Stewart Friesen vor Comeback: NASCAR- und Dirt-Modified-Rückkehr geplant
Stewart Friesen will im Februar 2026 wieder Rennen bestreiten – Der Kanadier musste sich lange von einem heftigen Dirt-Track-Unfall erholen
Stewart Friesen kehrt im Februar 2026 nach einer monatelangen Verletzungspause in den Motorsport zurück und wird sowohl beim Saisonauftakt der NASCAR Craftsman Truck Series in Daytona als auch bei den DIRTcar Nationals in Volusia an den Start gehen.
Es ist das Ende einer langen Leidenszeit für den Kanadier. Nach seinem schweren Unfall im Juli 2025 auf dem Autodrome Drummond, der eine intensive Rehabilitation erforderte, sitzt Friesen wieder fest im Sattel. Der Routinier hat kürzlich einen erfolgreichen Test auf dem Friendship Motor Speedway in North Carolina absolviert und damit grünes Licht für seine Rückkehr in den Wettbewerb gegeben.
Er wird im kommenden Monat nicht nur in den NASCAR-Truck steigen, sondern vom 11. bis 14. Februar auch wieder ein Big-Block-Modified auf dem Volusia Speedway pilotieren. Der erste Test nach dem Unfall war für Friesen mehr als nur eine technische Überprüfung. Es ging darum, das Vertrauen in den eigenen Körper und das Material zurückzugewinnen.
Friesen bereit, zurückzukommen
„Es war ein bisschen emotional für mich und Tommy [Conroy, Crew-Chief]“, gibt Friesen offen zu. „Aber es war gut, da rauszugehen, den Rost abzuschütteln, diese Gefühle abzuschütteln und wieder an die Arbeit zu gehen. Wir hatten einen guten Test.“
Die Zweifel waren vor der ersten Ausfahrt durchaus präsent. Die Verletzungen waren schwerwiegend genug, um eine fast siebenmonatige Zwangspause zu verursachen.
„Es gab natürlich viele Fragen im Vorfeld. Und es war ein langer Genesungsprozess“, erklärt Friesen. „Ich wusste, dass ich so schnell wie möglich wieder einsteigen wollte, um zu sehen, ob es funktioniert.“ Dank des milden Wetters in North Carolina konnte das Team den Testlauf frühzeitig durchführen.
Viel Training vor dem ersten Test
Der Weg zurück ins Cockpit war gepflastert mit harter physischer Arbeit. Friesen musste seine Muskulatur, insbesondere in den Beinen, gezielt wiederaufbauen.
„Es waren einfache Dinge wie Fahrradfahren, Wadenheben und Beinheben, einfach der Versuch, Muskeln wieder aufzubauen“, beschreibt er sein Trainingsprogramm. „Ich habe in den vergangenen zwei Monaten wahrscheinlich mehr Zeit im Fitnessstudio verbracht als in den vergangenen fünf Jahren.“
Neben dem körperlichen Training wurde auch am Arbeitsgerät gefeilt. Das Team passte den Sitz im Rennwagen neu an, um den Komfort zu erhöhen und die Belastung auf die verletzten Körperregionen zu minimieren. Die Mühe hat sich ausgezahlt: Friesen berichtete nach dem Test von Schmerzfreiheit in Knöchel, Fuß und Bein.
„Während des Tests fühlte es sich wirklich, wirklich gut an“, so Friesen erleichtert. „Wir konnten einige Dinge durchgehen, und es fühlte sich gut an. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mir das Fahren neu beibringen müsste. Nach ein paar Runden war es wie Fahrradfahren. Ich bin einfach wieder auf das Pferd gestiegen, und los ging’s.“
Zwei Autos in der NASCAR
Mit der Rückkehr in die NASCAR Truck Series wartet jedoch auch eine neue strategische Herausforderung. Halmar-Friesen Racing expandiert zu einem Zwei-Wagen-Team, was Auswirkungen auf Friesens traditionell vollen Kalender auf den Dirt-Tracks haben könnte.
„Wir werden sehen, wie es läuft“, sagt Friesen über seine Planung für 2026. „Wir füllen die Lücken im Truck-Kalender immer mit den Modified-Sachen aus, und das werden wir auch weiterhin tun. Es wird nicht so sein, dass wir nur zehnRennen fahren. Ich denke, es werden immer noch etwa 40 sein. Vielleicht nicht die 60, die wir für 2025 geplant hatten. Aber wir werden sehen, wie es läuft und von Woche zu Woche schauen, wie wir es immer getan haben.“
Bevor es zu den großen Events nach Daytona und Volusia geht, plant Friesen bereits einen ersten Renneinsatz: Vom 4. bis 7. Februar will er beim „Showdown in the Sunshine State“ auf dem All-Tech Raceway antreten, um sich final auf die Saison einzuschießen.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





