist sichergestellt, dass die beiden Schwergewichte auch beim Start der neuen Ära im Jahr 2028 – wenn sowohl ein neues Chassis als auch eine neue Motorenformel debütieren – als Partner an Bord bleiben.
Besonders spannend: Die Einigung sieht vor, dass beide Hersteller erstmals auch Teil des Charter-Systems der Serie werden. Die Bestätigung kommt zum strategisch wichtigsten Zeitpunkt, da beide Hersteller in das letzte Jahr ihrer aktuellen Verträge gegangen wären. IndyCar-Präsident Doug Boles spricht von einem Meilenstein.
„Das ist ein monumentaler Tag für IndyCar, befeuert durch ein massives und historisches Bekenntnis von zwei unserer besten und vertrauenswürdigsten Partner“, so Boles. „Chevrolet und Honda haben in den letzten zwölf Monaten unermüdlich mit uns gearbeitet. Beide haben klargestellt, dass sie voll hinter diesem Sport stehen und in das positive Momentum investieren wollen, das wir 2025 generiert haben.“
Für Chevrolet ist die Verlängerung der Eintritt in das sechste Jahrzehnt der Seriengeschichte. Seit dem Einstieg in die damalige CART-Serie in den 1980er-Jahren ist die Marke mit dem Bowtie eine feste Größe.
GM-Präsident Mark Reuss betont den Wert der Serie für die Serienentwicklung: „Diese Verlängerung ebnet den Weg für weiteres Wachstum und ermöglicht es uns, den Technologietransfer von der Rennstrecke auf die Straße weiter zu maximieren.“ Durch den Charter-Status könne Chevrolet zudem gemeinsam mit anderen Stakeholdern die Serie noch stärker machen.
Auch Honda blickt auf eine ungebrochene Historie seit 1994 zurück. David Salters, Präsident von Honda Racing Corporation (HRC) USA, unterstreicht die Bedeutung des Wettbewerbs: „Dieses langjährige Engagement stärkt unsere Fähigkeit, unsere Mitarbeiter und unsere Technologie an der Spitze des Formelsports in Nordamerika weiterzuentwickeln.“ Zudem lobte er die wachsende Partnerschaft zwischen IndyCar und dem TV-Partner FOX.
Der neue Deal bringt eine interessante strategische Komponente mit sich: Ab 2028 besitzen Chevrolet und Honda das Recht, als Charter-Teilnehmer jeweils ein eigenes Werksauto einzusetzen. Hierbei gibt es jedoch klare Regeln: Die Hersteller können ein bestehendes IndyCar-Team mit dem Einsatz beauftragen. Da Teams im Rahmen ihrer Charter-Verträge auf maximal drei Autos begrenzt sind, müssten die Hersteller mit Ein- oder Zwei-Wagen-Teams zusammenarbeiten, falls sie das Programm auslagern.
Mit dieser Entscheidung ist die Ungewissheit über die Motorensituation beendet. Die IndyCar-Serie kann nun mit voller Kraft an der Entwicklung des 2028er-Reglements arbeiten – mit zwei Partnern, die zusammen auf über 70 Jahre Erfahrung im US-Formelsport zurückblicken.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





