Premierensieg mit 15 Jahren in der Wüste: Cole Denton triumphiert in Tucson
Cole Denton hat mit 15 Jahren sein erstes Rennen in der ARCA Series West gewonnen – Der Youngster setzte sich auf dem Tuscon Speedway durch
Cole Denton hat am Samstagabend auf dem Tucson Speedway in seinem erst dritten Rennen in der ARCA Menards Series West für eine handfeste Überraschung gesorgt und seinen ersten Sieg gefeiert. Der 15-jährige Youngster aus Pascagoula, Mississippi, dominierte die Konkurrenz bei seinem Debüt auf dem Halbmeilen-Oval in Arizona. Ausschlaggebend war dabei seine perfekte Reifenstrategie, die er von der Pole-Position aus umsetzte.
Denton, obwohl ohne große Streckenerfahrung, behielt die Nerven und setzte sich gegen den aktuellen Champion Trevor Huddleston sowie Eric Johnson Jr. durch. Mit diesem Sieg positionierte er sich frühzeitig als ernstzunehmender Titelanwärter in der Meisterschaftssaison 2026.
Das Reifenmanagement stellte an diesem Abend die größte Herausforderung dar und erforderte von Denton eine taktische Meisterleistung. Während viele Routiniers sich bewusst ans Ende des Feldes zurückfallen ließen, um die Pneus für das Finale zu sparen, kontrollierte Denton das Geschehen von der Spitze oder innerhalb der Top 5 aus. Geduld und perfekt getimte Gelbphasen spielten dem Neuling von Jan’s Racing dabei in die Karten.
„Ich brauchte so viele Runden, wie ich nur kriegen konnte“, gab ein sichtlich überwältigter Denton nach dem Rennen zu Protokoll. Er lobte die harte Arbeit seines Teams und seines Mentors Robbie Kennealy. „Jan’s Racing hat einen großartigen Job beim Coaching gemacht, ich kann das alles noch gar nicht glauben, es ist einfach fantastisch.“
Denton, der seine Wurzeln im Legends- und Bandolero-Sport des Südostens hat, fand schnell einen Rhythmus auf dem ihm unbekannten Asphalt. Er zog Vergleiche zum Lanier Raceplex an der Ostküste, was ihm das nötige Vertrauen gab, sein eigenes Tempo zu setzen.
„Man rollt in die Kurve und lenkt eigentlich die gesamte Zeit über. Diese Strecke macht so viel Spaß und die Fahrspuren sind großartig, ich liebe es“, erklärte der Sieger.
Der aktuelle Champion Huddleston wählte eine andere Taktik und sparte seine Reifen bis zum Schluss auf, um dann eine furiose Aufholjagd zu starten. Am Ende gingen dem Titelverteidiger jedoch die Runden aus, um Denton noch ernsthaft zu gefährden.
Huddleston zeigte sich dennoch zufrieden mit dem zweiten Platz: Vergangenes Jahr hat mich gelehrt, dass man nicht jedes Rennen gewinnen muss. Cole hat es auf den Punkt gebracht, Glückwunsch an ihn.“
Nach der Siegerehrung räumte Denton offen ein, dass das extreme Taktieren nicht unbedingt seiner bevorzugten Fahrweise entspricht. „Das Rennen war bis zu den letzten 30 Runden eigentlich ziemlich langweilig“, gab er zu. Zeitweise habe es sich so angefühlt, als ob die Fahrer mit Geschwindigkeiten unterhalb der üblichen Gelbphase unterwegs gewesen seien, einzig um die Reifen zu schonen und nicht zu überlasten.
Hinter dem Spitzenduo komplettierte Johnson Jr. das Podium, während Dentons Teamkollege Robbie Kennealy und Rookie Gavin Ray die Top 5 abrundeten. Auch Hailie Deegan landete als Siebte in den Top 10. Die Serie pausiert nun bis zum 2. Mai, wenn das nächste Kräftemessen auf dem Shasta Speedway in Kalifornien ansteht.
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Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





