Qualifying und Boxenstopp: Lundgaard nach Platz zwei in Barber bedient

Qualifying und Boxenstopp: Lundgaard nach Platz zwei in Barber bedient
Foto: Penske Entertainment: Aaron Skillman

Christian Lundgaard landete in Barber auf dem zweiten Platz – Ein verpatzter Boxenstopp und eine schlechte Startposition ließen den Traum vom Sieg platzen

Christian Lundgaard hatte beim Indy Grand Prix von Alabama im Barber Motorsports Park allen Grund zur Freude über seinen zweiten Platz, doch die Enttäuschung über den verpassten Sieg überwog. Der dänische Rennfahrer zeigte eine starke Leistung: Von Startplatz zehn aus kämpfte sich der 24-Jährige in seinem McLaren beeindruckend durch das Feld und übernahm zwischenzeitlich sogar die Führung. Jedoch beendete ein missglückter Boxenstopp zur Rennmitte jäh alle Hoffnungen auf seinen ersten Saisonsieg.

Alex Palou von Chip Ganassi Racing holte den Sieg, während Lundgaard sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben musste. Dieses Ergebnis brachte ihn jedoch immerhin auf den dritten Rang in der Meisterschaftswertung.

Der Frust saß tief beim Dänen, der das Potenzial seines Chevrolet-befeuerten Dallaras auf der Berg-und-Talbahn in Birmingham perfekt auszuschöpfen wusste. „Alles, was Sie gerade gesagt haben, klingt großartig – außer der Teil mit Platz zwei“, stellte Lundgaard nach dem Rennen nüchtern fest. Er ist fest davon überzeugt, dass er an diesem Tag das beste Material hatte, um den obersten Platz auf dem Podium zu erreichen.

Besonders bitter stieß dem Dänen auf, dass die harte Arbeit am Sonntag oft durch Schwächen im Qualifying am Samstag überschattet wird. „Wir hatten heute ein Auto, mit dem wir gewinnen können. Es ist frustrierend, dass wir in den vergangenen Rennen zwar sonntags großartige Autos hingestellt haben, es uns aber samstags an Leistung fehlte“, erklärte er mit Blick auf seine Startposition im Mittelfeld.

Die Vorentscheidung fiel in Runde 69, als Lundgaard nach einem starken Overcut-Versuch zum letzten Mal die Boxengasse ansteuerte. Ein Problem am rechten Hinterreifen kostete wertvolle Sekunden, die ihn beim Verlassen der Box elf Sekunden hinter den Führenden Palou und sogar hinter seinem ehemaligen Teamkollegen Graham Rahal zurückwarfen.

„Ich bin mir nicht sicher, was beim Boxenstopp passiert ist, und ich glaube nicht, dass ich das groß kommentieren kann“, gab sich der McLaren-Pilot wortkarg, aber sichtlich bedient.

Trotz des Rückschlags bewies Lundgaard Kampfgeist und presste sich im letzten Stint noch an Rahal vorbei, um Schadensbegrenzung für sein Team zu betreiben. Er betonte, dass er den zweiten Platz unbedingt für die Mannschaft sichern wollte, nachdem der Sieg bereits außer Reichweite war. Dennoch bleibt die Gewissheit, dass ohne den Patzer der Crew ein direkter Schlagabtausch mit Palou angestanden hätte.

Lundgaard rechnete vor, dass er im dritten Stint etwa viereinhalb Sekunden auf den Spanier gutgemacht hatte und durch Palous Verkehr auf dessen Outlap eigentlich als Führender hätte zurückkehren müssen. „Mir wurde gesagt, dass wir ihn mit einem normalen Boxenstopp überholt hätten. Die Pace für den Sieg war absolut da“, schilderte er die verpasste Gelegenheit auf seinen zweiten Karrieresieg in der IndyCar-Serie.

Für die kommenden Aufgaben nimmt er vor allem die Hausaufgabe mit, die Samstage sauberer über die Bühne zu bringen. Ein Startplatz weiter vorne hätte die Dynamik des Rennens grundlegend verändert und den strategischen Druck vom Team genommen. „Wenn wir drei Plätze weiter vorne gestartet wären, wäre unser Rennen ganz anders verlaufen. Wir müssen am Samstag einfach besser werden“, lautete sein abschließendes Fazit.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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