Knoten geplatzt: So stürmte Rahal erstmals seit 2023 wieder auf das Podium

Knoten geplatzt: So stürmte Rahal erstmals seit 2023 wieder auf das Podium
Foto: Penske Entertainment: Chris Owens

Graham Rahal hat erstmals seit 2023 das Podium in der IndyCar-Serie bestiegen – Ein dritter Platz in Barber macht Mut, dass RLL die Wende schafft

Graham Rahal hat beim Children’s of Alabama Indy Grand Prix im Barber Motorsports Park die Durststrecke von Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) beendet und am Sonntag einen hart erkämpften dritten Platz eingefahren. Nach dem Start von Rang drei hielt sich der Teamkollege von Mick Schumacher über die gesamte Distanz des Rennens in der Spitzengruppe und sicherte seinem Team das erste Podiumsergebnis seit August 2023.

Der 37-jährige US-Amerikaner musste sich in der Schlussphase lediglich dem heranstürmenden Christian Lundgaard geschlagen geben, verteidigte den letzten Podiumsplatz jedoch erfolgreich gegen den starken Penske-Piloten David Malukas.

Das Resultat auf der Naturrennstrecke in Alabama war für Rahal eine Erlösung nach 41 Rennen ohne Pokal. Der Fahrer der Startnummer 15 bewies seine Klasse schon im Qualifying, als ihm auf gebrauchten, weichen Reifen der Sprung in die zweite Startreihe gelang. Im Rennen konnte er den zweiten Platz lange halten und das Tempo des späteren Siegers Alex Palou zeitweise sogar mitgehen.

„Es ist eine großartige Belohnung für die Jungs und Mädels“, sagte ein sichtlich erleichterter Rahal nach der Zieldurchfahrt. Jeder im Team habe unglaublich hart dafür gearbeitet, wieder hier oben zu stehen. „Ich habe all den Lärm und den Bullshit gehört, den wir uns ständig anhören müssen“, ergänzte er mit Blick auf die Kritiker der vergangenen Monate.

Obwohl das Auto über das gesamte Wochenende konkurrenzfähig war, gestaltete sich der Rennsonntag schwieriger als erwartet. Rahal kämpfte mit der Balance seines Honda-Dallara-Boliden, was ihn in der Schlussphase verwundbar für die Konkurrenz machte. Das Heck des Fahrzeugs wurde unruhig, sobald die Reifen an Haftung verloren.

„Das ganze Wochenende über war das Auto in wirklich guter Form, sehr wettbewerbsfähig und komfortabel“, analysierte Rahal die Performance. Das Rennen selbst sei dann die größte Herausforderung gewesen, da er viel Grip an der Hinterachse verlor. „Egal, was ich gegen den Reifenverschleiß unternahm, das Heck brach aus. Das war bisher unsere Achillesferse in diesem Jahr“, gab er offen zu.

Trotz dieser Probleme lobte der Routinier die Arbeit an der Boxenmauer und die fehlerfreie Ausführung der Stopps. Die Strategie von Brian Barnhart zahlte sich aus, um Rahal in der Spitzengruppe zu halten. „Ich bin superglücklich für alle an der Startnummer 15. Wir nehmen diesen Schwung jetzt mit in die kleine Pause und bereiten uns auf Long Beach vor“, so der Ausblick des Drittplatzierten.

Das Drama spitzte sich drei Runden vor dem Ende zu, als Lundgaard im McLaren-Chevrolet vorbeizog. Kurz darauf tauchte auch noch Malukas im Rückspiegel auf und setzte Rahal unter Druck. Der Kampf um den letzten Platz auf dem Podium wurde zu einer Zerreißprobe für Nerven und Material.

„Wir waren den ganzen Tag über schneller als David“, kommentierte Rahal den Angriff von Malukas am Ende des Rennens. Er habe sich wegen des Penske-Piloten keine allzu großen Sorgen gemacht, obwohl dieser eine starke Aufholjagd zeigte. Den Verlust von Platz zwei an Lundgaard begründete er mit den unterschiedlichen Stärken der Fahrzeuge in verschiedenen Streckenabschnitten.

„Ich denke, ich hätte Christian halten können, aber seine Stärke war genau meine Schwäche“, erklärte Rahal den entscheidenden Zweikampf. Überall sonst habe er sich ein wenig absetzen können, aber in den Kurven zwei und drei sei er nicht hinterhergekommen. Dies sei exakt der Streckenabschnitt gewesen, auf dem Lundgaard seine größte Stärke hatte, weshalb die beiden Fahrzeuge dort unweigerlich völlig unterschiedlich gewesen seien.

Rahal akzeptierte das Ergebnis sportlich, auch wenn der zweite Platz zum Greifen nah schien. Da seine Reifen bereits einige Runden mehr auf dem Buckel hatten als die seines Verfolgers, war ihm bewusst, dass es ein harter Kampf bis zur Zielflagge werden würde. „Wir haben unser Bestes gegeben. So ist das Leben, so läuft es eben“, resümierte er trocken.

Für das Team RLL dient dieser Erfolg nun als wichtige Datenbasis für die kommenden Aufgaben auf Rundkursen. Die Ingenieure stehen vor der Aufgabe, die Gründe für das plötzliche Formhoch genau zu verstehen. Ziel ist es, das Setup-Fenster, das in Alabama so gut funktionierte, auch für die anstehenden Rennen in Indianapolis zu replizieren.

„Es ist eine Erleichterung, so früh im Jahr ein gutes Ergebnis zu erzielen“, betonte Rahal die Bedeutung des Podiums. Jetzt gehe es darum, zu analysieren, warum das Team das Auto in Alabama so viel besser in das Arbeitsfenster bekommen hat als bei den meisten anderen Rundkursrennen zuvor. Diese Erkenntnisse sollen den Grundstein für einen erfolgreichen Monat Mai legen.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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