Viel Pech und Altmetall für Carson Hocevar beim Daytona 500
Carson Hocevar führte das Feld zu Beginn der letzten Runde des Daytona 500 an – Ein später Kontakt mit Erik Jones beendete jedoch alle Hoffnungen auf den Sieg
Carson Hocevar zählt zu den vielversprechendsten Nachwuchstalenten der NASCAR Cup Series. Erst Anfang 2026 unterstrich der 23-jährige Pilot seine Stellung bei Spire Motorsports mit der Unterschrift unter einem neuen Fünfjahresvertrag. Was dem Youngster jedoch nach wie vor fehlt, ist der erste Sieg in der Königsklasse des Stock-Car-Sports, der selten so greifbar war wie beim Daytona 500 2026.
In der Startnummer 77 ging Hocevar als Führender in die allerletzte Runde. Er sah die weiße Flagge, die das Finale einläutete, doch die Ziellinie überquerte er letztlich nur auf einem enttäuschenden 18. Rang. Während Tyler Reddick den prestigeträchtigen Sieg einfuhr, wurde Hocevar Opfer der ersten von zwei Massenkarambolagen im finalen Umlauf. In Führung liegend wurde er von Erik Jones am Heck getroffen, drehte sich in die Mauer und löste damit einen folgenschweren Big-One aus.
„Die obere Linie hatte einen enormen Schwung“, beschrieb der Spire-Pilot später die Ausgangslage. „Jones war leicht nach rechts versetzt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Spur nicht konsequent genug zugemacht habe oder ob er mich einfach ungünstig mittig außen getroffen hat. Er hat mich jedenfalls in die Mauer gedreht, von der ich dann logischerweise abprallte.“
Trotz des bitteren Ausgangs blickte Hocevar nicht ohne Stolz auf seine Leistung zurück: „Unser Ziel war es, beim Schwenken der weißen Flagge vorn zu liegen. Ich denke, ich bin ein wirklich guter Pusher und habe einen beeindruckenden Job gemacht. Die Nummer 45 [Tyler Reddick] führte zunächst, dann übernahm die 71 [McDowell] durch die Strategie die Spitze, und ich habe ihn nach vorne geschoben. Manchmal waren wir vielleicht etwas zu weit draußen, aber ich hatte das Gefühl, dass genau das für dieses Manöver nötig war.”
Ein Wochenende zum Vergessen
Das Eröffnungswochenende war Hocevar generell nicht wohlgesonnen. In der Truck Series kämpfte er sowohl im Training als auch im Rennen mit mehreren technischen Problemen. Sein Truck von Spire Motorsports ging ausgerechnet in Führung liegend einfach aus. Zwar führte er das Feld am Freitagabend über 20 Runden an, drehte sich jedoch auch dreimal – was zwischenzeitlich für zwei direkt aufeinanderfolgende Gelbphasen sorgte. Am Ende stand nach einem Unfall nur der 35. Platz zu Buche.
In der O’Reilly Series griff er für Young’s Motorsports ins Lenkrad eines Chevrolet und wählte einen etwas vorsichtigeren Ansatz. Hocevar hielt sich aus Führungsduellen heraus, doch die defensive Fahrweise bewahrte ihn nicht vor dem Unheil. Er wurde in die letzten beiden Zwischenfälle des Rennens verwickelt und kam als 20. ins Ziel.
Ganz ohne Erfolgserlebnisse verlief das Wochenende jedoch nicht. Sowohl im ersten als auch im zweiten Rennsegment des Sonntagsrennens sammelte Hocevar wichtige Bonuspunkte. Mit insgesamt 36 Zählern belegt er damit aktuell den neunten Rang in der Gesamtwertung und bewies, dass er trotz der Rückschläge Chancen auf die Top 10 der NASCAR Cup Series hat.
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.





