Pourrain im Pech: Lenkung spielt beim V8-Oval-Series-Auftakt verrückt

Pourrain im Pech: Lenkung spielt beim V8-Oval-Series-Auftakt verrückt
Foto: Detlef Neumann / Rennsport-Fotos.de

Thomas Pourrain hatte beim Auftakt der V8 Oval Series mächtig zu kämpfen – Nach einem starken ersten Lauf schlich sich der Technikteufel ein

Der Saisonauftakt der V8 Oval Series auf dem Raceway Venray am Ostermontag verlief für Thomas Pourrain alles andere als nach Plan. Der Pilot des Bachor Racing Teams mit der Startnummer 22 erlebte einen Renntag mit technischen Rückschlägen, die ihn in der Meisterschaftswertung zunächst auf den neunten Rang zurück warfen.

Während Nigel Stegmeijer mit drei Siegen und der maximalen Punktausbeute dominierte, kämpfte Pourrain mit Bremsproblemen und einer unberechenbaren Lenkung um das sportliche Überleben auf dem schnellen Halbmeilen-Oval in den Niederlanden.

Bereits vor dem ersten offiziellen Training kündigte sich das Unheil an, als die Technik der Startnummer 22 den Dienst quittierte. „Das war nicht das Wochenende, das ich erwartet hatte“, gab Pourrain gegenüber Leadlap.de sichtlich enttäuscht zu Protokoll.

Ein Defekt an den Bremsen zwang ihn dazu, das Auto noch vor der grünen Flagge abzustellen, wodurch er die gesamte erste Session verpasste. Dies brachte den Zeitplan des Teams massiv durcheinander, da die wertvolle Abstimmungsarbeit auf der Strecke komplett entfiel.

Im zweiten Training musste Pourrain deshalb improvisieren und auf alte Reifen setzen, um zumindest die verlorene Fahrzeit aufzuholen. Eigentlich war vorgesehen, in diesem Lauf die frischen Pneus für das erste Rennen anzufahren. Trotz des Mangels an Daten lieferte der Bachor-Pilot im ersten Vorlauf eine solide Leistung ab und rettete einen vierten Platz ins Ziel. Zu diesem Zeitpunkt keimte Hoffnung auf, obwohl Pourrain bereits ein leichtes Zittern im Lenkrad spürte, das Handling des Boliden aber noch als normal einstufte.

Die Hoffnungen auf ein Podium lösten sich jedoch in der Aufwärmrunde zum zweiten Vorlauf in Luft auf, als die Lenkung völlig unvorhersehbare Reaktionen zeigte. „Zuerst dachte ich an massives Untersteuern, aber dann merkte ich, dass das Problem weitaus schlimmer war“, beschrieb der Fahrer die brenzlige Situation. Der Wagen begann auf den Geraden plötzlich Eigenleben zu entwickeln und zog unkontrolliert in verschiedene Richtungen.

Zur Mitte des Rennens hatte er keine Chance mehr, als das Auto auf der Geraden gewaltsam nach links in Richtung der Innenmauer ausbrach. Um einen harten Einschlag in die Streckenbegrenzung zu verhindern, musste Pourrain derart heftig gegenlenken, dass er auf Kollisionskurs mit der Außenmauer geriet.

„Ich entschied mich dazu, das Auto absichtlich in einen Dreher zu zwingen, um den Einschlag zu vermeiden, was glücklicherweise funktionierte“, erklärte er das riskante Manöver.

Trotz der technischen Defizite schleppte er den V8-Boliden im Schneckentempo über die Ziellinie, um zumindest noch ein paar Zähler mitzunehmen. Die Mechaniker des Bachor Racing Teams versuchten vor dem Finale verzweifelt, das Lenkgetriebe nachzujustieren, doch die Maßnahme brachte nur kurzzeitig Besserung. Während Pourrain im zweiten Lauf auf Rang elf zurückfiel, reichte es im abschließenden Finale nur für den zehnten Platz.

In der Gesamtwertung steht Pourrain nun mit 27 Punkten auf dem neunten Rang und hat bereits einen beachtlichen Rückstand auf Spitzenreiter Nigel Stegmeijer, der mit 55 Punkten davonzieht.

„Das schmerzt im Kampf um die Meisterschaft sehr, aber ich habe noch einige Rennen vor mir, um das wieder aufzuholen“, gab sich Pourrain kämpferisch. Für den nächsten Renntag am Pfingstmontag hofft er vor allem auf ein zuverlässiges Auto, damit er sein wahres Potenzial im V8-Feld wieder unter Beweis stellen kann.

Daran wird auch das Team arbeiten, das in der Vergangenheit mit Bravour bewiesen hat, zu den Besten in der V8 Oval Series zu gehören. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, um den Chevrolet Camaro mit der Startnummer 22 für den zweiten Renntag am Pfingstmontag wieder im besten Zustand auf das Oval zurückzubringen.

„Es ist natürlich schade, dass das Wochenende für Thomas nicht reibungslos verlaufen ist“, sagt Bachor-Racing-Team-Crew-Chief Jens Müller gegenüber Leadlap.de. „Wir haben gemeinsam alles versucht, aber manchmal soll es einfach nicht sein. Nach der gemeinsamen Analyse mit Fahrer und Mechanikern wissen wir nun jedoch genau, wo wir ansetzen müssen. Unser Ziel ist klar: Wir werden Thomas das Auto hinstellen, das er verdient.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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