Langeweile in der Winterpause? Unser NASCAR-Guide für Filme, Dokus und Bücher
Das Beste für die Winterpause oder Regenunterbrechungen in der NASCAR Cup Series – Die Filme, Dokus, Bücher und Podcasts gegen den Entzug von V8-Sound und Rennaction im Überblick
Die NASCAR Cup Series zählt zu den unterhaltsamsten Rennserien in Nordamerika und hat sich über die Jahre auch in Deutschland eine große Fangemeinde aufgebaut. Viele Fans sind gepackt vom „Phänomen NASCAR“ – so wie der Autor Pete Fink seine deutschsprachigen Bücher über den US-amerikanischen Top-Motorsport treffend genannt hat.
NASCAR ist mehr als reiner Rennsport, sondern auch ein Entertainment-Produkt: Welche Möglichkeiten gibt es also, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, auch wenn die V8-getriebenen Boliden – wie in der Winterpause oder bei einer Regenunterbrechung – gerade mal nicht im Kreis fahren? Nun ja, dann gibt es immer noch spannende Dokuserien, fiktive NASCAR-Filme, die tolle Geschichten rund um den Sport erzählen, sowie fesselnde Bücher. Welche Optionen euch genau zur Verfügung stehen, haben wir hier für euch zusammengefasst.
Zum Aufbau des Artikels: Die Reihenfolge der Empfehlungen bewegt sich vom Großen Ganzen ins Detail. Wir beginnen mit Werken, die einen breiten Rundumblick bieten und viele verschiedene Aspekte der NASCAR gleichzeitig abdecken – ideal, um ein Gefühl für den Sport zu bekommen. Je weiter ihr lest, desto spezialisierter werden die Themen: Der Fokus verschiebt sich dann weg von der allgemeinen Übersicht hin zu ganz konkreten Nischen, einzelnen Ären oder spezifischen Biografien.
Filme: CARS 1 und 3

Für alle Disney-Fans sind Cars 1 und 3 eine große Empfehlung. Der erste Teil ist im Kern ein modernes Märchen über Ego, Freundschaft und Demut, verpackt in eine liebevolle Hommage an die amerikanische Stock-Car-Kultur. Auch wenn der Film eine etwas allgemeinere, familienfreundliche Version der Szene zeigt, schlägt das Herz eines jeden Fans höher, wenn echte Legenden wie Dale Earnhardt Jr., „King“ Richard Petty und Darrell Waltrip ihre Gastauftritte haben.
Der dritte Teil des Franchise geht noch deutlich tiefer in die Materie und fühlt sich an wie ein Liebesbrief an die Wurzeln des Sports. Hier wird Lightning McQueen zum alternden Star, der gezwungen ist, dorthin zurückzugehen, wo alles angefangen hat: zu den „Grassroots“, auf Dirt-Tracks und an den Strand, wo die alten Haudegen einst fuhren. Besonders für Geschichts-Fans ist dieser Teil schön anzusehen, da er die Verbindung zwischen jungen Racern und der alten Garde thematisiert – inklusive einer Synchronrolle für das Urgestein Junior Johnson.
Damit ist das Cars-Franchise die optimale Möglichkeit, den eigenen Nachwuchs spielerisch an den Motorsport heranzuführen – ein heißer Tipp für alle Eltern und werdenden Eltern unter euch.
Dauer: Cars: 1 h 57 min | Cars 3: 1 h 49 min
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Film: Logan Lucky

