Mick Schumacher erklärt: Darum ist die IndyCar so anders als die Formel 1
Mick Schumacher startet am 1. März in seine erste IndyCar-Saison – Beim Team RLL erlebt der Deutsche eine völlig neue Welt – In den USA ist vieles anders als in der Formel 1
Mick Schumacher bereitet sich derzeit in den USA intensiv auf seine Premierensaison in der IndyCar-Serie vor, die am 1. März 2026 mit dem Grand Prix von St. Petersburg beginnt. Nach zwei Rundstreckentests in Indianapolis und Sebring sowie ersten Erfahrungen auf dem Oval blickt der Deutsche für das Team Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) auf eine spannende Eingewöhnungsphase zurück.
Der ehemalige Formel-1-Pilot muss sich dabei nicht nur an ein neues Auto, sondern vor allem an deutlich unruhigere Streckenbeläge und die taktischen Finessen des US-Rennsports gewöhnen.
Besonders der menschliche Aspekt und die Arbeitsweise in den Vereinigten Staaten haben es dem Neuling angetan. Im Gespräch mit Motorsport-Total.com betont Schumacher, wie sehr ihn die Atmosphäre im Fahrerlager beeindruckt hat. „Ich mag die Art und Weise, wie die Leute hier arbeiten. Es ist sehr authentisch“, erklärte der Deutsche.
Für ihn fühle sich das Umfeld zwar „ein bisschen altmodisch“ an, doch genau das schätzt der Neuzugang sehr. „Ich mag dieses Gefühl. Das Ganze hat einen wirklich tollen Charme. Ich genieße das wirklich sehr. Die Zusammenarbeit mit meiner Gruppe an Leuten und dem gesamten Team läuft wirklich gut“, so Schumacher weiter.

Diese Herzlichkeit spürte der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher bereits bei seinem ersten Test im Oktober 2025 auf dem Infield-Kurs von Indianapolis. Das Team habe sich extrem offen präsentiert, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch gar keinen Vertrag unterschrieben hatte.
„Weil ich ja damals noch gar nicht beim Team unter Vertrag stand, hätten sie viel verschlossener sein können. Aber sie waren wirklich offen und das hat mir sehr gut gefallen“, erinnert sich Schumacher.
Der Test in Indianapolis war für ihn ein Schlüsselmoment in der Zukunftsplanung. Er beschreibt den Tag als Initialzündung für sein USA-Engagement: „Es war der erste Tag, an dem ich das Gefühl hatte: ‚Hey, wir gehen wirklich in ein tolles Jahr.’“
Mit Blick auf den Saisonstart zeigt er sich optimistisch und sagt: „Ich glaube, dass es von hier an nur noch besser werden kann.“
Sportlich wartet auf den Rookie jedoch eine gewaltige Umstellung, insbesondere was die Beschaffenheit der Rennstrecken angeht. Während er aus der Formel 1 perfekt präparierte Asphaltoberflächen gewohnt ist, fordert die USA den Fahrer auf andere Weise.
„Eine Sache, die ich hierzu anmerken muss: Ich bin sehr daran gewöhnt, dass eine Rennstrecke über die gesamte Länge einer Runde denselben Asphalt hat“, analysiert Schumacher.
In der Formel 1 sei der Grip von Kurve zu Kurve sehr ähnlich, „die einzige Veränderung ist vielleicht der Wind.“ Ganz anders stellt sich die Situation auf traditionellen Kursen wie Sebring dar. „Hier ist jede Kurve anders, weil es einen Patch nach dem anderen gibt“, erklärt er die Herausforderung durch den geflickten Belag.
Schumacher muss seinen Fahrstil an diese Unebenheiten anpassen. „Ich muss mich noch daran gewöhnen, wie sich das Auto bei solchen Bedingungen verhält. Und ich glaube nicht, dass es auf anderen Rundstrecken, die wir befahren, wesentlich anders sein wird“, so seine Einschätzung. Lediglich Indianapolis habe sich bisher „konstanter“ angefühlt.
Trotz der technischen Hürden ist die Vorfreude auf die neue Umgebung riesig. „Worauf ich am meisten freue? Ich habe keine besonderen Vorlieben. Ich finde alles ziemlich spannend und bin neugierig auf alle drei Arten von Rennstrecken, die wir befahren werden“, zeigt sich der RLL-Pilot offen für die Herausforderung aus Stadtkursen, Rundstrecken und Ovalen.

Besonders die Ovale sieht er als gewaltige Lernaufgabe an, bei der es auf taktische Geduld ankommt. „Natürlich werden die Ovale für mich etwas ganz Neues sein. Ich hoffe, dass ich schnell dazulernen werde, weil ich dort einfach so viel Neues über das Rennfahren lernen muss“, gibt er zu. Es gebe dort viele Überholmöglichkeiten, „die man aber eigentlich nicht nutzen sollte, wenn es nicht der richtige Moment dafür ist“.
Unterstützung erhält er dabei von namhafter Seite, unter anderem durch Fahrer-Coach Ryan Briscoe. „Ich habe Graham, ich habe Louis, aber ich habe auch Ryan, die mir helfen werden. Und natürlich steht mir das gesamte Team zur Seite, das mich unterstützen wird“, zeigt sich Schumacher zuversichtlich. Sein Resümee vor dem ersten Rennen fällt positiv aus: „Alles in allem bin ich einfach sehr gespannt darauf, loszulegen und die Saison richtig zu beginnen.“
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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