NASCAR Truck Series: Corey Heim fliegt in Darlington zum Last-Minute-Sieg
Corey Heim gewann das NASCAR Truck Rennen in Darlington gegen Ross Chastain – Er nutzte seine frischen Reifen für ein entscheidendes Überholmanöver in der letzten Runde
Wie unter dem Radar flog Corey Heim in der Schlussphase des NASCAR-Truck-Rennens zum Sieg in Darlington. In der letzten Runde zog er an Ross Chastain vorbei, als würde dieser auf der Stelle stehen. Dank frischerer Reifen gelang es dem Nachwuchspiloten von 23XI Racing im Tricon-Garage-Toyota mit der Startnummer 5, den Sieg im allerletzten Moment sicherzustellen.
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Dabei war er nach der zweiten Verlängerung lediglich von Startplatz neun wieder ins Rennen gegangen. Mit deutlichem Geschwindigkeitsüberschuss setzte sich der Tricon-Pilot in Kurve 3 auf die Innenbahn, zog vor Chastain auf die Ideallinie und sicherte sich die Fahrt in die Victory-Lane.
Dieser Erfolg markiert Heims zweiten Sieg in Folge auf dem Darlington Raceway, nachdem er bereits im vergangenen Jahr das Rennen auf der prestigeträchtigen Strecke in South Carolina für sich entschieden hatte. Hinter ihm überquerten Chastain, Christian Eckes und sein Teamkollege Kaden Honeycutt die Ziellinie, gefolgt von Connor Mosack, der die Top 5 abrundete.

Trotz „Rost“ zum Sieg
„Ich bin definitiv außer Atem“, gestand Heim, der das Feld dreimal für insgesamt 28 Runden anführte und damit seinen 24. Sieg feierte. „Wir hatten noch einen Satz gebrauchte Reifen (Scuffs) liegen, und die waren fünf Runden frischer als die der Konkurrenz. Es war einen Versuch wert. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass wir von dieser Position aus noch gewinnen können.“
Auch wenn Heim aktuell kein Vollzeit-Cockpit besetzt, zeigt er sich keineswegs außer Übung: „Es ist definitiv hart, wenn man nicht regelmäßig im Auto sitzt – mein voriges Rennen war in Atlanta. Zu Beginn des Trainings musste ich erst einmal den Rost abschütteln, während die anderen Fahrer vielleicht etwas besser im Rhythmus sind.“
Dennoch gelang es ihm, Chastain in der finalen Runde niederzuringen, auch wenn er über dessen defensive Fahrweise verwundert war: „Ich hatte das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Als ich die weiße Flagge sah, sind wir zu dritt nebeneinander gefahren und ich bin in Kurve 3 voll gegen Ross reingestochen.“

Er fügte hinzu: „Eigentlich dachte ich, dass die Startnummer 45 eine flachere Linie fährt, um mich mit verwirbelter Luft zu blockieren oder mir schlicht die Spur wegzunehmen. Wenn er unten geblieben wäre, während ich oben fahre, hätte er mich sogar in den Zaun drücken können – zumindest hätte ich das an seiner Stelle so gemacht. Aber in der Hitze des Gefechts entscheidet man sich manchmal anders.“
Andere Linie als erwartet
Chastain gab sich nach dem Rennen gewohnt ehrlich: „Bei einem Typen wie Corey weiß man einfach, dass er den Restart perfekt ausführen kann. Rückblickend betrachtet haben wir die Situation wohl falsch eingeschätzt, die Verantwortung dafür liegt bei uns, beim Team der Startnummer 45.“
„Selbst auf der Gegengeraden kurz vor dem Ziel meldete mein Spotter zwar ‚drei Wagenlängen zurück‘ und dass die Nummer 5 schnell sei, aber ich hatte überhaupt kein Gefühl für seine tatsächliche Pace. Es war, als wäre er in einem ganz anderen Gang unterwegs“, erklärte Chastain weiter.

„Ich wäre die untere Spur gefahren, wenn ich gewusst hätte, wie groß sein Reifenvorteil wirklich war. Aber selbst dann hätte er mich vermutlich außen überholt; mein Truck funktionierte oben am besten, also habe ich ihn dort platziert – das war die beste Kurve, die ich überhaupt fahren konnte“, rechtfertigte der Watermelon-Man seine Fahrweise. „Natürlich hätte ich versucht, ihn durch Dirty Air in Bedrängnis zu bringen, wenn ich gekonnt hätte, aber ich hatte schlicht keine Vorstellung davon, dass er schon so nah dran war.“
Ausgelöst wurden die entscheidenden Gelbphasen durch Carson Hocevar. Bis fünf Runden vor der schwarz-weiß-karierten Flagge sah er wie der sichere Sieger aus, doch ein Reifenschaden beendete seine Hoffnungen und führte zur ersten Overtime. Lange blieb es jedoch nicht grün, da Stewart Friesen mit Tyler Ankrum aneinandergeriet, was die zweite Verlängerung erzwang. Ankrum nahm die Verantwortung für den Zwischenfall nach dem Rennen auf seine Kappe.
Nach dem Geniestreich von Corey Heim in Darlington wandert die NASCAR Truck Series weiter: Der nächste Lauf der startet am 3. April um 22:30 Uhr deutscher Zeit auf dem Rockingham Speedway.
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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