Für alle, die Action a la „Haus des Geldes“ und Comedy mit NASCAR kombinieren wollen, ist der Film „Logan Lucky“ die richtige Anlaufstelle: Die Heist-Komödie dreht sich um die vom Pech verfolgten Brüder Jimmy und Clyde Logan aus West Virginia. Um ihren vermeintlichen Familienfluch zu brechen und akuten finanziellen Nöten zu entkommen, planen sie einen waghalsigen Raubüberfall.
Dafür rekrutieren sie ihre Schwester Mellie und den exzentrischen Sprengstoffexperten Joe Bang (gespielt von Daniel Craig), den sie allerdings erst aus dem Gefängnis befreien müssen. Der Plan ist so genial wie riskant: Sie wollen die Tageseinnahmen des Coca-Cola 600, des längsten NASCAR-Laufs der Saison, stehlen, während das Cup-Rennen in vollem Gange ist.
NASCAR ist dabei weit mehr als nur eine Kulisse, die Serie ist das Herzstück des gesamten Plans. Der Überfall findet am Memorial-Day-Wochenende auf dem Charlotte Motor Speedway statt. Die Logans nutzen ihr Insiderwissen über die Infrastruktur der Rennstrecke, um an das Geld im Tresor zu gelangen. Der Film fängt die Atmosphäre der amerikanischen Rennkultur authentisch ein – inklusive Cameo-Auftritten von NASCAR-Fahrern wie Kyle Busch, Carl Edwards, Joey Logano und Kyle Larson.
Dauer: 1 h 59 min
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Film: Smokey and the Bandit

Fans von Verfolgungsjagden sollten sich „Smokey and the Bandit” anschauen. In diesem Film geht es um Alkoholschmuggel, wie er von den sogenannten Bootleggern und Moonshinern betrieben wurde. Sie sind der Ursprung der NASCAR. Der Film hat den deutschen Titel „Ein ausgekochtes Schlitzohr“.
Die Actionkomödie aus dem Jahr 1977 mit Burt Reynolds in der Rolle des Bo „Bandit“ Darville erzählt die Geschichte einer Wette: Bo und sein Partner Snowman (Jerry Reed) nehmen die Herausforderung an, 400 Kisten Coors-Bier in 28 Stunden illegal von Texas nach Atlanta zu schmuggeln. Bandit fährt einen schwarzen Pontiac Trans Am, um die Polizei abzulenken, während Snowman den Laster lenkt.
Unterwegs nehmen sie die Anhalterin Carrie mit, was die Verfolgung durch Sheriff Buford T. Justice eskalieren lässt, da Carrie ursprünglich dessen Sohn heiraten soll. Der Film feiert die Ästhetik der Südstaaten-Rebellen mit wilden Verfolgungsjagden.
Dauer: 1 h 36 min
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Film: Stroker Ace
Wer nach „Smokey and the Bandit“ noch nicht genug von Burt Reynolds hat, sollte sich „Stroker Ace“ (deutscher Titel: Der rasende Gockel) nicht entgehen lassen. Die Actionkomödie vereint erneut Regisseur Hal Needham und Reynolds und nimmt die wachsende Kommerzialisierung des Sports in den 80er-Jahren auf die Schippe.
Die Geschichte dreht sich um den Champion Stroker Ace, der einen verhängnisvollen Fehler begeht: Er unterschreibt einen Sponsorenvertrag bei dem Fast-Food-Unternehmen „Chicken Pit“, ohne das Kleingedruckte zu lesen. Fortan wird er von dem skrupellosen Boss Clyde Torkle gezwungen, absurde Werbeaktionen durchzuführen und sogar in einem demütigenden Hühnerkostüm aufzutreten. Stroker versucht daraufhin mit allen Mitteln, aus dem Vertrag herauszukommen – koste es, was es wolle.
Obwohl der Film seinerzeit an den Kinokassen floppte, genießt er unter Hardcore-Fans heute Kultstatus. Das liegt nicht zuletzt an der Dichte an echten NASCAR-Legenden, die hier als sie selbst auftreten: Haltet die Augen offen nach Dale Earnhardt Sr., Richard Petty, Cale Yarborough und Kyle Petty.
Dauer: 1 h 36 min
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Film: Talladega Nights

Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby (deutscher Titel: Ricky Bobby – König der Rennfahrer) genießt unter Fans längst Kultstatus. Der Film ist eine Parodie auf den NASCAR-Zirkus und greift dabei viele Klischees auf.
Während sich Will Ferrell als Ricky Bobby gegen den Formel-1-Fahrer Jean Girard durchsetzen muss, folgt der Film dramaturgisch einer klassischen Comeback-Story: vom Absturz nach einem Horror-Crash bis zum finalen Showdown auf dem Talladega Superspeedway. Der Film liefert einige Lacher und sollte definitiv nicht zu ernst genommen werden.
Dauer: 1 h 48 min
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Serie: The Crew
Sitcom-Fans werfen am besten einen Blick auf „The Crew”. Die Netflix-Comedy-Serie mit Kevin James ist durchaus unterhaltsam, sticht aber auch nicht unbedingt aus der Masse hervor. James schlüpft hier in die Rolle des sturköpfigen NASCAR-Crew-Chiefs Kevin Gibson, der sein Team wie eine chaotische Familie führt und fest an alten Methoden klebt.
Doch die Ruhe ist vorbei, als die Tochter des Teambesitzers den Rennstall übernimmt und mit modernen Methoden für ordentlich Wirbel sorgt. Die zehn Episoden drehen sich um den klassischen Konflikt zwischen Tradition und Moderne, Sponsorendruck und dem typischen Garagenalltag. Echte Rennaction gibt es nicht, dafür aber Comedy über Veränderungsangst im NASCAR-Milieu und ein paar nette Gastauftritte von Stars wie Ryan Blaney.
Dauer pro Folge: 21 bis 30 min
Film: Days of Thunder

Der Klassiker Days of Thunder (deutscher Titel: Tage des Donners) ist genau das Richtige für alle, die sich gerne mal einen Film anschauen und dennoch nicht von der NASCAR abweichen wollen.
In diesem Film geht es um den talentierten jungen Rennfahrer Cole Trickle, gespielt von Tom Cruise, der in die Welt der NASCAR einsteigt. Dabei trifft er auf den Ex-Crew-Chief Harry Hogge. Beide sind starke Persönlichkeiten, die zunächst lernen müssen, miteinander klarzukommen: Während Hogge der erfahrene Stratege ist, agiert Trickle oft zu übermütig und heißblütig, was zu Spannungen in ihrer Zusammenarbeit führt. Erst als die beiden ihre Differenzen überwinden, stellt sich der Erfolg ein.
Der Film mixt harte Stock-Car-Action, enge Oval-Rennen und eine Romanze, die zusätzlich Emotionalität in die Geschichte bringt. Der Streifen ist in der NASCAR-Community ein Muss.
Gedreht wurde der Film in den 90ern teilweise an echten Rennwochenenden. Da er ein voller Erfolg in der NASCAR-Szene war, wünschen sich viele eine Fortsetzung. Und die Hoffnung lebt: Laut Jeff Gordon, der in engem Kontakt mit Cruise steht, soll es diese womöglich in den nächsten Jahren tatsächlich geben.
Dauer: 1 h 47 min
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Buch: NASCAR: The Complete History

Das von NASCAR veröffentlichte Buch „NASCAR: The Complete History“ bietet auf über 550 Seiten mit vielen Fotos eine umfassende Chronik der Serie von ihrer Gründung 1949 bis 2016. Das Buch deckt die frühen Stock-Car-Rennen, den Aufstieg durch Bill France Sr., die Expansion in die Moderne sowie Schlüsselereignisse wie den Bau moderner Strecken und Regeländerungen ab.
Es beleuchtet Meilensteine, Meisterschaften, legendäre Fahrer wie Richard Petty, Dale Earnhardt Sr. und Jeff Gordon sowie die technischen Entwicklungen von Serienfahrzeugen zu hochoptimierten Rennwagen. Dank detaillierter Saisonzusammenfassungen, Statistiken und Bildern ist es ein visuelles Nachschlagewerk für Fans und hebt die kulturelle Bedeutung von NASCAR in den USA hervor.
Buch: Das Phänomen NASCAR 1 bis 4

