Reifenpoker kostet Podium: David Malukas schrammt in Alabama am Treppchen vorbei

Reifenpoker kostet Podium: David Malukas schrammt in Alabama am Treppchen vorbei
Foto: Penske Entertainment: Joe Skibinski

David Malukas kommt bei seinem neuen Penske-Team immer besser in Schwung – In Barber verpasste der 24-Jährige das Podium nur knapp

David Malukas hat am vergangenen Sonntag beim IndyCar-Gastspiel im Barber Motorsports Park mit Rang vier sein bisher bestes Saisonergebnis eingefahren, haderte jedoch mit der taktischen Entscheidung zu Rennbeginn. Der 24-jährige Neuzugang von Team Penske startete von Platz zwei in den Grand Prix von Alabama, verlor aber durch die Wahl der weicheren Reifenmischung früh den Anschluss an den späteren Sieger Alex Palou.

Trotz einer starken Aufholjagd in der Schlussphase gegen Graham Rahal reichte es für den Rennfahrer aus Chicago zwar nicht ganz für den Sprung auf das Podium, trotzdem verbesserte er sich auf den vierten Rang der Meisterschaftswertung.

Falsche Strategie am Start

Der Grundstein für das verpasste Podium wurde bereits beim Start gelegt. Während Polesetter Palou auf den harten Primaries loslegte, setzte die Crew der Nummer 12 auf die roten Alternates. Dieser Vorteil hielt nicht lange vor, denn schon nach 15 der insgesamt 90 Runden begannen die weichen Pneus abzubauen und Malukas rutschte im Klassement zurück.

„Es lief alles auf den Anfang hinaus. Die Entscheidung, auf den Roten zu starten, war nicht die richtige Strategie“, gab Malukas nach dem Rennen offen zu Protokoll. Er analysierte die Situation gewohnt direkt und ohne Umschweife. „In Bezug auf diese Strategie waren wir zwar das beste Auto, aber es war eben nicht der optimale Weg für den Nachmittag.“

Besonders das Tempo der Konkurrenz beeindruckte den Penske-Piloten, auch wenn er sich im teaminternen Duell behauptete. „Das Auto mit der Nummer 7 von Christian Lundgaard war mit Abstand das schnellste Fahrzeug da draußen“, stellte Malukas fest. Dennoch sah er sich in Schlagdistanz zum Spitzenfeld: „Wir waren direkt hinter ihnen.“

Malukas mit Chance auf das Podium

Gegen Ende des Rennens kehrte die Pace im Chevrolet-Boliden zurück, und Malukas setzte Graham Rahal unter massiven Druck. Ein entscheidendes Manöver blieb jedoch aus, was den jungen Piloten zum Grübeln brachte. Er hätte die Trophäe für den dritten Platz gerne mit nach Hause genommen.

„Ich denke, das Beste, was wir hätten erreichen können, wäre wohl Platz drei gewesen“, ordnete der US-Amerikaner seine Leistung ein. Ein kleiner Fehler in der Vorbereitung des finalen Angriffs kostete ihn die entscheidende Chance. „Wenn ich Rahal am Ende ein bisschen besser zurechtgelegt hätte, hätten wir vielleicht das Podium holen können.“

Trotz der verpassten Chance auf Champagner unterstreicht das Ergebnis den steilen Aufwärtstrend des Youngsters im Team von Roger Penske. Nach einem eher verhaltenen 13. Platz beim Saisonauftakt in St. Petersburg folgten nun drei Top-6-Platzierungen in Serie. Damit hat Malukas bereits jetzt seine persönliche Bestmarke an Top-5-Ergebnissen innerhalb einer Saison eingestellt.

Der Blick in den Rückspiegel bleibt dennoch kritisch, da die Reifenwahl in der modernen IndyCar-Serie oft über Sieg oder Niederlage entscheidet. Malukas weiß, dass er und sein Team in Zukunft bei der Auswahl der Gummimischungen besser agieren müssen. Die Konkurrenz schläft nicht, und die Abstände an der Spitze sind minimal.

Lernkurve zeigt nach oben

„Wir haben viel gelernt“, resümierte Malukas mit Blick auf das Wochenende in Birmingham. „Jetzt wissen wir, dass wir der Musik voraus sein müssen, wenn es um die Reifenwahl geht. Wären wir auf den Primaries gestartet, wer weiß, dann wären wir ganz vorne dabei gewesen und hätten einen anderen Kampf erlebt.“

In der Gesamtwertung liegt Malukas mit 116 Punkten nun auf Lauerstellung hinter dem Führenden Kyle Kirkwood. Der Rückstand von 40 Zählern ist bei der Leistungsdichte im Feld noch kein Beinbruch. Der Fokus liegt nun darauf, die Konstanz der vergangenen Wochen in den kommenden Monat Mai mitzunehmen.

„Alles in allem ist es immer noch ein guter Punktetag für uns und Team Penske“, bilanzierte der Fahrer der Nummer 12 versöhnlich. Den Support seiner Mannschaft wusste er trotz des taktischen Fehlgriffs zu schätzen. „Danke an Team Penske, Verizon und Chevrolet für die harte Arbeit.“

Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
Facebook
X (Twitter)
YouTube
Instagram