World of Outlaws Late Model Series 2026: Drei Tage, drei Sieger zum Saisonauftakt in Volusia

World of Outlaws Late Model Series 2026: Drei Tage, drei Sieger zum Saisonauftakt in Volusia
Foto: World of Outlaws / Emily Schwanke

Sunshine Nationals 2026: Chris Madden, Hudson O’Neal und Tim McCreadie teilten sich die Siege beim Saisonauftakt der World of Outlaws Late Model Series auf dem Volusia Speedway

Das erste Rennwochenende der Dirt-Late-Model-Saison 2026 ist in den Büchern, denn auf dem Volusia Speedway wurden insgesamt drei Renntage ausgefahren. Das Event im Sunshine-State Florida brachte an drei Abenden drei verschiedene Sieger hervor: Chris Madden, Hudson O’Neal und Tim McCreadie sicherten sich die Triumphe.

Madden gewann Eröffnungsrennen am Donnerstagabend

Chris Madden entschied das Eröffnungsrennen der Saison im Rahmen der Sunshine Nationals für sich. Der Routinier feierte damit seinen 40. Karriere-Sieg in der World of Outlaws Late Model Series. Nachdem er bereits im Training und Qualifying das Tempo vorgegeben hatte, dominierte der Pilot der Startnummer 44 auch das Hauptrennen – und gewann ausgerechnet dort, wo er vor über zwei Jahrzehnten seine ersten Erfolge feierte.

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Ganz ohne Drama verlief der Abend jedoch nicht. Es kam zu einer Beinahe-Kollision mit dem überrundeten Tristan Chamberlain, der aufgrund einer defekten Ölpumpe langsam unterwegs war. Zudem musste Madden sich kurz vor Schluss gegen den starken Nick Hoffman verteidigen, der zwischenzeitlich sogar die Nase vorn hatte. Madden konterte jedoch mit einem Crossover-Manöver und erkämpfte sich die Führung zurück.

Kurz bevor Madden die schwarz-weiß-karierte Flagge sah, sorgte ein später Dreher von Jake Timm für ein Green-White-Checkered-Finish. Madden bewahrte jedoch einen kühlen Kopf und rettete den Sieg souverän ins Ziel.

„Ich konnte Nick beim Start überholen und wusste, dass er sehr stark sein würde“, kommentiert der Sieger das Duell der Schlussphase. „Als er an mir vorbeizog, geriet ich extrem ins Untersteuern und konnte nicht mehr die Linie fahren, die ich brauchte. Dann habe ich einfach das Lenkrad festgehalten und Vollgas gegeben.“

Während Hoffman sich mit Platz zwei begnügen musste, komplettierten Brandon Sheppard, Dennis Erb Jr. und Ricky Thornton Jr. die Top 5. Für Madden endet damit eine Durststrecke, die seit seinem bis dato letzten Sieg im Juli vergangenen Jahres anhielt.

Hier geht es zu den Highlights vom Donnerstag.

O’Neal schlägt Erb im Freitagnacht-Duell

Foto: World of Outlaws / Emily Schwanke

Am Freitagabend setzte sich das Team von K&L Rumley Enterprises durch, das einen Start bei den Sunshine Nationals ursprünglich gar nicht auf dem Plan hatte. Erst wenige Tage vor dem Event fiel die Entscheidung zur Teilnahme – eine Wahl, die Hudson O’Neal mit seinem Sieg eindrucksvoll unterstrich.

Nach zwei Erfolgen beim Wild West Shootout in Arizona hatte Teambesitzer Kevin Rumley auf dem Heimweg nach North Carolina einen spontanen Zwischenstopp am Volusia Speedway Park eingelegt, um die Erfolgswelle weiterzureiten. Mit Erfolg: O’Neal sicherte einen Start-Ziel-Sieg am zweiten Abend des Eröffnungswochenendes.

