Zwangspause in Phoenix: Anthony Alfredo ersetzt Alex Bowman in der Startnummer 48
Anthony Alfredo übernimmt beim Cup-Rennen in Phoenix das Steuer der Startnummer 48 von Alex Bowman – Der Stammfahrer muss wegen gesundheitlicher Probleme auf den Start in der Wüste verzichten
Nachdem Alex Bowman das Rennen auf dem Circuit of the Americas (COTA) vorzeitig abbrechen und das Steuer aufgrund akuter Schwindelgefühle an Myatt Snider übergeben musste, folgt nun die Gewissheit: Der 32-jährige Cup-Pilot wird auch das kommende Rennwochenende in Phoenix aussetzen. In sein Cockpit mit der Startnummer 48 wird stattdessen Anthony Alfredo steigen.
„Alex hat in den vergangenen Tagen sehr hart an sich gearbeitet“, erklärte Jeff Andrews, Präsident von Hendrick Motorsports. „Wir sind von seinen Fortschritten ermutigt, aber seine Gesundheit steht für uns über allem anderen. Es ist natürlich frustrierend für ihn, denn er ist ein Vollblut-Rennfahrer und will im Auto sitzen – erst recht auf seiner Heimstrecke. Wir werden Alex weiterhin voll unterstützen und freuen uns auf seine Rückkehr, sobald er die medizinische Freigabe erhält.“

Alfredo als Ersatz
Die Entscheidung, das Rennen auf dem COTA vorzeitig zu beenden, lag zunächst bei Bowman selbst. Erst 24 Runden vor dem Rennende steuerte er die Box an, um den Wagen an Snider zu übergeben. Für den Einsatz in Phoenix fiel die Wahl auf Anthony Alfredo, der als Simulator-Fahrer für Hendrick Motorsports und Chevrolet bereits über reichlich Erfahrung verfügt und in seiner Karriere 43 Cup-Starts sowie zwei Top-10-Ergebnisse verbuchte.
Alfredo selbst blickt mit gemischten Gefühlen auf seinen Einsatz. „Es ist eine dieser Situationen, die sich einfach merkwürdig anfühlen. Ich möchte niemanden in der Lage sehen, in der Alex gerade steckt, daher fällt es mir schwer, echte Vorfreude zu empfinden.“
„Zuerst möchte ich Alex gute Besserung wünschen. Ich bin mir sicher, dass er an diesem Wochenende extrem geknickt ist; mir ginge es an seiner Stelle genauso.“ Er fügt hinzu: „Da er leider nicht hier sein kann, werde ich das gesamte Wochenende im Auto sitzen. Für mich hat das den Vorteil, dass ich schon morgen meine Runden drehen kann, um zu lernen und mich einzugewöhnen. Es wäre weitaus schwieriger, mitten im Rennen unvorbereitet einspringen zu müssen.“

Ursache Unklar
Hinsichtlich der Ursache für den Schwindel konnte das Team eine Gehirnerschütterung bereits ausschließen. „Es ist sehr seltsam“, sagte Andrews gegenüber SiriusXM NASCAR Radio. „Es gab vor dem Rennen keinerlei Anzeichen. Wir haben das gesamte Wochenende über und auch am Sonntag lange mit Alex gesprochen. Die Symptome setzten erst während des Rennens ein und wurden dann progressiv schlimmer.“
Andrews betonte zudem Bowmans enorme Leidensfähigkeit: „Ich möchte eines über Alex Bowman sagen: Wir haben oft erlebt, wie er sich durch Rennwochenenden gekämpft hat, an denen er sich unwohl fühlte oder unter großen Schmerzen litt. Aber das hier war eine ganz andere Ebene, da es seinen Gleichgewichtssinn beeinträchtigte und Übelkeit auslöste. Er war bereit, sich auch da durchzubeißen, aber als seine Sehkraft nachließ, entschied das Team, dass es Zeit war, aus dem Auto zu steigen – eine Entscheidung, die ihn innerlich zerrissen hat. Als wir sahen, dass selbst ein Alex Bowman freiwillig aussteigen wollte, wussten wir, dass wir sofort einen Ersatz finden mussten.“
Die Diagnose Lagerungsschwindel wurde nach mehrtägigen medizinischen Untersuchungen gestellt. Zwar absolvierte Bowman kürzlich einige Testrunden auf dem Ten Tenths Motor Club Rundkurs in der Nähe von Concord, doch für einen Start in Phoenix fühlte er sich noch nicht bereit. Jeff Andrews stellte zudem klar, dass die aktuellen Probleme in keinem Zusammenhang mit früheren Verletzungen des Piloten stehen.
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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