Ein Tag an der Mosel: So erlebte ich die Wiederauflage des Historischen Bergrennens
Michael Großgarten ist Leadlap.de-Fotograf der ersten Stunde – Gemeinsam mit André Wiegold, der als Streckensprecher unterwegs war, besuchte er das Event
Liebe Motorsport-Fans,
Heute gibt es von mir mal einen etwas anderen Bericht, der ausnahmsweise nichts mit US-Motorsport oder Ovalrennen zu tun hat. Nach über 25 Jahren war ich endlich mal wieder bei einem Bergrennen dabei – damals noch als Streckenposten (Marshal) und heute in der Rolle des Fotografen.
Alle Fotos vom Historischen Bergrennen Fell-Thomm im Moseltal gibt es hier auf Flickr
Ort des Geschehens war das Historische Bergrennen von Fell nach Thomm direkt an der Mosel bei Trier. Bei diesem Rennen ging es allerdings nicht darum, wer der Schnellste am Berg ist. Die historische Neuauflage umfasste Präsentationsfahrten sowie eine Berg-Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) für klassische Rennfahrzeuge, Motorräder und Seitenwagen.

Die anspruchsvolle Strecke war 3.500 Meter lang, überwindete 233 Höhenmeter und forderte die Fahrer mit fünf Serpentinen heraus. Über den sportlichen Hintergrund möchte ich gar nicht zu viele Worte verlieren, das können meine Kollegen ohnehin viel besser. Mir ging es an diesem Tag hauptsächlich um den Spaß, als Fotograf direkt an der Strecke dabei zu sein. Und zu erleben gab es reichlich!
Zuerst muss ich dem Veranstalter ein riesiges Lob aussprechen: Nach einer 14-jährigen Pause kehrt der Motorensound endlich wieder in das Moseltal zurück. Motorsport ist in Deutschland heute leider kein einfaches Thema mehr, obwohl wir das Automobilland Nummer eins sind. Das ist sehr schade. Deshalb nochmals ein großes Dankeschön an die Organisatoren und die Politik, die dieses Event überhaupt erst möglich gemacht haben.

Für mich als Fotograf war es eine echte Premiere, bei dieser Veranstaltung dabei zu sein. Erfahren habe ich davon durch meinen Freund André Wiegold, der dort als Streckensprecher im Einsatz war. Für mich ging der Wecker schon um 5:00 Uhr morgens los, um die rund 140 Kilometer bis nach Thomm hinter mich zu bringen. Schon zu dieser frühen Uhrzeit war es drückend heiß, und im Laufe des Tages sollten die Temperaturen noch auf schweißtreibende 34 Grad Celsius klettern.
In Thomm angekommen, habe ich mir zuerst eines der beiden Fahrerlager angeschaut. Das andere lag unten in Fell – dort kam ich streckenbedingt leider nicht hin. Im Fahrerlager reihte sich ein wunderschönes historisches Fahrzeug an das nächste. Mein persönliches Highlight war ein Audi Quattro mit rund 580 PS, wie ihn einst Walter Röhrl in den großen Jahren des Rallyesports gefahren ist.

Dort traf ich dann auch André, der mir meine Presseakkreditierung übergab. Ich meinte noch ganz unbedarft zu ihm: „Ich bleibe erst mal hier und gehe dann einfach zu Fuß an der Strecke entlang Richtung Fell, um Bilder zu machen. Sind ja nur 3,5 Kilometer.“
André lachte nur und sagte: „Nein, nein, fahr mir lieber mal hinterher!“ Also stieg ich wieder ins Auto und folgte ihm. Es ging gut zwei Kilometer tief in den Wald hinein, bis zu dem Streckenabschnitt, den André kommentierte.

Da wurde mir auch sofort klar, warum das „Zufußgehen“ unmöglich gewesen wäre: Die Vegetation war extrem dicht und es gab sehr tiefe, steile Abhänge. Ich blieb schließlich im Bereich der Streckenposten 7 und 8. Beide Posten waren mit super freundlichen Marshals besetzt, die mir direkt den einen oder anderen wertvollen Tipp fürs Fotografieren gaben.
An dieser Stelle befand sich auch einer der großen Zuschauerpunkte. Der Veranstalter hatte dort für einen Essen- und Getränkestand gesorgt – was bei diesen extremen Temperaturen auch absolut notwendig war!

Für den ersten Wertungslauf suchte ich mir eine gute Position. Dabei merkt ich am Berg schnell den Unterschied zur Rundstrecke: Du hast meistens nur eine einzige Chance, das Fahrzeug perfekt zu erwischen, danach ist es weg. Man muss sich also im Vorfeld genau im Klaren darüber sein, wie und von welcher Seite man das Auto fotografieren möchte.
Aber auch hier halfen mir die freundlichen Marshals weiter und ließen mich in den Pausen immer wieder die Streckenseite wechseln. In solchen Momenten ist es eben gar nicht schlecht, wenn man früher selbst mal als Marshal gearbeitet hat und die Abläufe kennt. Bis zum Ende der Veranstaltung konnte ich so immer wieder neue Positionen ausprobieren und spannende Blickwinkel einfangen.

Mein Fazit für diese Veranstaltung: Es war einfach top! Trotz der extremen Hitze war das Rennen super besucht. Die Zuschauer haben das Event für einen tollen Familienausflug genutzt, hatten jede Menge Spaß und bekamen eine großartige Show geboten. Für alle, die historische Fahrzeuge lieben, kann ich diese Veranstaltung nur wärmstens empfehlen.
Ich werde definitiv wiederkommen! Dem Veranstalter wünsche ich viel Glück für die Zukunft und schicke ein großes Danke für die tolle Zusammenarbeit hinterher.
Gruß, euer Michael Großgarten
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