RCR-Nachwuchsfahrer dominiert ARCA-Debüt in Phoenix

RCR-Nachwuchsfahrer dominiert ARCA-Debüt in Phoenix
Foto: Adam Glanzman/NASCAR

Carson Brown gewann sein ARCA-Debüt am Phoenix Raceway souverän für die Pinnacle Racing Group – Der 17-jährige RCR-Schützling dominierte fast das gesamte Rennen trotz mehrerer Verlängerungen

Carson Brown hat sein Abenteuerjahr 2026 mit einem Statement-Sieg in der Wüste von Arizona begonnen. Bei seinem Debüt in der ARCA Series ließ sich der 17-jährige Nachwuchsfahrer von Richard Childress Racing (RCR) in Phoenix nicht aus der Ruhe bringen und bescherte der Pinnacle Racing Group (PRG) das erste Top-Resultat der noch jungen Saison.

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In einem nervenaufreibenden Finale mit gleich zwei Verlängerungen verhinderte Brown ein Deja-vu für sein Team: Nachdem die Mannschaft im vergangenen Jahr in der Overtime den Kürzeren gezogen hatte, behielt der Youngster diesmal die Oberhand. Es war die Krönung einer fast beispiellosen Dominanz: Brown führte nahezu jede Runde des Rennens an. Lediglich sein Teamkollege Tristan McKee konnte bei den Restarts vereinzelt Nadelstiche setzen und sich kurzzeitig vor die Nummer 28 setzen – für eine dauerhafte Führung reichte es jedoch nicht.

Foto: Adam Glanzman/NASCAR

Trotz Dominanz: Ein harter Kampf im Cockpit

Obwohl es von außen spielerisch wirkte, war der Sieg für Brown harte Arbeit. „Wir hatten zwar viel Speed, aber ich habe mich im Auto einfach nicht wohlgefühlt“, gestand er im Ziel. „Wir wussten, dass wir bei langen Runs gut dastehen würden, aber insgesamt war es ein harter Kampf. Wenn ich nicht konsequent die obere Linie gefahren wäre, hätte ich echte Probleme bekommen.“

Besonders die späten Cautions stellten seine Nervenstärke auf die Probe. Doch Brown blieb fokussiert: „Man muss in solchen Momenten einfach ruhig bleiben. So etwas ist in den vergangenen Jahren schon oft passiert. Man darf sich darüber nicht aufregen, sondern muss offen für die Situation bleiben.“ Er ergänzte: „Ich habe ehrlich gesagt versucht, gar nicht nachzudenken – erst recht nicht darüber, was bei den vielen Restarts schiefgehen könnte.“

Foto: Adam Glanzman/NASCAR

Team-Duell an der Grenze

In der letzten Overtime bot sich McKee eine letzte Chance, Brown ein letztes mal anzugreifen. Dabei kam es zu einer leichten Berührung in der vorletzten Runde zwischen den beiden Teamkollegen. Beide handelten die Situation ohne große folgen, McKee musste sich aber mit dem zweiten platz zufrieden geben.

Trotz des verpassten Sieges zeigte sich McKee zufrieden mit dem Doppelsieg für die PRG, bedauerte jedoch den Kontakt: „Ich habe versucht, so nah wie möglich an ihn heranzukommen. Dabei wurde mein Auto etwas instabil, weil er direkt an meiner Tür war. Viel mehr hätte ich nicht tun können. In den Kurven 1 und 2 kam ich in der letzten Runde noch einmal nah ran, aber ich wollte ihn natürlich nicht umdrehen.“

Brown gab das Lob im Siegerinterview an seine Crew weiter: „Ein riesiges Dankeschön an alle Jungs bei PRG. Das Green-White-Checkered-Finale wurde am Ende zwar etwas haarig und Tristan und ich haben uns in Turn 2 leicht berührt, aber ich war mir sicher, dass wir uns da durchsetzen und es bis zur Ziellinie schaffen können.“

Foto: Adam Glanzman/NASCAR

Der Fahrplan für 2026

Hinter dem PRG-Duo komplettierten Thomas Annunziata, Trevor Huddleston und Mason Massey – der zuvor auf dem Kevin Harvick’s Kern Raceway seinen ersten Sieg in der ARCA West feierte – die Top-5.

Browns Erfolg ist unter anderem durch die Partnerschaft mit RCR entstanden die dabei ein Zentraler Baustein ist: „Das ist ein echtes Entwicklungsprogramm. RCR nimmt mich unter ihre Fittiche, unterstützt mich bei der Sponsorensuche und ich arbeite eng mit ihnen und Chevrolet zusammen. Ich spüre massiv, wie sehr mir die Unterstützung von Chevy hilft.“

Für den Nachwuchsfahrer steht nun ein vollgepacktes Jahr bevor. Der Plan für 2026 umfasst rund 15 ARCA-Rennen für PRG. Parallel dazu wird er in der CARS Tour bei den Late Model Stocks für LPP sowie in den Super Late Models für Anthony Campi angreifen. „Alles auf Chevrolet-Basis“, betont Brown.

Bis zum nächsten Einsatz der ARCA Menards Series müssen sich die Fans nun etwas gedulden: Mehr als ein Monat wird es dauern, bis am 18. April auf dem Kansas Speedway das dritte Saisonrennen ausgetragen wird.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
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