Die Bücher des deutschen NASCAR-Experten und Kommentators Pete Fink sind ein Muss für alle, die gerne lesen. Sie sind das Rundum-Sorglos-Paket für jeden deutschen NASCAR-Fan – geeignet für Einsteiger bis hin zu Hardcore-Anhängern.
In seinen insgesamt vier Bänden verpackt Fink die gesamte Historie der Serie, beginnend in Teil 1 mit seinem ersten Besuch auf dem Bristol Motor Speedway. Von der Entstehungsgeschichte rund um die Moonshiner über die Ären von Richard Petty und Dale Earnhardt bis hin zur aktuellen Zeit findet hier jede wichtige Story ihren Platz. Zudem runden Erklärungen, wertvolle Reisetipps und persönliche Anekdoten aus seinem „NASCAR-Leben“ das Werk ab.
Wer sich jetzt fragt: „Was sind eigentlich Moonshiner?“ oder „Wer ist Richard Petty?“, der sollte unbedingt in diesem „deutschen Lexikon der NASCAR“ schmökern, um die Hintergründe kennenzulernen.
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Dokuserie: NASCAR Full Speed

Um einen Einblick in die heutige NASCAR zu bekommen, ist NASCAR: Full Speed ein guter Start. Die Dokuserie auf Netflix ist das Äquivalent zur Formel-1-Erfolgsserie Drive to Survive nur halt für die NASCAR.
Die Doku befasst sich hauptsächlich mit den Fahrern hinter den Startnummern und ist ideal, um die Gesichter im Cockpit und deren Privatleben kennenzulernen. Vor allem werden hier der Druck in den Playoffs und das Rennen um den Titel beleuchtet.
Dabei begleitet der Zuschauer Fahrer wie Ryan Blaney oder Christopher Bell auch abseits der Rennen und man erlebt ihren Alltag als Stars in der härtesten Stock-Car-Liga der Welt. Hier werten Interviews das reale Geschehen auf, ohne es zu überdramatisieren.
Verfügbar ist die Serie auf Netflix und umfasst insgesamt zwei Staffeln mit jeweils fünf Folgen über den Titelkampf 2023 und 2024.
Dauer pro Folge: ca. 40 bis 50 min
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Doku: Blink of an Eye

Blink of an Eye bietet allen Fans von Dale Earnhardt und Michael Waltrip beste Unterhaltung mit enormer emotionaler Tiefe. Der Film zeichnet die schwierige Karriere von Michael Waltrip nach. Er stand lange Zeit im Schatten seines erfolgreichen Bruders Darrell und musste eine Serie von 462 Rennen ohne Sieg durchleben.
Die Wende kommt, als er für Dale Earnhardt, Inc. fährt. Doch der absolute Höhepunkt wird zur Tragödie: Waltrip gewinnt 2001 endlich sein erstes Daytona 500, verliert aber im selben Moment seinen Teamchef und engen Freund, Dale Earnhardt Sr. durch dessen tödlichen Unfall in der letzten Runde.
In dieser Doku zeigt sich Waltrip von seiner verletzlichsten Seite. Man erfährt viel über seine enge Bindung zur Earnhardt-Familie, seinen steinigen Aufstieg in der NASCAR und vor allem seinen Umgang mit dem Verlust eines engen Freundes.
Dauer: 1 h 28 min
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Dokuserie: Earnhardt

Wer sich nach Blink of an Eye noch intensiver mit Dale Earnhardt Sr. und dem Leben der Earnhardt-Familie beschäftigen möchte, sollte sich unbedingt das Amazon Prime Exclusive Earnhardt anschauen.
Die vierteilige Dokumentation erzählt die Geschichte der NASCAR-Legende sehr umfangreich. Angefangen bei seinen wilden Anfangsjahren als „Ironhead“ und dem kometenhaften Aufstieg zum Champion bereits in seiner zweiten Saison, beleuchtet die Serie auch die entscheidende Partnerschaft mit Teamchef Richard Childress.
Der Zuschauer erlebt die Transformation zum rücksichtslosen „Intimidator“, die Jagd nach Richard Pettys Rekord von sieben Winston-Cup-Titeln und den wachsenden familiären Druck, als die eigenen Kinder – allen voran Dale Jr. – in seine gewaltigen Fußstapfen treten. Das emotionale Finale bildet das schicksalhafte Daytona 500 von 2001, ein Rennen, das als tragischer Wendepunkt die Familie und den gesamten Sport für immer veränderte.
Dauer pro Folge: 59 min bis 1 h 11 min
Dokuserie: Race: Bubba Wallace