Vom Start weg setzte der Pilot aus Martinsville, Indiana, ein Ausrufezeichen, als er auf der Außenbahn am Pole-Setter Brandon Overton vorbeizog. Während Overton zunächst der engste Verfolger blieb, lauerte Donnerstagssieger Madden dicht dahinter. Seine Hoffnungen auf einen Doppelsieg endeten jedoch vorzeitig, als sein Late-Model in Kurve 4 plötzlich langsamer wurde und damit die erste Gelbphase des Rennens auslöste.

In der Schlussphase wurde es noch einmal dramatisch: Während Overton zurückfiel, griff Tyler Erb den Führenden an. In der letzten Runde setzte Erb in den Kurven 1 und 2 eine harte Attacke auf der Innenbahn und zog auf der Gegengeraden gleichauf. O’Neal behielt auf der Außenbahn jedoch die nötige Geschwindigkeit, um Erb in Kurve 3 wieder abzufangen. Er machte die Tür zu und rettete den Sieg mit einer Wagenlänge Vorsprung über die Ziellinie.

„Ich hätte es in Kurve 1 fast weggeschmissen“, gab O’Neal im Ziel zu. „Ich kam etwas zu weit nach oben, verlor kurz den Grip und die Front kam hoch. Als ich sah, wie Erb aus der zweiten Kurve herausbeschleunigte, dachte ich nur: ‚Oh nein‘. Ich wusste aber, dass ich den besseren Schwung hatte, und versuchte einfach, die Linie zu halten.“ Während Tyler Erb mit Platz zwei sein bestes Volusia-Ergebnis erzielte, komplettierten McCreadie, Sheppard und Hoffman die Top 5.

Hier geht es zu den Highlights vom Freitag.

Tim McCreadie macht die 40 voll

Foto: World of Outlaws / Emily Schwanke

Am Samstagabend stellte Tim McCreadie eines klar: Er will im Kampf um die Meisterschaft der World of Outlaws Late Model Series 2026 von Anfang an ein Wort mitreden. Während er im letzten Jahr aufgrund eines schwachen Saisonstarts bis zum Mai auf seinen ersten Erfolg warten musste, benötigte das Team von Briggs Transport dieses Mal nur drei Nächte, um ganz oben auf dem Treppchen zu stehen – McCreadies insgesamt 40. Sieg in der Serie.

Das 50 Runden lange Finale begann mit einer Machtdemonstration von Ryan Gustin, der das Feld über die ersten 20 Runden souverän anführte. Doch von Startplatz 10 aus pflügte McCreadie unaufhaltsam durch das Feld und hatte Gustin zur Halbzeit bereits eingeholt. Eine Gelbphase in Runde 34 verschaffte Gustin zwar noch einmal eine Chance zum Konter, doch es entwickelte sich ein packendes Duell: Während McCreadie für den Restart die Innenbahn wählte, versuchte Gustin sein Glück auf der Außenbahn.

Das Rad-an-Rad-Duell endete 14 Runden vor Schluss, als McCreadie mit einem entschlossenen Manöver quer vor die Front seines Konkurrenten zog. Er übernahm die Führung und gab diese auf der „World’s Fastest Half Mile“ bis zum Ziel nicht mehr ab.

„Ich liebe es einfach, in Volusia zu gewinnen“, gab ein sichtlich zufriedener McCreadie im Ziel zu. „Gestern konnte ich auf der Innenbahn nicht richtig lenken, aber wir haben hart am Setup gearbeitet und heute kam uns die Strecke entgegen.“

Hinter dem New Yorker sicherte sich Brandon Sheppard mit einem späten Manöver den zweiten Platz und krönte sich damit zum Sunshine-Nationals-Gesamtsieger. Dennis Erb Jr., Gustin und Drake Troutman komplettierten die Top 5.

Hier geht es zu den Highlights vom Samstag.

Nach diesem erfolgreichen Auftakt kehrt die Serie bereits am 12. Februar für die DIRTcar Nationals auf den Volusia Speedway zurück.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
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