Private Schicksalsschläge und professionelle Durststrecke: Reddick erlebt 180-Grad-Wende

Private Schicksalsschläge und professionelle Durststrecke: Reddick erlebt 180-Grad-Wende
Foto: NASCAR Media / James Gilbert/Getty Images

Das Leben von Tyler Reddick war im Jahr 2025 von schwierigen persönlichen und sportlichen Situationen geprägt – Mit dem Daytona-500-Sieg 2026 schließt er eine große Kehrtwende ab

Der Sport rückt in den Hintergrund, wenn es den Liebsten nicht gut geht. Das gilt ganz besonders, wenn das eigene Kind betroffen ist. Tyler Reddick hat das im Jahr 2025 am eigenen Leib erfahren, als bei seinem erst vier Monate alten Sohn Rookie ein Tumor entdeckt wurde. Der 23XI-Racing-Fahrer machte dennoch weiter, auch wenn er beruflich eine Durststrecke erlebte – bis jetzt …

Sportlich lief es 2025 nicht rund: Reddick gewann kein einziges Rennen und hatte daher keine echte Chance auf den Titel. Das Jahr 2026 begann der 30-Jährige jedoch mit dem ganz großen Wurf: Er gewann für das Team von Denny Hamlin und Michael Jordan das legendäre Daytona 500.

„2025 war hart“, sagt er. „Wir hatten Erwartungen auf Siege und Meisterschaften, denen wir nicht gerecht wurden. Wir mussten in der Winterpause viele harte Gespräche führen, um 2025 abzuschließen und die negativen Aspekte nicht mit in das neue Jahr zu schleppen. Jetzt den Saisonauftakt so zu gewinnen, zeigt, wie tief wir gegraben haben, um uns neu zu fokussieren.“

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Ohne seinen 23XI-Teamkollegen Riley Herbst wäre es wohl aber nie so weit gekommen, denn es war ausgerechnet der Toyota-Pilot, der Reddick den entscheidenden Push gab, um in der letzten Kurve noch an Chase Elliott vorbeizuziehen. Das würdigt Reddick nach dem Rennen.

„Ich gewinne dieses Rennen nicht ohne Riley Herbst“, stellt er klar. „Das ist ein Fakt. Er hat alles richtig gemacht: Er hat mich gepusht, bis ich die Chance zum Manöver hatte, und dann hat er versucht, das Rennen für sich selbst zu gewinnen. Wir teilen uns seit Anfang vergangenen Jahres eine Jura-Kaffeemaschine im Hauler – er ist einfach ein herausragender Typ. Was auch immer er jetzt von mir will, ich kaufe es ihm.“

Sportlicher Erfolg ist wichtig, doch ein Thema ist für Reddick sicher noch viel wichtiger. Sein Sohn Rookie erholt sich gut. Die betroffene Niere wurde samt Tumor entfernt und auch das Herz hat sich nach der kräftezehrenden Prozedur bisher gut erholt. Das berichten zumindest die Eltern Tyler und Alexa DeLeon Reddick.

Foto: NASCAR Media / Chris Graythen/Getty Images

„Die Emotionen mit meiner Frau und meinen Söhnen sind anders – es ist eine Reflexion über die persönlichen Kämpfe, die Ungewissheit im Krankenhaus“, berichtet der Daytona-500-Sieger. „Zu sehen, wie Rookie jetzt in der Victory-Lane lacht, während die Thunderbirds über uns hinwegdonnern. Er liebt das Chaos, genau wie sein Vater.“

„Kurz vor dem Rennen waren wir auf einer Disney-Kreuzfahrt. Dort hat er angefangen zu krabbeln, und seit wir hier an der Strecke sind, ist er ein kleiner Speedster im Bus.“ Reddicks Leben glich in den vergangenen Monaten einer Achterbahnfahrt, doch es scheint sowohl persönlich als auch sportlich wieder deutlich bergauf zu gehen.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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