Neben NASCAR: Full Speed ist auch Race: Bubba Wallace eine Dokuserie auf Netflix. Das sechsteilige Porträt begleitet Wallace in seiner ersten Saison mit 23XI Racing – mitten in der Pandemie, politischen Spannungen und der öffentlichen Debatte um Rassismus in den USA.
Die Serie zeigt, wie Wallace als einziger afroamerikanischer Vollzeitfahrer im Cup nicht nur mit sportlichem Druck, neuen Erwartungen und Sponsoren umgeht, sondern zugleich zu einer der lautesten Stimmen für Veränderung innerhalb der NASCAR wird. Dabei werden auch heikle Themen wie sein Aufruf zum Verbot der Konföderiertenflagge und die gemischten Reaktionen im Fahrerlager nicht ausgespart.
Parallel dazu wirft die Serie einen sehr persönlichen Blick hinter die Fassade des Profisportlers. Wallace spricht offen über mentale Gesundheit, Zweifel sowie Depressionen und zeigt, wie sich diese Phasen mit den Rückschlägen auf der Strecke überlagern.
Dauer pro Folge: 44 bis 50 min
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Doku: Unrivaled: Earnhardt vs. Gordon

„Unrivaled: Earnhardt vs. Gordon“ ist genau das Richtige für Freunde der 90er sowie Fans von Jeff Gordon und Dale Earnhardt Sr. Die Dokumentation beleuchtet die epische Rivalität zwischen Earnhardt Sr., dem rauen Südstaaten-„Good Ole Boy“, und Jeff Gordon, dem polierten „Wonderboy“ aus Kalifornien, in den 1990er-Jahren. Es geht um harte Duelle auf der Rennstrecke, polarisierenden Hype und Meilensteine wie Gordons Daytona-Sieg 1997 und Earnhardts Revanche 1998.
Der Film zeigt eindrucksvoll, wie diese Rivalität den Motorsport-Boom der 90er Jahre antrieb: volle Tribünen mit über 100.000 Fans, ein riesiges Medienecho und den Übergang vom Old-School-Stil zu modernem Marketing. Trotz der Härte auf der Strecke entstand zwischen Gordon und dem „Intimidator“ ein tiefer Respekt, der den Sport maßgeblich prägte und auch Gordons Verhältnis zu Earnhardts Tod im Jahr 2001 in einen neuen Kontext setzt.
Dauer: 50 min
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Doku: American Thunder: NASCAR to Le Mans

Auch für die Gegenwart gibt es Beiträge, die sich mit der jüngsten Vergangenheit der NASCAR beschäftigen. Ein absolutes Highlight ist die Dokumentation über das Garage-56-Projekt. Dabei handelte es sich um den Einsatz eines stark modifizierten Chevrolet Camaro bei den legendären 24 Stunden von Le Mans.
Die Dokumentation beleuchtet, wie der Kindheitstraum von NASCAR-Geschäftsführer Jim France in Erfüllung geht: Mit einem US-Boliden gegen futuristische Prototypen anzutreten. Für die Umsetzung hat France das Top-Team Hendrick Motorsports rekrutiert. Die Doku „American Thunder: NASCAR to Le Mans” begleitet diese 18-monatige Reise, in der ein Auto, das eigentlich für dreistündige Ovalrennen konzipiert ist, so modifiziert wird, dass es den härtesten 24-Stunden-Test der Welt auf einem Rundkurs übersteht.
Der Film zeigt das aus Amerika entsandte Team und den Renneinsatz mit absoluter Star-Besetzung. DTM-Meister Mike Rockenfeller, Formel-1-Weltmeister Jenson Button und Rekord-Champion Jimmie Johnson pilotierten das „American Muscle“ durch Frankreich. Produziert wurde die Dokuserie unter anderem von Jeff Gordon.
Dauer: 1 h 37 min
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Kurzdoku: So Damn Close: NASCAR’s Insane Photo Finish

