Sprint-Car-Auftakt in Volusia: Macri sichert sich den goldenen Alligator

Sprint-Car-Auftakt in Volusia: Macri sichert sich den goldenen Alligator
Foto: World of Outlaws / Tyler Carr

Anthony Macri sicherte sich in drei Rennen der World of Outlaws Sprint Car Series auf dem Volulsia Speedway den Gesamtsieg – Er holte die meisten Punkte und gewann damit die begehrte Alligator-Trophäe

Die World of Outlaws Sprint Car Series startete ihre Saison im Volusia Speedway Park in Florida mit einer Reihe von drei Rennen unter Flutlicht. Ursprünglich waren vier Läufe angesetzt, doch das Wetter machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Dennoch boten die verbleibenden drei Abende spektakulären Motorsport, bei dem jedes Rennen einen anderen Sieger hervorbrachte.

Somit sicherten sich drei verschiedene Fahrer die begehrte Trophäe in Alligatorform – ein charakteristisches Symbol für den „Sunshine State“, doch nur einer bekam am Ende den großen Check als Gesamtsieger des Events. Die Saisoneröffnung bewies einmal mehr die Ausgeglichenheit und die hohe Leistungsdichte an der Spitze der World of Outlaws Sprint Car Series.

Ende einer Durststrecke

Die Saison startete mit dem ersten Lauf in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Spencer Bayston ging von Startplatz zehn ins Entscheidungsrennen des Abends. Seit August 2023 hatte der aus Lebanon, Indiana, stammende Rennfahrer nicht mehr in der Victory-Lane gestanden.

In Volusia beendete Bayston diese Durststrecke und gewann – nach Schwierigkeiten mit verschiedenen Teams und Unsicherheiten bezüglich seiner Zukunft – das Rennen in der Startnummer 17 für Stenhouse-Marshall Racing.

Um seinem Durchhänger ein Ende zu setzen, kämpfte er sich durch die Top 10. Dabei profitierte er von Kollisionen im Mittelfeld, bis er auf dem vierten Platz hinter Brock Zierfoss in der neongrünen Startnummer 3 lag, dem er wenig später Rang drei abnahm. Nach und nach überholte Bayston sowohl Buddy Kofoid als auch Anthony Macri und übernahm die Führung, sodass er nach 25 Runden als Erster die schwarz-weiß-karierte Flagge sah. Champion David Gravel fiel im ersten Rennen nach einer Kollision vorzeitig aus.

Mit diesem Sieg sicherte sich der Stenhous-Marshall-Racing-Pilot den siebten Erfolg seiner Karriere. Viel wichtiger als die Statistik war es ihm jedoch, den Teambesitzern zu beweisen, dass sie die richtige Wahl getroffen hatten:

„Ich versuche, das alles erst einmal zu realisieren“, sagt Bayston. „Es ist kein Geheimnis, dass mein Karriereweg steinig war und manch einer daran zweifelte, wozu ich fähig bin. Ich denke, dieser Sieg bringt einige Kritiker zum Schweigen, aber vor allem belohnt er dieses Team für alles, was es in den Sport investiert hat.“

„Dass Richard und Jennifer Marshall sowie Ricky Stenhouse Jr. so viel Herzblut in diese Serie stecken und ich nun gemeinsam mit ihnen das Jahr direkt mit einem Sieg beginnen konnte, ist verrückt. Ich war viel zu lange nicht mehr in der Victory-Lane – so lange, dass ich mich kaum noch daran erinnern konnte. Aber gleich am ersten Abend so stark aufzutreten und für alle unsere Partner einen Sieg zu holen, ist einfach großartig.“

Hier geht es zu den Highlights von Rennen 1

Offene Rechung

Nachdem das Donnerstagsrennen aufgrund schlechter Witterungsbedingungen abgesagt worden war, hatte Kofoid, dem der Sieg am Vorabend nur knapp entgangen war, noch eine Rechnung in Volusia offen.

Der 24-Jährige aus Kalifornien startete bereits weit vorn, musste sich jedoch im Überrundungserkehr gegen den starken Gravel behaupten, der im Rückspiegel gefährlich groß geworden war. Gravel ließ über die gesamte zweite Hälfte der Renndistanz nicht locker, doch Kofoid schaffte es immer wieder, den Manövern zu trotzen und schließlich in die Victory-Lane zu fahren.

„Diese Strecke ist hart für die Motoren, die Crew-Chiefs und die Fahrer“, erklärt Kofoid. „Ich habe das Gefühl, dass wir endlich alles zusammengebracht haben und die Dinge für uns laufen, aber das ist erst Tag eins.“

„Es liegt ein langes Jahr vor uns. Natürlich schadet es nicht, mit dem richtigen Fuß aufzustehen, aber es gibt noch eine Menge Strecken, auf denen David, Carson Macedo und alle anderen auf der Tour richtig stark sind – wahrscheinlich einige, auf denen sie deutlich besser sind als ich. Ich muss einfach mein Bestes geben und alles herausholen, um dieses Jahr hoffentlich eine Chance auf den Titel zu haben.“

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Foto: World of Outlaws / Tyler Carr

Alles oder Nichts

Das Finalrennen am Samstag lieferte mit einer roten Flagge und einem Überholmanöver in der allerletzten Runde noch einmal echte Dramatik. In der sechsten Runde überschlug sich Brenham Crouch auf der Start-Ziel-Geraden mehrfach. Der Fahrer der Startnummer 5 hatte nach einer Kollision die Mauer leicht schräg getroffen, woraufhin der Wagen abhob. Crouch konnte das Wrack glücklicherweise aus eigener Kraft verlassen.

Über die letzten Runden des Rennwochenendes war es wieder einmal Gravel, der dem Führenden Macri mächtig Druck machte. Als die weiße Flagge für die letzte Runde fiel, übernahm Gravel in Kurve eins die Führung. Doch Macri ließ sich das nicht gefallen, konterte in Kurve drei und gewann das Rennen.

„Ich habe gesehen, wie die Jungs spät im Rennen die Kurven sehr spitz angefahren haben, um viel Speed mitzunehmen“, analysiert Macri. „Als ich fast mit Chase Dietz kollidiert wäre, wusste ich, dass er [Gravel] mir im Nacken sitzt und versuchen würde, das Rennen zu gewinnen.“

„Den Sieg habe ich mir dann irgendwie noch aus dem Ärmel geschüttelt. Ich konnte die Kurve spitz anfahren und bekam einen richtig guten Lauf auf der Gegengeraden hin. Ich dachte mir: Entweder quetsche ich mich zwischen Chase und die Innenmauer, oder ich verwandle das Ding beim Versuch in Schrott.“

Gravel, der dieses Wochenende mehrfach um den Sieg kämpfte, fuhr trotz einer sehr kompetitiven Leistung ohne Triumph nach Hause und musste sich mit zwei zweiten Plätzen zufrieden geben. Macri sammelte am Ende die meisten Punkte aus den drei Rennen und wurde deshalb zum Meister des traditionsreichen Events gekrönt – samt goldenen Alligator und Preisgeld-Check.

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Nach dem dramatischen Finalrennen kehren die Sprint-Cars am 1. März im Rahmen der „Bike Week Jamboree“ nach Barberville in den Volusia Speedway Park zurück.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

Erik Resch und André Wiegold

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