Outlaws-Late-Models: Hoffman und Pierce teilen sich den Südstaaten-Ruhm
Nick Hoffman und Bobby Pierce gewannen die Rennen der World of Outlaws Late Model Series in den Südstaaten – So liefen die beiden Rennen
Nick Hoffman und Bobby Pierce haben am vergangenen Rennwochenende die Vorherrschaft in der World of Outlaws Late Model Series unter sich ausgemacht. Während Hoffman am Freitag beim Chattahoochee Clash auf dem East Alabama Motor Speedway seinen 15. Karrieresieg feierte, schlug Champion Bobby Pierce nur 24 Stunden später beim Billy Clanton Classic im Senoia Raceway zurück.
Durch diesen Schlagabtausch in Alabama und Georgia bleibt der Kampf um die Meisterschaft 2026 extrem eng, da Pierce die Tabellenführung mit nur drei Punkten Vorsprung vor Hoffman behauptete.
Der „Playground of Power“ in Phenix City empfing die Serie erstmals seit zwei Jahrzehnten, was den Großteil des Feldes vor eine echte Herausforderung stellte. Hoffman ließ sich von der mangelnden Streckenkenntnis jedoch nicht beirren und setzte Daulton Wilson über 40 Runden massiv unter Druck. Erst drei Umläufe vor dem Ende nutzte Hoffman einen Fehler des Führenden aus, um innen vorbeizuziehen und sich den vierten Saisonsieg zu sichern.
„Ich bin in meiner Karriere schon auf so vielen neuen Strecken gefahren, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich in Sachen Perfektion erwarten soll“, gab Hoffman nach seinem Erfolg zu Protokoll. Er habe sich einfach an seinem Notizbuch orientiert und nach ähnlichen Kursen gesucht, um ein passendes Setup zu finden. „Ich kann kaum glauben, dass ich noch nie hier war, obwohl es nur fünfeinhalb Stunden von zu Hause weg ist“, wunderte sich der Pilot aus Mooresville über die späte Premiere.
Wilson, der lange Zeit wie der sichere Sieger aussah, musste sich am Ende mit dem zweiten Platz begnügen. Ein Fahrfehler in den Kurven 3 und 4 kostete ihn den ersten Sieg für Big Frog/Viper Motorsports. Wilson berichtete zudem von technischen Sorgen in der Schlussphase, als plötzlich alle Warnlampen im Cockpit aufleuchteten und ihn aus dem Rhythmus brachten.
Hinter dem Spitzenduo komplettierte Tim McCreadie das Podium und feierte damit sein bestes Ergebnis seit den DIRTcar Nationals zu Saisonbeginn. Jonathan Davenport und Chris Madden folgten auf den Plätzen vier und fünf. Doch die Freude über die Tabellenführung währte für Hoffman nur kurz, denn das „Smooth Operator“-Team um Pierce lauerte bereits auf die Revanche im benachbarten Georgia.
Rennen zwei geht an den „Smooth Operator“

Auf dem Senoia Raceway bot sich am Samstagabend ein ähnliches Bild, allerdings mit getauschten Rollen. Hoffman führte das Feld an, während Pierce gegen Ende des Rennens die Lücke schloss. 15 Runden vor Schluss verließ Pierce die bevorzugte untere Spur und suchte sein Glück auf der Außenbahn, um genügend Schwung für eine Attacke auf Hoffman aufzubauen.
In einer engen Situation berührte Pierce den drittplatzierten Ashton Winger auf der Gegengeraden, konnte seinen Boliden aber stabilisieren. Als Hoffman eingangs von Kurve 3 die Ideallinie verpasste, stach Pierce gnadenlos innen durch. In einem harten Duell hielt er Winger und Hoffman bis zur Zielflagge auf Distanz und feierte seinen 46. Karrieresieg bei den Outlaws.
„Nach der Gelbphase fühlte es sich an, als ob der Gummiabrieb für einen Moment verschwunden wäre“, erklärte Pierce seine taktische Entscheidung für den Angriff. Er habe gemerkt, dass Hoffman hinter den überrundeten Fahrzeugen feststeckte und habe alles auf eine Karte gesetzt. Pierce gab zu, dass seine Reifen am Limit waren und er Winger im Eifer des Gefechts fast den Platz geraubt hätte, was er im Ziel direkt entschuldigte.
Mit diesem Erfolg rückt Pierce bis auf zwei Siege an Shane Clanton in der ewigen Bestenliste der Serie heran. Die Meisterschaft bleibt ein Millimeter-Spiel, das in zwei Wochen auf dem Farmer City Raceway in die nächste Runde geht. Hinter dem Spitzentrio Pierce, Winger und Hoffman sortierten sich Madden und Ryan Gustin in den Top 5 ein.
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Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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