Zurück in den USA schreibt auch die NASCAR Cup Series Geschichte. 2024 sorgten Daniel Suarez, Ryan Blaney und Kyle Busch auf dem Atlanta Motor Speedway für einen Moment der Ewigkeit, als sie mit 0,003 Sekunden Differenz den knappsten Zieleinlauf der gesamten NASCAR-Historie lieferten.
In einer sehenswerten Kurzdoku von NASCAR Studios und FOX lassen die drei Fahrer gemeinsam mit ihren Crew Chiefs das Geschehen in einem Kinosaal Revue passieren. Während das Rennen filmisch aufgearbeitet wird, diskutieren die Protagonisten ihre Sichtweisen und analysieren dieses historische 3-Wide-Finish Sekunde für Sekunde.
Dauer: 44 min
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Dokuserie: RISING

Die Stars von morgen der NASCAR Cup Series können in der Dokuserie RISING kennengelernt werden. Die neue Reihe der Macher von NASCAR Full Speed ist kostenlos auf YouTube verfügbar und rückt die nächste Generation der Young Guns in den Fokus. Dabei werden Carson Hocevar (Cup Series), Jesse Love (Xfinity Series) und Rajah Caruth (Truck Series) eine Saison lang begleitet. Die Serie blickt hinter die Kulissen und zeigt ungeschönt den enormen Druck, die Opfer und die Identitätssuche dieser jungen Talente, die sich auf und abseits der Strecke noch beweisen müssen.
Dauer pro Folge: 44 bis 45 min
Buch: Racing to the Finish

Das Buch „Racing to the Finish“ von Dale Earnhardt Jr. ist etwas Besonderes, denn es macht auf die gesundheitlichen Aspekte des Sports aufmerksam. In diesem Werk beschreibt Earnhardt Jr. seinen Kampf mit Gehirnerschütterungen von 2012 bis 2017 und schildert, wie scheinbar „kleinere“ Unfälle immer stärkere Symptome wie Sehprobleme, Schwindel, Konzentrationsstörungen und emotionale Belastung auslösten. Aus Angst um seinen Platz im Cockpit verheimlichte er diese zunächst.
Ein zentraler Schritt von ihm ist, dass er seine Beschwerden systematisch dokumentiert, sich in eine spezialisierte Behandlung begibt und dadurch überhaupt versteht, was in seinem Kopf passiert. Gleichzeitig ist es eine sehr persönliche Geschichte über Identität, Verletzlichkeit und die Frage, wer er ohne das Fahren als „Dale Jr.“ ist. Er beschreibt, wie die Verletzung seine Beziehungen, sein Selbstbild als Earnhardt-Erbe und sein Verhältnis zu Fans, Team und Familie veränderte, und richtet damit eine Mahnung an andere Athleten, Symptome ernst zu nehmen und nicht „durch den Schmerz hindurch“ weiterzumachen.
Hier gehts zu: Racing to the Finish
Film: The Last American Hero

