Radlos beim IndyCar-Rennen in Detroit: Team RLL kämpft mit technischen Problemen
Ein Aufhängungsschaden beim IndyCar-Rennen in Detroit sorgte für einen harten Einschlag von Louis Foster – Alle Autos von Team RLL hatten an diesem Wochenende technische Probleme
Einer der einprägsamsten Momente des IndyCar-Rennens in Detroit war der Crash zwischen dem Team-Rahal-Letterman-Lenigan-Piloten Louis Foster und Felix Rosenqvist. Fosters rechte vordere Aufhängung brach an der schnellsten Stelle der Strecke und der Pilot der Nummer 45 rutschte mit hoher Geschwindigkeit in den Reifenstapel der Auslaufzone in Kurve drei, war aber vorher mit dem Schweden kollidiert. Foster war der einzige Fahrer des Teams, der noch eine Chance auf eine gute Platzierung hatte, nachdem beide Schwester Autos vor ihm mit technischen Problemen zu kämpfen hatten.
“Wir hatten ein richtig gutes Rennen, wir waren stark”, sagte Foster. “Aber sowas habe ich noch nie erlebt. Die Jungs von RLL haben das ganze Wochenende einen tollen Job gemacht. Ich habe keine Ahnung, wie so etwas überhaupt passieren kann. Die Strecke ist wahnsinnig holprig. Ich versuche immer noch zu begreifen, was da genau passiert ist. Es ist echt enttäuschend.”
Noch vor dem Zwischenfall der #45 geriet sein Teamkollege Devlin DeFrancesco’s mit der Startnummer 30 in technische Probleme. Der Kanadier startete von Startplatz 23 aus und kam auf demselben Rang ins Ziel. Eine Komplikation mit dem rechten Hinterrads verhinderte ein besseres Ergebnis – er komplettierte nur 83 Runden. Das Team kündigte an, die Ursache nach der Rückkehr in die Werkstatt genauer zu untersuchen.
Der Pilot der 30 zeigte sich nach dem Rennen frustriert. “Es war ein sehr interessanter Tag”, so DeFrancesco. “Es ist einfach nur enttäuschend. Wir hatten ein Problem mit dem rechten Hinterrad, insgesamt war es ein schwieriger Tag. Jetzt schauen wir nach vorn.”
Verkantete Radmutter kostet Rahal wichtige Zeit
Auch Graham Rahal in der #15 blieb nicht verschont. Der Amerikaner verlor insgesamt drei Runden durch Reparaturarbeiten und kam nur drei Plätze vor DeFrancesco mit seinem Honda ins Ziel.
Dabei hatte das Rennen zunächst vielversprechend begonnen: Von Platz elf gestartet, lag Rahal bereits in Runde 13 auf Rang drei. Durch eine frühe Gelbphase rückte er in Runde 15 auf die zweite Position vor und behauptete sich dort 17 Runden lang, bevor er in Runde 32 zum ersten Boxenstopp kam. Kurz nach seiner Rückkehr auf die Strecke meldete er per Funk ein Problem mit dem rechten Hinterrad. Das Team holte ihn erneut an die Box – die Radmutter hatte sich beim vorigen Stopp nicht richtig angezogen und verkantet, was wertvolle Minuten kostete. Rahal fiel mehrere Runden zurück und beendete das Rennen auf Platz 20.
“Es ist wirklich bitter, dass ein potenziell starker Tag so zunichte gemacht wurde”, sagte Rahal. „Dasselbe ist mir schon im Warm-up passiert – da stellt sich natürlich die Frage nach der Ursache. Ich bin einfach extrem enttäuscht, gerade wegen des möglichen Ergebnisses. Wer weiß, wo wir am Ende gelandet wären, aber wir hatten definitiv das Tempo. Das Auto war heute absolut konkurrenzfähig. Zu sagen, dass ich enttäuscht bin, wäre untertrieben.”
Für das Team Rahal Letterman Lanigan Racing endete das Rennwochenende in Detroit damit tief unter den eigenen Erwartungen. Technische Defekte und bittere Rückschläge machten aus einem vielversprechenden Tag ein Desaster. Nun bleibt dem traditionellen Rennstall nur der Blick nach vorn und die Hoffnung auf weniger Zwischenfälle beim nächsten Lauf auf dem World Wide Technology Raceway am 15. Juni. Das Rennen wird live auf Motorvision+ mit Pete Fink und André Wiegold für den deutschen Kommentar übertragen, Sky sendet den englischen O-Ton.
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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.





