Plötzlich Freunde? Hocevar stürmt Busch-Siegesfeier in Atlanta
Plötzlich standen zwei Fahrer des NASCAR-Truck-Rennens auf der Start-Ziel-Geraden, um einen Burnout hinzulegen – Doch warum gesellte sich Carson Hocevar zum Rennsieger Kyle Busch?
Kyle Busch hatte gerade das Rennen der NASCAR Craftsman Truck Series auf dem EchoPark Speedway in Atlanta gewonnen und wollte gerade zum Burnout ansetzen, als sich plötzlich sein Spire-Teamkollege Carson Hocevar der Feier anschloss. Es gab ein symbolisches High-Five, denn es war der Youngster, der den Routinier Busch in die Victory-Lane geschubst hatte.
„Ich glaube nicht, dass ich das für irgendjemand anderen als Jeff Dickerson getan hätte“, so Hocevar über den Spire-Chef. „Besonders ein Jahr zuvor, da hat er [Busch] mich, glaube ich, abgrundtief gehasst, besonders im Cup-Rennen. Ich glaube nicht, dass ich mich jemals darüber freuen würde, einen Kyle-Busch-Truck gewinnen zu sehen.“
„Aber mein Team warnte mich immer wieder, dass bei etwa 245 [Grad Fahrenheit] Wassertemperatur der Motor ausgeht. Und ich schaute runter und es waren etwa 250. Also hat er immer wieder gestottert und der Motor fing an zu ruckeln. Ich hatte keine Chance, das Rennen zu gewinnen. Wenn ich also keine Chance hatte, wollte ich sicherstellen, dass das Team eine Chance hat.“
Nach dem entscheidenden Push in der letzten Runde eines wilden Truck-Rennens entschied sich Hocevar dann, Busch bei seinen Feierlichkeiten einen Besuch abzustatten: „Ich bin rübergefahren, um ihn einfach abzuklatschen, weil ich dachte, das gäbe ein gutes Bild ab, wäre gut für das Marketing-Team und gut für Social Media. Das war eine geschäftliche Entscheidung in diesem Moment.“
„Ich hatte Spaß. Kyle und ich haben super zusammengearbeitet und ich glaube nicht, dass ich jemals, selbst als Kind, es gern gesehen hätte, dass Kyle ein Truck-Rennen gewinnt, aber wenn Jeff Dickerson dabei ist und TWG und all diese Jungs, ist es ziemlich schön, ihm dabei zuzusehen.“
Eine echte Freundschaft bahnt sich also nicht an, aber Hocevar scheint sich bei Busch in diesem Rennen als Teamplayer Respekt verschafft zu haben, auch wenn Busch es in der ersten Stage niemals für möglich gehalten hätte, da der Jungspund da noch sehr eigensinnig unterwegs gewesen war.

„Endlich habe ich eins gewonnen, wenn er [Sohn Brexton] hier ist“, so Busch nach dem Rennen. „Das ist cool, aber ich hatte riesige Hilfe von hinten. Carson Hocevar war heute ein großartiger Teamkollege. Am Anfang des Rennens dachte ich noch: ‚Moment mal, okay, das ist der gute alte Carson.‘ Aber als wir uns dem Ende näherten, begannen wir zusammenzuarbeiten und konnten uns vorarbeiten.“
„Am Ende der zweiten Stage war ich hinter ihm und habe ihn angeschoben, wir konnten uns nach vorne arbeiten und dort am Ende war er mein Wingman. Also, wenn er mir einen Hut gibt, trage ich vielleicht einen Hut. Brexton, die Mama ist hier, Lennix ist hier, also ist es toll, die Familie hier zu haben, um einen Sieg zu feiern und in der Victory-Lane zu feiern.“
„Ich meine, da passiert einfach so viel. Ich habe versucht, meine Spur zu verteidigen und den Windschatten zu bekommen, wenn ich ihn brauche, um wieder nach vorne zu kommen. Die Jungs haben versucht, das gegen uns einzusetzen, also mussten wir das verteidigen“, so Busch weiter.
„Und wenn Carson ein- oder zweimal aus der Spur geschert wäre, wäre das ein viel größeres Chaos gewesen, als es war. Es blieb ziemlich ruhig, weil wir einen Wingman hatten. In so einer Situation braucht man einen Teamkollegen, und bis es sich wirklich, wirklich weit auseinanderzieht, ein 50-Runden-Run oder was auch immer, bekommt man keine Lücke, also muss man es in einer Gruppe ausfahren.“
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.