Wen die Geschichte der Moonshiner und Urväter der NASCAR interessiert, der sollte sich The Last American Hero (deutscher Titel: Der letzte Held Amerikas) anschauen. Der Film erzählt von Junior Jackson (Jeff Bridges), der nach der Verhaftung seines Vaters zum Ernährer der Familie wird. Um schnell an Geld zu kommen, nimmt er an einem Demolition Derby teil, steigt aber dank seines Talents bald auf Stockcar-Rennen um. Da der Rennsport teuer ist und er sein eigenes Auto sowie seine Crew – bestehend aus seinem Bruder und Freunden – finanzieren muss, transportiert er nachts illegalen Alkohol (Moonshine).
Junior kämpft dabei an mehreren Fronten: Er muss sich gegen die Verlockungen und Zwänge großer Rennstallbesitzer wie Burton Colt wehren, deren Verträge ihn zwingen würden, seine Freunde aufzugeben. Zudem führt er eine komplizierte Beziehung zu Marge (Valerie Perrine), die zwar Sympathien für ihn hegt, sich aber auch zu seinem Rivalen Kyle Kingman hingezogen fühlt.
Der Film basiert direkt auf der wahren Geschichte der NASCAR-Legende Junior Johnson, dessen Bootlegger-Fähigkeiten das Fundament für seine Cup-Karriere bildeten, sowie auf einem Essay von Tom Wolfe. Er zeigt authentisch die NASCAR-Wurzeln mit Dirt-Tracks, selbstgebauten Autos und dem Übergang zu den Profi-Teams.
Dauer: 1 h 35 min
Wo kann ich The Last American Hero schauen?
Film: Greased Lightning
Eine weitere Geschichte aus den Ursprungszeiten der NASCAR erzählt der Film Greased Lightning mit Richard Pryor als Wendell Scott. Er zeigt den Aufstieg des ersten afroamerikanischen NASCAR-Fahrers: Nach dem Zweiten Weltkrieg versucht er sich eine Existenz aufzubauen, finanziert seinen Traum von einer eigenen Werkstatt jedoch durch illegalen Alkoholschmuggel.
Seine Rennkarriere beginnt schließlich unfreiwillig als Deal mit einem Streckenbesitzer, um einer Haftstrafe zu entgehen. Er kämpft auf lokalen Dirt-Tracks gegen massiven Rassismus und Sabotage durch Konkurrenten, findet aber auch Verbündete wie den Mechaniker Hutch.
Der Film beleuchtet seinen Weg in die Grand National Series auf Strecken wie Talladega und zeigt, wie er sich trotz Benachteiligung durch Offizielle (wie aberkannten Siegen durch angebliche „Zählfehler“) bis zum Triumph durchbeißt.
Dauer: 1 h 36 min
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Buch: Fahrerbiografien
Für alle, die sich für Geschichten aus der NASCAR aus erster Hand interessieren, sind Fahrerbiografien und Autobiografien genau das Richtige. Es gibt genug davon, beispielsweise „DW: A Lifetime Going Around in Circles“, in dem Darrell Waltrip seinen Weg vom Go-Kart-Fahrer zu drei Cup-Titeln beschreibt. Der Fokus liegt dabei auf seinen Rivalitäten und seinem erlösenden Sieg beim Daytona 500 im Jahr 1989, nach 17 vergeblichen Anläufen.
Jeff Gordon erzählt in „Racing Back to the Front“ von seinem Aufstieg als „Wonderboy“ – vom Kartsport hin zu vier Titeln und der legendären Rivalität mit Earnhardt Sr. Jimmie Johnson widmet sich in „One More Lap“ seinen sieben Titeln, den Offroad-Wurzeln und der Ära seiner Dominanz gemeinsam mit Chad Knaus. Außerdem gibt es seine Biographie „Jeff Gordon: His Dream, Drive & Destiny“.
Dale Earnhardt Jr. reflektiert in „Driver #8” den enormen Druck, das Erbe von Dale Sr. anzutreten, sowie den allgegenwärtigen Medienhype.
Wichtige Ergänzungen sind Tim Richmonds Biografie „Tim Richmond: The Fast Life“, in der sein wilder Lebensstil und sein früher AIDS-Tod thematisiert werden, sowie Bobby Allisons „Miracle“, in dem die „Alabama Gang“ und das Familiendrama um Sohn Davey beleuchtet werden. Ebenfalls empfehlenswert sind Richard Pettys Memoiren mit dem Titel „King Richard I: The Autobiography of America’s Greatest Auto Racer“. In diesem Buch blickt er auf seine 200 Siege und seine Ära im Stock-Car-Sport zurück.
YouTube-Kanäle: Empfehlenswerte Kurzfilme
Wer soziale Medien bevorzugt und sich gerne kurze Dokus auf YouTube anschaut, wird hier fündig: Eric Estepp liefert präzise Analysen zu Rennstrategien, News und Tech-Details. Seine 10- bis 20-minütigen Videos sind ideal für schnelle Einblicke in das aktuelle NASCAR-Geschehen. S1apSh0es bietet sowohl Erklärungen zu aktuellen Themen als auch Videos über die Historie der NASCAR, wobei er besonders gerne kuriose Geschichten von früher aufarbeitet. Elly Productions produziert tiefgehende Mini-Dokus zu vergessenen Momenten, historischen Rivalitäten und kompletten Saisonverläufen.
Hier gehts zu: Elly Productions
Podcasts: Denny Hamlin, Dale Earnhardt Jr. und Kevin Harvick
Für Leute, die lieber etwas auf die Ohren bekommen wollen, sind die Podcasts in der NASCAR-Szene absolut empfehlenswert.
Da wäre zum Beispiel Denny Hamlin mit seinem Format Actions Detrimental. Hier liefert er direkt nach dem Rennwochenende seine Sichtweise auf die Läufe, schildert ungefiltert seine Meinung und diskutiert mit seinen Kollegen das aktuelle Geschehen in der NASCAR. Teilweise lädt er auch Gäste wie Kyle Busch ein.
Ein weiterer Top-Podcast, der ebenfalls von Dirty Mo Media produziert wird, ist der Dale Jr. Download. Dale Earnhardt Jr. bespricht hier seine aktuellsten Meinungen zu Rennen, News und Ereignissen. Ähnliches macht der ehemalige NASCAR-Champion Kevin Harvick in seinem Format Kevin Harvick’s Happy Hour, wo er zusätzlich immer wieder spannende Interviews führt.
Zudem können wir euch nur empfehlen, mal in unseren eigenen Podcast „Stay on the Leadlap“ reinzuhören. Alle aufgezählten Formate gibt es auf YouTube, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.
Hier gehts zu: Actions Detrimental with Denny Hamlin
Hier gehts zu: Dale Earnhardt Jr.’s Dirty Mo Media
Hier gehts zu: Kevin Harvick’s Happy Hour
Rewatch von Retro-Rennen

