McLaren vor Umzug: Neues Hauptquartier setzt Maßstäbe für die Zukunft
Es gibt eine neue Infrastruktur bei McLaren – Die Organisation bezieht neues Hightech-Zentrum und rüstet die eigene Fertigung auf
McLaren steht unmittelbar vor dem Umzug in ein hochmodernes Hauptquartier. Die Mannschaft rund um den ehemaligen IndyCar-Champion Tony Kanaan, der als Teamchef fungiert, hat im Juli dieses Jahres eine bedeutende Investition getätigt: Der Rennstall übernahm den früheren Standort von Andretti, erweiterte die Anlage umfassend und brachte sie technisch auf den neuesten Stand.
Die Renovierungsarbeiten sollen am 31. Dezember 2025 abgeschlossen sein, damit das gesamte Personal das McLaren Race Center (MRC) pünktlich zum 5. Januar 2026 beziehen kann.
„Wir könnten kaum gespannter sein, nächsten Monat das McLaren Racing Center zu beziehen“, erklärt Kevin Thimjon, Präsident des McLaren-Teams. „Wir freuen uns darauf, in diesem Monat den letzten Feinschliff vorzunehmen und 2026 in eine neue Ära für McLaren zu starten.“
Expansionskurs erzwingt Raumgewinn
Hauptgrund für den Standortwechsel war die massive Expansion des Rennstalls. Bei seiner Vollzeit-Rückkehr 2020 startete das Projekt zunächst mit ca. 30 Mitarbeitern. Durch die Ausweitung des Programms auf drei Wagen sind mittlerweile über 120 Personen in einer Werkstatt tätig, die ursprünglich nur für ein Viertel des Personals ausgelegt war. Die alte Basis umfasste lediglich rund 3100 Quadratmeter. Das Hightech-Gelände umfasst knapp 8000 Quadratmeter und ist damit mehr als doppelt so groß.
„Es war eine kleine Werkstatt, 120 Leute auf einer Fläche, die für 30 ausgelegt war, als wir anfingen“, beschreibt Kanaan die beengte Situation gegenüber Motorsport.com. „Man konnte genau sehen, wer zu spät zur Arbeit kam – derjenige musste nämlich auf dem Rasen parken.“
Neben dem reinen Platzgewinn für die Angestellten bietet der Umbau einige entscheidende Upgrades. Dazu gehören eine erweiterte Lobby – geschmückt mit Formel-1-und IndyCar-Boliden –, neue Büroräume sowie ein Aufenthalts- und Eventbereich mit über 70 Plätzen und einem Sichtfenster direkt auf den Werkstattbereich. Auch ein hochmodernes Fitness- und Reha-Center sowie ein Aufzug für bessere Barrierefreiheit sind Teil der modernen Ausstattung.

Technische Unabhängigkeit als Wettbewerbsvorteil
Zudem fehlten dem alten Standort essenzielle Bestandteile, wie eine eigene Fertigung. Daher ist die wohl bedeutendste Erweiterung des MRC die Fähigkeit, erforderliche Maschinen intern einzugliedern, anstatt auf Zulieferteile warten zu müssen. Damit zieht McLaren mit Größen wie Andretti Global, Chip Ganassi Racing und Team Penske gleich.
„Das ist das Niveau, auf dem man sein muss“, betont Kanaan. „Es geht nicht um die Optik im Vergleich zu den anderen, sondern um die Fähigkeit, Dinge selbst zu bauen. Die IndyCar-Regeln sind zwar streng, aber es gibt immer noch Komponenten, die wir fertigen müssen. In die alte Fertigungshalle passte keine Maschine mehr rein, weil uns der Platz fehlte; wir mussten alles extern vergeben. Versand, Kosten, Zeit, Vorlaufzeiten – wir waren immer davon abhängig, dass ein Dritter liefert, und es kam zu Verzögerungen. Aber der Rennsport wartet nicht.“
Der Brasilianer fügt hinzu: „All diese Dinge, all diese Faktoren zählen, um die drei Top-Teams schlagen zu können. Ich weiß das, und die Leute, die ich eingestellt habe, wissen ebenfalls, was dafür nötig ist.“
Strategische Weichenstellung für 2028
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Zeitpunkt des Umzugs in das fortschrittliche MRC. Da 2028 ein neues IndyCar-Chassis eingeführt werden soll, laufen die Vorbereitungen hinter den Kulissen bereits auf Hochtouren.
„Der größte Unterschied wird sich zeigen, wenn die Teams das neue Auto bekommen und sie das Potenzial haben, 3D-Druck zu nutzen und Probleme zu lösen, die ein neues Fahrzeug mit sich bringt – denn niemand ist perfekt“, so Kanaan weiter.
Das topaktuelle MRC eröffnet McLaren Möglichkeiten für die Zukunft. Auch wenn die Mannschaft zunächst Zeit benötigen wird, um sich einzugewöhnen, bieten die frischen Ressourcen nun die Gelegenheit, sich bis zum Saisonstart einzuspielen und optimal vorzubereiten – insbesondere auch auf das neue Fahrzeug, das 2028 in die Serie kommen soll.
„Dieser Umzug wird die Art und Weise verändern, wie wir Rennen bestreiten, wie unsere Teamkollegen arbeiten und wie wir mit Partnern und der Gemeinde in Indianapolis interagieren“, fasst Thimjon zusammen. „Das Team hat viel Zeit und Mühe in dieses Projekt gesteckt. Zu sehen, wie all diese Planungen der letzten fünf Monate nun Realität werden, ist unglaublich befriedigend.“
Autor(en)
Eriks Begeisterung für den Motorsport entfaltete sich frühzeitig, als er gemeinsam mit seinem Vater den Sachsenring besuchte. Das dort stattfindende ADAC GT Masters war ein prägendes Erlebnis für ihn. 2017 entdeckte er durch Zufall NASCAR im Fernsehen und schaute gemeinsam mit seinem Vater, einem großen Fan, die Rennen. Schon als Simracer kommentierte er virtuelle Ligen für Abgefahren Community und Virtual Racing. So kam er in Kontakt mit der Welt der Kommentatoren. Im Laufe seines Lebens besuchte er zahlreiche Live-Events. Sein Interesse gilt nicht nur den Rennen selbst, sondern auch dem Geschehen im Fahrerlager. Um seine Leidenschaft weiter auszubauen, entschied er sich, bei Leadlap.de als Hobbyredakteur und Podcaster seine nächsten Schritte in der Medienwelt zu machen.






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