Steve Phelps legt Amt als NASCAR-Commissioner nieder
Steve Phelps wird Ende Januar als NASCAR-Commissioner zurücktreten – Als Grund nennt er persönliche Angelegenheiten
Steve Phelps wird seine Rolle als NASCAR-Commissioner Ende Januar niederlegen. Der 63-Jährige nennt persönliche Gründe für seinen Abschied, nachdem er seit 2005 für den Verband tätig war.
Nach aktuellem Stand wird es keinen direkten Nachfolger geben. Phelps hatte diese Position erst seit Frühjahr 2025 inne, zuvor agierte er als Präsident der Serie. Seine Aufgaben sollen künftig unter den anderen Führungskräften aufgeteilt werden.
Während seiner Amtszeit war der 63-Jährige eine treibende Kraft, die den Sport durch die Corona-Pandemie manövrierte. Zudem wirkte er maßgeblich an der Einführung des Next-Gen-Autos sowie der Erschließung neuer Strecken mit.
„Als lebenslanger Motorsport-Fan erfüllt es mich mit immensem Stolz, als erster Commissioner gedient zu haben und unseren großartigen Sport in meinen 20 Jahren durch so viele unglaubliche Herausforderungen, Chancen und Premieren geführt zu haben“, erklärte Phelps in seiner Stellungnahme.
Es sei eine Ehre gewesen, die Leidenschaft der Fans und Teams mit dem Enthusiasmus neuer Partner – darunter Medien, Autohersteller und Streckenbetreiber – zu vereinen. Zum Abschied richtete er sich an sein Umfeld.
„Während ich mich neuen Zielen im Sport und anderen Branchen widme, möchte ich den vielen Kollegen, Freunden und besonders den Fans danken, die eine so wichtige und motivierende Rolle in meiner Karriere gespielt haben.“ Seine Wertschätzung für das Vertrauen der Familie France und seinen Platz in der Geschichte der Organisation könne er kaum in Worte fassen.
Veröffentlichte Chats und Abschied
Obwohl keine spezifischen Rücktrittsgründe genannt wurden, geriet der Mann aus Vermont zuletzt wegen veröffentlichter Textnachrichten stark unter Druck. Im Rahmen des Rechtsstreits mit 23XI Racing und Front Row Motorsports gelangten diese an die Öffentlichkeit. Darin bezeichnete er den etablierten Teambesitzer Richard Childress als „Redneck“ (Hinterwäldler) und Idioten.
Dafür kritisierten ihn Childress selbst sowie Johnny Morris, der Geschäftsführer von Bass Pro Shops, scharf. Morris, dessen Firma erhebliche Gelder in die Stockcar-Serie einbringt, hatte sogar in einem öffentlichen Brief indirekt den Rücktritt gefordert.
Geschäftsführer und Vorsitzender der NASCAR Jim France würdigte seinen langjährigen Weggefährten dennoch: „Steve wird für immer als einer der einflussreichsten Anführer der NASCAR in Erinnerung bleiben.“ Seit Jahrzehnten habe er unermüdlich daran gearbeitet, die Fans zu begeistern und eine Vision umzusetzen, die dem Sport einige der größten Momente seiner fast 80-jährigen Geschichte bescherte.
„Es war eine Ehre, an seiner Seite Unmögliches zu erreichen – sei es als erste Sportart, die während der Pandemie zurückkehrte, oder durch die Realisierung des Unvorstellbaren, wie die neuen Rennen im LA Memorial Coliseum und das erste Straßenrennen in Chicago“, so France abschließend. Phelps hinterlasse ein „transformatives Vermächtnis aus Innovation und Zusammenarbeit“.
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.