Sollte das noch nicht ausreichen, gibt es weitere Möglichkeiten. Auf dem offiziellen YouTube-Kanal der NASCAR sind viele historische Rennen in voller Länge zu finden. In diesen Rennen lassen sich Momente wiederfinden, die vielen vielleicht bisher nur aus kurzen Clips bekannt sind.
Das Besondere dabei ist: Erst wenn das gesamte Rennen gesehen wurde, wird der Kontext berühmter Szenen wirklich verstanden und die Emotionen können viel besser nachempfunden werden. Konkrete Empfehlungen wären unter anderem:
Daytona 500 (1998): Dale Earnhardts lang ersehnter erster Sieg beim „Great American Race”.
Martinsville 2015: Das Herbstrennen, in dem Matt Kenseth es Joey Logano heimzahlte und Jeff Gordon seinen letzten Sieg holte.
Daytona 500 (1979): das legendäre Duell zwischen Cale Yarborough und Donnie Allison, das in einem wilden Faustkampf endete.
Hier geht’s zur Playlist der Retro-Rennen
Autor(en)
Eriks Begeisterung für den Motorsport entfaltete sich frühzeitig, als er gemeinsam mit seinem Vater den Sachsenring besuchte. Das dort stattfindende ADAC GT Masters war ein prägendes Erlebnis für ihn. 2017 entdeckte er durch Zufall NASCAR im Fernsehen und schaute gemeinsam mit seinem Vater, einem großen Fan, die Rennen. Schon als Simracer kommentierte er virtuelle Ligen für Abgefahren Community und Virtual Racing. So kam er in Kontakt mit der Welt der Kommentatoren. Im Laufe seines Lebens besuchte er zahlreiche Live-Events. Sein Interesse gilt nicht nur den Rennen selbst, sondern auch dem Geschehen im Fahrerlager. Um seine Leidenschaft weiter auszubauen, entschied er sich, bei Leadlap.de als Hobbyredakteur und Podcaster seine nächsten Schritte in der Medienwelt zu machen.






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