Logistik am Limit: Auch vor der NASCAR machen die Spritpreise keinen Halt 

Logistik am Limit: Auch vor der NASCAR machen die Spritpreise keinen Halt 
Foto: NASCAR Media / Chris Graythen/Getty Images

Wegen der hohen Kraftstoffpreise versucht Kaulig Racing bei Logistikfahrten nun massiv zu sparen – Präsident Chris Rice probiert alle Fahrten zu koordinieren um das Budget zu schonen

Seit dem Krieg der USA und von Israel gegen den Iran und der daraus resultierenden Sperrung der Straße von Hormus sind die Kraftstoffpreise weltweit – und damit auch in den USA – massiv gestiegen. Mit einem Preis von etwa 1,235 Euro pro Liter (Stand: 30. März) liegen die USA zwar noch weit unter dem deutschen Durchschnitt, doch der Druck auf den Motorsport wächst spürbar. Selbst für etablierte NASCAR-Teams heißt es nun: Sparen, wo es nur geht.

Chris Rice, Team-Präsident von Kaulig Racing, verdeutlichte die Auswirkungen auf den operativen Einsatz jüngst in einem Interview der Sendung The Morning Drive auf SiriusXM NASCAR Radio: „Oh, das hat massive Auswirkungen“, gab Rice unumwunden zu.

„Ich erzähle Ihnen mal eine Geschichte aus unserem Team-Alltag: Noch im Januar haben wir viel Geld für Kraftstoff ausgegeben, um hier und da Teile abzuholen oder Besorgungen zu erledigen. Inzwischen haben wir einen eigenen Gruppenchat, den ‚Traveling Group Text‘, in dem wir unsere Fahrten akribisch koordinieren. Wenn wir einen Tag warten können, um mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, dann tun wir das. Ich habe auch mit unseren Truck-Fahrern gesprochen und sie angewiesen: ‚Behaltet die Spritpreise im Auge. Wenn wir nur nach Rockingham fahren – müssen wir den Tank dann wirklich randvoll machen?‘“

Das Team beobachtet den Markt nun fast stündlich. „Wir schauen genau, ob die Preise fallen und suchen gezielt nach Tankstellen, die etwas günstiger sind. Jeder Dollar zählt bei uns – gerade in der Truck Series“, so Rice weiter.

Seit 2026 agiert Kaulig Racing als Werkspartner von RAM in der NASCAR Truck Series. Obwohl die Mannschaft mutmaßlich über ein höheres Budget verfügt als die kleineren Teams in der dritten Liga, muss die Truppe aus North Carolina jeden gefahrenen Kilometer zweimal umdrehen.

„Das alles kostet uns deutlich mehr als erwartet. Wir haben früher nie ein so enges Truck-Budget geführt. Ty Norris [operative Geschäftsführer] sagt mir ständig, dass er noch nie jemanden gesehen hat, der wie ich über jede einzelne Gabel und jeden Löffel Buch führt, den wir kaufen.“

Glücklicherweise lagen die vergangenen Rennwochenenden in Martinsville und Darlington weniger als drei Stunden vom Hauptquartier in Lexington, North Carolina, entfernt. Doch Reisen zu Strecken wie dem Kansas Speedway, die mit dem Truck allein 14 Stunden Fahrzeit beanspruchen, könnten nun zu einer größeren finanziellen Belastung werden.

Rice resümiert nüchtern: „Die Kraftstoffpreise haben ein riesiges Loch in unser Budget gerissen. Es ist, wie es ist. Wir müssen für alles kalkulieren – zumal wir in dieser Saison ohnehin schon mehr Kotflügel geschrottet haben, als geplant war. Aber die Spritpreise sind im Moment wirklich hart.“

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
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