Mit Ella Kremer in die Zukunft: Neue Beifahrerin für DRM-Meister Marijan Griebel
DRM-Meister Marijan Griebel versucht mit Ella Kremer als neue Beifahrerin den Titel zu verteidigen – Sein ehemaliger Beifahrer Tobias Braun verließ das Team, um sich auf seinen Beruf zu fokussieren
Der Deutsche Rallye-Meister Marijan Griebel tut sich mit Ella Kremer zusammen, um seinen Titel in der Deutschen Rallyemeisterschaft (DRM) zu verteidigen. Tobias Braun legt eine Pause vom professionellen Rallyesport ein.
“41 gemeinsame Rallyes, 16 Gesamtsiege und zwei deutsche Meistertitel.” So beginnt der aktuelle deutsche Rallyemeister seinen Instagram-Post, in dem er die Trennung von Braun bekannt gibt.
Erfolgsduo Braun und Griebel
Die Zusammenarbeit von Griebel und Braun ist eine Erfolgsgeschichte. Die beiden bildeten ein eingespieltes Team, wie es sich für die zwei Rallyemeister gehört. So berichtet Braun gegenüber www.rheinpfalz.de: “Es gab noch nie Krach, wir sind in allen Belangen ein eingespieltes Team. Jeder weiß, wo er hingreifen muss, und beide sind bereit, sich gegenseitig zu unterstützen.“
Ihre erste gemeinsame Rallye bestritten die beiden Motorsportler 2018 bei der 16. Rally Legend Myth. Mit einem Peugeot 208 T16 absolvierten sie als Vorausfahrzeug die Wertungsprüfungen in San Marino.
Braun war vor Griebel lange Zeit mit Pole-Promotion-Besitzer Dennis Rostek und Fabian Kreim unterwegs. Nachdem sich Griebels Beifahrer Alexander Rath 2021 aus dem Rallyesport zurückzog, musste Griebel einen neuen Beifahrer finden und wählte nach einer schweren Entscheidungsfindung Braun.
Nach zwei gemeinsamen Titeln und der Ehrung durch den ADAC Pfalz für die erfolgreiche Titelverteidigung zieht sich Braun nun aus dem Rallyesport zurück.
Griebel schreibt auf seinem Instagram-Account: „Ich bedauere, aber respektiere natürlich deinen Wunsch, eine Pause vom aktiven Rallyesport einzulegen. Die Begründung, dich voll und ganz deinen neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen und die Sorge, den Job auf dem heißen Sitz nicht mehr mit der gewohnten Professionalität erledigen zu können, passt zu dir und deiner immer tollen Einstellung.”
Ella Kremer übernimmt den Platz
Diesen heißen Sitz übernimmt nun Kremer. Die 25-jährige Beifahrerin aus Mecklenburg-Vorpommern hat bereits viel Erfahrung gesammelt. Sie ging erstmals 2016 bei der ADAC Welfen Winter-Rallye mit Coralie Schneider an den Start. Im gleichen Jahr feierte sie ihr WRC-Debüt mit einem Opel Adam in der RC4-Kategorie. Am Steuer des Opel war damals schon Griebel.
Neben dem Rennsport hat sie eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau sowie ein BWL-Studium erfolgreich abgeschlossen. Sie ist im Familienunternehmen für Vertrieb und Marketing zuständig.
Rallye-Familie Kremer
2020 startete sie zum ersten Mal mit ihrem Vater Armin Kremer bei der Rallye Sardinien. Bei diesem WM-Lauf hatte ihr Vater keinen Beifahrer und probierte es mit seiner Tochter. Es passte auf Anhieb, ab diesem Zeitpunkt fuhren die beiden regelmäßig zusammen und holten sich mit einem Skoda Rallye 2 den Gesamtsieg im WRC Masters Cup.
Armin Kremer sicherte sich 2001 den Europameistertitel und ist dreimaliger Deutscher Rallyemeister (1996, 1998, 1999).
Die Familie Kremer blickt auf eine lange Rallyehistorie zurück: Neben ihrem Vater fuhren auch ihre Großeltern Arvid und Regine Kremer in der DDR mit einem Lada und holten einen Gesamtsieg bei der Schweriner-Seen-Rallye.
Ein neues Duo für 2025
Der Europameister von 2001 zieht sich langsam aus dem Rallyesport zurück und wird immer seltener im Rennauto sitzen. Seine Tochter wechselt deshalb nun zu Pole Promotion und Griebel.
Dieser war vom Einsatz 2016 mit Kremer so überzeugt, dass er nun guten Gewissens eine ganze Saison mit ihr in der DRM bestreiten will. Er freut sich und ist überzeugt, mit Kremer eine Beifahrerin gefunden zu haben, mit der sie als Team gute Ergebnisse einfahren können.
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.





