Überlebenskampf am Samstag: Neues Qualifying-Format in der NASCAR Euro Series
Die NASCAR Euro Series hat für die Saison 2026 am Qualifyingformat geschraubt – In beiden Divisionen – PRO und OPEN – kommt sofort ein Stufensystem wie in der Formel 1 zum Einsatz
Die NASCAR Euro Series revolutioniert für die Saison 2026 den Ablauf der Rennwochenenden und führt ein neues Qualifying-Format ein, das Fehler härter bestraft. Anstatt der gewohnten Abläufe erwartet die Piloten der PRO künftig ein dreistufiges Knockout-System, während auch die OPEN mit einem eigenen Superpole-Shootout deutlich aufgewertet wird.
Mit dieser Reform zwingt die Serie Fahrer und Teams dazu, ab der ersten Sekunde hellwach zu sein, denn strategisches Taktieren wird in diesem neuen Format unmöglich gemacht.
Das neue Format in der PRO schafft die bisherige Aufteilung in zwei Gruppen ab. Das bedeutet: In Q1 gehen alle V8-Boliden gleichzeitig auf die Strecke. In diesem nur zehnminütigen Sprint wird der Verkehr zum entscheidenden Faktor. Es geht nicht mehr nur um die eine perfekte Runde, sondern um das richtige Timing und die Kommunikation mit dem Spotter, um im Gewühl aus über 20 Autos überhaupt ein Stück freien Asphalt zu finden.
Wer diesen wilden Auftakt übersteht und zu den schnellsten 15 Piloten gehört, landet direkt in der nächsten Druckkammer: Q2. Den verbliebenen Fahrern werden exakt zwei fliegende Runden zugestanden, um sich für das Finale zu qualifizieren. Wer hier auch nur den kleinsten Verbremser einbaut oder die Reifen nicht sofort im Arbeitsfenster hat, findet sich im Mittelfeld wieder.
Die ultimative Auslese findet schließlich in der Superpole der Top 10 statt. Hier wird die Luft dünn: Eine Aufwärmrunde, zwei fliegende Runden am Limit und eine Abkühlrunde – mehr gibt das Reglement nicht her. Die zehn Überlebenden dieses Ausscheidungsverfahrens machen die Pole-Position unter sich aus und sichern sich die ersten fünf Startreihen für das erste Rennen.
Auch die OPEN, das Zuhause für Nachwuchstalente und Gentleman-Driver, wird 2026 deutlich aufgewertet. Das bisherige Standard-Qualifying weicht einem zweigeteilten System. Nach einer 15-minütigen offenen Session für das gesamte Feld dürfen die Top-10 in ein eigenes Superpole-Shootout einziehen.
Wie bei den Profis entscheiden hier zwei fliegende Runden über die Startplätze ganz vorne. Für die jungen Wilden ist das eine unbezahlbare Schule, um dem mentalen Druck im professionellen Motorsport standzuhalten.
Unverändert bleibt lediglich die Regelung für den Sonntag: Die Startaufstellung für das zweite Rennen wird weiterhin durch die schnellsten Rundenzeiten aus dem ersten Lauf bestimmt. Doch wer am Samstag im Qualifying patzt und im Verkehr stecken bleibt, wird es schwer haben, im Rennen die nötige freie Bahn für eine schnelle Zeit zu finden. Der Samstag wird 2026 also endgültig zum Tag der Wahrheit.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





