Titelkampf am Limit: Denny Hamlin hadert nach Chaos-Rennen mit der Boxencrew
Boxen-Chaos und fehlende Pace im Longrun machten Denny Hamlin beim Chase-Lauf auf dem Charlotte Motor Speedway das Leben schwer – Trotz aller Rückschläge rettete der Joe-Gibbs-Pilot noch einen fünften Rang, verlor im Titelkampf aber wertvolle Punkte auf Kyle Larson
Denny Hamlin hat am Sonntag beim Bank of America 400 auf dem Charlotte Motor Speedway trotz gravierender Pannen bei den Boxenstopps den fünften Platz ins Ziel gerettet. Mit diesem Resultat behauptete der Toyota-Pilot von Joe Gibbs Racing vier Rennen vor Schluss zwar den zweiten Gesamtrang im Cup-Chase, büßte im Duell um seine lang ersehnte erste Meisterschaft jedoch weitere neun Zähler auf Spitzenreiter Kyle Larson ein.
Das Unheil nahm bereits früh im Rennen während der Competition-Caution seinen Lauf, nachdem sich Hamlin innerhalb der ersten 35 Runden von Startplatz 13 zügig in die Top 10 vorgearbeitet hatte. Beim Service blockierte ihn die Crew von Connor Zilisch in dessen Nachbarbox massiv, ehe beim Reifenwechsel ein Teammitglied über die Boxenmauer fiel, um ein davonrollendes Rad einzufangen. Die fällige Strafe wegen eines Sicherheitsverstoßes verbannte die Startnummer 11 an das absolute Ende des Feldes.

„Ich wünschte, wir hätten ein reguläres Qualifying gefahren“, ärgerte sich Hamlin nach der Zieldurchfahrt mit Blick auf die nach dem Metrik-System festgelegte Startaufstellung. „Ich bin mir sicher, dass wir dann eine etwas bessere Boxenauswahl gehabt hätten und nicht neben der Startnummer 88 gestanden hätten. Connor und seine Truppe haben uns das ganze Rennen über beschäftigt. Wir müssen einfach unsere Leistung steigern.“
Trotz des doppelten Rückschlags kämpfte sich der Routinier in einem von Zwischenfällen geprägten ersten Rennsegment wieder bis auf Rang 14 nach vorne. Im zweiten Rennabschnitt drehte Hamlin dann richtig auf: Nach einem beinharten Restart in Runde 123, bei dem er Spitzenreiter Larson kurzerhand aus dem Weg räumte, sicherte er sich als Dritter wichtige Bonuspunkte.
Im Schlussdrittel mischte Hamlin lange im Windschatten der Führenden mit, während sein Teamkollege Chase Briscoe nach einem packenden Duell gegen Christopher Bell den Sieg abstaubte. In den letzten zehn Runden gingen dem Gibbs-Toyota jedoch spürbar die Reserven aus, sodass Ryan Blaney und Josh Berry noch vorbeischlüpften.
„Es lag schlicht am Longrun-Speed, der ist in den letzten rund 15 Runden komplett eingebrochen“, analysierte Hamlin das Finale. „Wir hatten einfach nicht das Tempo auf den langen Distanzen, das wir dringend brauchen. Auf den Shortruns war das Auto in Ordnung, das war absolut ordentlich. Tagsüber bei wärmeren Bedingungen waren wir deutlich besser unterwegs. Sobald es abkühlte und die Strecke schneller wurde, verloren wir unseren Vorteil.“

In der Meisterschaftstabelle beträgt Hamlins Rückstand auf Larson nun 49 Punkte, während die Konkurrenz im Nacken immer bedrohlicher wird. Sein Vorsprung auf Teamkollege Bell ist auf zwei magere Zähler geschmolzen, während der formstarke Briscoe nach zwei Triumphen in Serie bis auf 16 Punkte herangerückt ist.
„Wir müssen die Abläufe sauberer hinbekommen und schlicht schneller werden – all das zusammen“, zog Hamlin ein nüchternes Fazit für die Crunchtime der Saison. „Letztlich geben wir derzeit alles, was wir haben.“ Jedoch zieht es sich durch die Karriere des 45-Jährigen, dass er oder seine Gibbs-Crew in der Post-Season zu fehleranfällig ist. Falsche Strategieentscheidungen, verpatzte Boxenstopps und Fahrfehler sind die Gründe, warum Hamlin Anno 2026 noch immer ohne Titel dasteht.
Die nächste Gelegenheit zur Revanche bietet sich am Wochenende auf dem Phoenix Raceway, wo Hamlin beste Erinnerungen wecken dürfte. Im Vorjahresherbst dominierte er das Rennen in der Wüste von Arizona mit 208 Führungsrunden nach Belieben.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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