Kyle Busch schreibt in Atlanta Geschichte: Der Dank geht an Carson Hocevar
Kyle Busch feierte seinen 68. Sieg in der NASCAR Truck Series dank einer tadellosen Teamleistung – Der Routinier dankte dem jungen, wilden Carson Hocevar
Kyle Busch hat am Samstagnachmittag auf dem EchoPark Speedway in Atlanta erneut Geschichte geschrieben und seinen 68. Sieg in der NASCAR Craftsman Truck Series eingefahren. In einem dramatischen Finale, das aufgrund widriger Bedingungen vorzeitig nach 125 der geplanten 135 Runden beendet wurde, setzte sich der 40-Jährige im Chevrolet von Spire Motorsports gegen die versammelte Konkurrenz durch.
Busch triumphierte damit zum dritten Mal in Folge auf dem 1,5-Meilen-Oval in Georgia und baute seine beeindruckende Bestmarke an diesem Standort auf insgesamt neun Siege aus.
Das Rennen endete unter kuriosen Vorzeichen, als die Rennleitung die Adverse-Conditions-Regel anwandte und eine feste Deadline für das Rennende setzte. Dies führte dazu, dass der Lauf zehn Runden vor dem eigentlichen Zielstrich abgewunken wurde – um 16:40 Uhr Ortszeit fiel geplant die weiße Flagge.
Corey Heim, der Champion von 2025, zeigte sich im Ziel sichtlich frustriert über die Kommunikation der Offiziellen, da er von der Verkürzung nichts gewusst hatte. Dabei wurde die Regel sogar in der TV-Übertragung zu Rennbeginn kommuniziert.
In der entscheidenden Phase entwickelte sich ein packendes Duell zwischen Busch und dem Routinier Stewart Friesen, das Erinnerungen an das Vorjahr weckte. Friesen, der das zweite Stage gewonnen hatte, lieferte sich über Runden einen harten Kampf mit dem zweimaligen Cup-Champion.

Letztlich gab die Teamarbeit den Ausschlag, als Carson Hocevar seinem Teamkollegen Busch den entscheidenden Push gab, um die Führung sieben Runden vor Schluss endgültig zu übernehmen.
„Am Ende wurde es richtig brenzlig“, gab ein grinsender Busch zu Protokoll, bevor er seine charakteristische Verbeugung vor dem Publikum vollzog. Er betonte, dass es ein großartiges und spannendes Rennen gewesen sei. Besonderes Lob schüttete er über seinen Teamkollegen Hocevar aus, ohne dessen Hilfe der Sieg in Gefahr geraten wäre.
„Ich hatte einen großartigen Teamkollegen hinter mir und man muss die Anerkennung dort zollen, wo sie hingehört“, erklärte Busch nach dem Rennen. Zu Beginn habe er sich noch Sorgen gemacht, dass Hocevar nicht helfen würde, doch im Finale sei er genau zur Stelle gewesen. Dies habe die Aufgabe für die Nummer 7 deutlich erleichtert.
Hocevar besuchte Busch sogar beim Burnout, legte selbst einen kleinen Dreher hin und deutete ein High-Five mit dem Routinier an. Ein PR- und Social-Media-Stunt wie Hocevar im anschließenden Interview zu Protokoll gab. Dennoch scheint der Fahrer, der, wie er sagt, keine Freunde im Fahrerlager hat, doch ein starker Teamplayer zu sein, wenn es darauf ankommt.
Der Arbeitstag für Rennsieger „Rowdy“ lief hingegen keineswegs reibungslos, da er das Gefühl hatte, dass das restliche Feld gegen ihn arbeitete. „Wenn es ein Vertrauensbarometer für mich gäbe, lag es am Start bei 100, sank aber im zweiten Stage auf 40, weil es so schien, als hätten sich alle abgesprochen und niemand wollte Kyle heute helfen“, analysierte Busch die Dynamik im Pack. Er habe Schwierigkeiten gehabt, die gewohnten Manöver durchzuziehen, weil kein Konkurrent an seine Stoßstange wollte, um ihn zu schieben.
Pechvogel des Tages war Ben Rhodes, der an seinem 29. Geburtstag 70 Führungsrunden sammelte, dann aber ohne Sprit liegen blieb. Trotz eines Rückstands von zwei Runden kämpfte sich der zweimalige Champion zurück in die Führungsrunde und beendete das Rennen auf einem starken vierten Platz hinter Hocevar und Gio Ruggiero. Corey Heim komplettierte die Top 5 in einem Feld, das im Ziel nur durch 0,114 Sekunden zwischen den Spitzenreitern getrennt war.
Ein historisches Detail am Rande lieferte Justin Haley, der den zehnten Platz im RAM von Kaulig Racing belegte. Damit feierte der Hersteller eine solide Rückkehr in die Serie im Jahr 2026. In der Gesamtwertung behielt Daytona-Sieger Chandler Smith die Oberhand und führt nun mit 28 Punkten Vorsprung vor dem Youngster Ruggiero. Dahinter komplettieren Rhodes (-35 Punkte), Ty Majeski (-43 Punkte) und Friesen (-44 Punkte) die Top 5.
Nächste Woche wartet auf die Truck-Serie ein historisches Debüt in den Straßen von Florida. Mit dem Rennen auf dem St. Petersburg Road Course steht am kommenden Samstag der erste Stadtkurs-Lauf in der Geschichte der Meisterschaft auf dem Programm.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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