Nach der Krise: Warum die V8 Oval Series in Venray plötzlich wieder boomt
Die V8 Oval Series am Raceway Venray erlebt einen starken Aufschwung – Rennleiter Maik Barten erklärt die Gründe für das Wachstum und die volleren Starterfelder
Die V8 Oval Series ist wieder im Aufschwung, das belegen die Teilnehmerzahlen der Late-Model-Meisterschaft auf dem Raceway Venray. 22 Fahrer wurden im Jahr 2025 gewertet, mindestens zwölf davon können als Vollzeitpiloten angesehen werden. Der Trend zeigte zum Jahresende klar nach oben, beim Finale waren 15 Autos am Start.
Das ist zwar noch nicht die Schlagkraft der Serie wie vor der Coronavirus-Pandemie, als in der Blüte der V8 Oval Series teilweise über 20 Fahrzeuge auf der halben Meile von Venray unterwegs waren. Dennoch scheinen die Zeiten, in denen gerade einmal knapp über zehn Fahrer auf der Strecke unterwegs waren, vorbei.

Doch warum ist das so? Darüber hat Leadlap.de mit Rennleiter Maik Barten gesprochen, der selbst früher ins Lenkrad eines V8-Late-Models gegriffen hat und sogar Erfahrung aus der NASCAR Euro Series mitbringt. Mit Leidenschaft leitet er die Geschicke der Serie, die auf dem Raceway Venray in den Niederlanden beheimatet ist.
„Mein Highlight im Jahr 2025 war die Tatsache, dass die V8 Oval Series wieder ein signifikantes Wachstum hingelegt hat. Wir haben in diesem Jahr viele neue Fahrer gesehen und mit 22 Piloten haben wir etwas erreicht, worauf wir sehr stolz sein können. Für 2026 sieht es sogar noch besser aus, denn es gibt wieder einige neue Fahrer, die bereit für ihr Debüt sind. Das ist großartig“, so Barten.
Die Rennen in der Saison 2025 hatten es in sich, große Unfälle waren trotz der intensiven Zweikämpfe die Seltenheit. In einem Hobbysport ist es wichtig, diese zu verhindern, damit die Kosten nicht explodieren. „Respekt, klare Regeln und Sportsgeist“, sind für Barten die drei wichtigsten Zutaten für den Erfolg.

„Wir sehen, dass die Fahrer immer mehr Respekt voreinander haben. Deshalb sehen wir schöne Kämpfe auf der Strecke“, so der KNAF-Rennleiter weiter. „Es gibt klare Regeln, die strikt kontrolliert werden. Zudem starten die besten Fahrer von hinten, weshalb Spannung garantiert ist und wir manchmal Überraschungssieger sehen.“
Doch die V8 Oval Series kriselte auch einmal, als die Fahrer wegblieben und kaum Autos auf der Strecke zu sehen waren. Barten sieht Gründe, warum die Kehrtwende geschafft wurde: „Wir haben viel Energie hineingesteckt, um Klarheit für die Teams und Fahrer zu schaffen – es gab keine Unruhen und Unklarheiten“, stellt Barten klar.

„Zudem sind wir, auch dank der Partnerschaft mit der KNAF, über die Jahre professioneller geworden“, erklärt der Niederländer. „Das resultiert in neue Fahrer, und auch etablierte Fahrer bleiben der Serie treu. Es gibt jetzt Piloten, die viele Jahre in der offiziellen niederländischen Meisterschaft starten.“
Stillstand wäre jedoch Rückschritt, weshalb die Arbeit hinter den Kulissen weitergeht, um das Wachstum auch für 2026 sicherzustellen. Barten teilt mit seinem Team eine klare Vision: „Wir haben jetzt alle Teams und Fahrer über ihre Meinung zu den Regeln für 2026 befragt“, so Barten. „Jeder konnte seine Ideen einbringen. Diese übersetzen wir jetzt, und sie könnten in das neue Reglement aufgenommen werden, das voraussichtlich im Januar von der KNAF herausgegeben wird.“

Das bedeutet also, dass die Fahrer in der V8 Oval Series selbst mitgestalten können, um die Zukunft der Meisterschaft zu beeinflussen. „Jeder kann seine Meinung über jedes Kapitel in den Regeln abgeben“, erklärt Barten. „Wir glauben, dass es sehr wichtig ist, dass die Regeln von einem Großteil der Fahrer und Teams unterstützt werden.“
Zusammenarbeit statt Diktate von oben ist also der Weg, den die V8 Oval Series geht. „Das Ergebnis ist, dass es Unterstützung für die Regeln gibt, und wir arbeiten alle gemeinsam daran, die V8 Oval Series besser zu machen. Wir als Organisation freuen uns schon auf die neue Saison mit engen Kämpfen in der V8 Oval Series, die am 6. April auf dem Raceway Venray beginnt. Schaut vorbei“, schließt Barten ab.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.