Palou-Dominanz sorgt für Frust: „Jedes Mal, wenn ich auf dem Podium stehe, gewinnt er“

Palou-Dominanz sorgt für Frust: „Jedes Mal, wenn ich auf dem Podium stehe, gewinnt er“
Foto: Penske Entertainment: Chris Owens

Alex Palou dominierte den IndyCar-Saisonauftakt 2026 in St. Petersburg – Seine Konkurrenz verzweifelt, zollt ihm aber gleichzeitig Respekt

Alex Palou bleibt in der IndyCar-Serie das Maß aller Dinge und treibt die Konkurrenz damit langsam, aber sicher in die Verzweiflung. Beim Saisonauftakt 2026 in St. Petersburg ließ der Spanier das Feld erneut hinter sich und degradierte seine Verfolger zu Statisten. Während die geschlagenen Gegner zwar ihren eigenen Speed lobten, bleibt am Ende die bittere Erkenntnis: An Palou führt derzeit kein Weg vorbei.

Christian Lundgaard, der in seinem McLaren-Boliden immerhin mit Platz drei auf das Podium stieg, machte aus seinem Frust kein Geheimnis. Zwar lächelte der Däne bei seinem Statement, doch der Kern der Aussage saß tief.

„Ja, jedes Mal, wenn ich auf dem Podium stehe, als Zweiter oder Dritter, ist er Erster. Das ist ziemlich nervig“, bilanziert Lundgaard trocken. Die Konstanz, mit der der Ganassi-Pilot seine Siege einfährt, scheint eine psychologische Hürde für den Rest des Feldes zu werden.

Auch Scott McLaughlin, der für das Team Penske auf Rang zwei wichtige Punkte sammelte, musste anerkennen, dass Palou und seine Crew am Kommandostand erneut die richtigen Knöpfe gedrückt haben.

„Die Sache mit Alex Palou? Schau, er macht einfach einen großartigen Job und hat sich in die richtige Position gebracht“, so der Neuseeländer. Der entscheidende Hebel für den Erfolg lag laut McLaughlin in der Reifenwahl zu Beginn des Rennens.

Während Penske auf die härteren Blacks setzte, wählte die Ganassi-Mannschaft die weicheren Reds für den Start. McLaughlin räumte ein, dass dies im direkten Vergleich die überlegene Strategie war.

„Ich denke, sie waren heute mit dem Reifen auf der richtigen Strategie, und das ist eine Entscheidung, die sie im Vergleich zu uns getroffen haben, aber ich fand, wir haben reichlich Speed gezeigt.“

Dass Palou brandgefährlich werden würde, ahnte der Penske-Pilot bereits in der Frühphase: „Ich wusste schon, als er im ersten Stint Dritter war – da dachte ich mir: ‚Okay, er wird wahrscheinlich derjenige sein, den es über das ganze Rennen zu schlagen gilt, und am Ende war er es auch.’“

Auf die Frage, wie Palou diesen massiven Vorsprung herausfahren konnte, verwies McLaughlin auf die Reifen-Dynamik: „Er nutzt den Speed des Autos und verschafft sich Track Position. Offensichtlich war es heute wohl die richtige Entscheidung, auf den roten Reifen zu starten, aber das wussten wir vorher nicht.“

„Es war irgendwie unser Bauchgefühl und der Weg, den wir gehen wollten, also haben wir uns für die schwarzen Reifen entschieden. Auf denen hatten wir nicht die Pace, er hingegen schon.“

Im Ziel trennten Palou und McLaughlin über zwölf Sekunden – eine Welt in der sonst so engen IndyCar-Serie. Doch McLaughlin schickte trotz des Abstands eine kleine Kampfansage hinterher.

„Ja, er hat mit zwölf Sekunden gewonnen oder was auch immer, aber ich denke, ich hätte diese Lücke ziemlich gut verkleinern können, so wie mein Auto lag.“ Am Ende bleibt jedoch nur die Statistik: Palou gewinnt, der Rest analysiert.

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
Facebook
X (Twitter)
YouTube
Instagram