Hattrick in Zolder: Vittorio Ghirelli krönt sich zum ersten dreimaligen Champion der NASCAR Euro Series
Vittorio Ghirlli sicherte sich in Zolder seinen dritten NASCAR-Euro-Series-Titel in Folge – Während Paul Jouffreau seinen zweiten Wochenendsieg feierte, trug sich der Italiener in die Geschichtsbücher ein
Vittorio Ghirelli hat beim Saisonfinale auf dem Circuit Zolder Geschichte geschrieben. Dem Italiener reichte im entscheidenden Sonntagsrennen ein zehnter Platz, um als erster Fahrer überhaupt drei Meistertitel in Folge in der V8GP-Division der NASCAR Euro Series einzufahren. Während der Pilot von PK Carsport seinen historischen Triumph feierte, dominierte an der Spitze Paul Jouffreau: Der Franzose machte den Doppelsieg in Belgien perfekt und sicherte sich damit noch die Vizemeisterschaft.
Für Ghirelli ging es im 18 Runden langen Entscheidungsrennen in Belgien vor allem darum, sich aus allen Auseinandersetzungen herauszuhalten und sicher ins Ziel zu kommen. Ganz so entspannt verlief der Nachmittag für den Mann aus Fasano allerdings nicht.
Nach dem Start verlor Ghirelli zunächst einige Positionen und fand sich plötzlich im Sandwich der beiden Boliden von Alumitec Racing wieder. Da Nelson Piquet Jr. rechnerisch noch Titelchancen hatte, entwickelte sich auf der Strecke ein taktisches Schachspiel: Dessen Teamkollege Gianmarco Ercoli versuchte alles in seiner Macht Stehende, um Ghirelli einzubremsen und das Feld zugunsten von Piquet Jr. zusammenzuschieben.

Die Rennleitung schaute sich das Treiben im Fahrzeug mit der Startnummer 11 nicht lange tatenlos an. Wegen des absichtlichen Aufhaltens der Konkurrenz leiteten die Stewards zunächst eine Untersuchung ein und brummten Ercoli nach Rennende schließlich eine Durchfahrtsstrafe auf, die in eine 30-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde.
Ercoli fiel dadurch auf den 14. Rang zurück. Ghirelli ließ sich von den Spielchen auf der Strecke nicht aus der Ruhe bringen. Zwar zeigte Piquet Jr. eine starke Aufholjagd und fuhr als Dritter aufs Podium, doch der zehnte Platz reichte dem PK-Carsport-Piloten völlig aus, um den Sack endgültig zuzumachen.
„Es ist unglaublich, den dritten Titel zu holen!“, jubelte der alte und neue Champion der V8GP-Division nach dem Rennen, sparte aber auch nicht mit deutlicher Kritik an der Konkurrenz. „Dieses Jahr war extrem hart und unsere Rivalen haben es uns alles andere als leicht gemacht, aber das Team und ich waren immer zur Stelle, um starke Ergebnisse abzuliefern. Es ist nicht gut für die Meisterschaft, wenn Konkurrenten keinen Sportsgeist zeigen, aber wir haben den Titel geholt – und nur das zählt! Wir waren enorm konstant, haben in jedem einzelnen Rennen gepunktet und uns genau für solche Situationen wie heute ein solides Punktepolster aufgebaut. Ich bin überglücklich über den dritten Titel, das werden wir jetzt ordentlich feiern!“
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Jouffreau stürmt mit Doppelsieg zur Vizemeisterschaft
Während im Mittelfeld mit harten Bandagen um die Meisterschaft gekämpft wurde, fuhr Jouffreau an der Spitze in seiner eigenen Liga. Der Franzose im Dienst von RDV Competition knöpfte sich bereits in der ersten Runde Polesitter Garrett Lowe vor, übernahm die Führung und gab diese bis zur Ziellinie nicht mehr aus der Hand. Zunächst hielt der Pilot aus Blaye dem massiven Druck von Lowe stand, ehe ein technischer Defekt den Chevrolet mit der Startnummer 99 aus dem Rennen riss und Lowe auf Platz 20 zurückwarf.
Den zweiten Platz erbte daraufhin Vinnie Meskelis. Der US-Amerikaner mit brasilianischen Wurzeln blies in der Schlussphase noch einmal zum Angriff auf Jouffreau, biss sich am Führenden jedoch die Zähne aus und beendete das Rennen sowie die Tageswertung der Junior Trophy auf Rang zwei.

Hinter Piquet Jr. auf Gesamtrang drei überquerte Sebastiaan Bleekemolen die Ziellinie als Vierter, gefolgt von Thomas Krasonis, der die Top 5 komplettierte. Lokalmatador Marc Goossens brachte sein Auto vor Jordan O’Brien, Logan Bearden, Jack Davidson und dem frischgebackenen Meister Ghirelli auf dem sechsten Platz ins Ziel.
Für Jouffreau zahlte sich das makellose Wochenende in Zolder gleich mehrfach aus. Mit dem Erfolg krönte er sich nicht nur zum ersten dreimaligen Champion der Junior Trophy in der Seriengeschichte, sondern stellte mit nunmehr 18 Klassensiegen auch den bisherigen Rekord von Gianmarco Ercoli ein. Noch wichtiger war jedoch der Sprung in der Gesamtwertung: Durch die volle Punktausbeute schob sich der Franzose noch auf den zweiten Tabellenplatz nach vorne.
„Ich bin richtig glücklich, denn wie ich gestern schon gesagt habe, war diese Saison extrem zäh“, erklärte Jouffreau in der Victory Lane. „Jedes Mal, wenn wir vorne lagen, ging irgendetwas kaputt. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir hier zeigen konnten, dass wir einen Doppelsieg einfahren können. Es ist mein allererster überhaupt, das freut mich riesig. Wir werden heute Abend eine große Party feiern. Natürlich denke ich noch an all die Momente zurück, in denen wir Punkte liegen gelassen haben, aber am Ende sind wir Zweiter in der Meisterschaft geworden – und am Freitag lag ich noch auf Platz sieben! Es ist fantastisch, die Saison mit zwei Siegen im Finale doch noch als Vizemeister abzuschließen.“
Tiebreaker entscheidet Krimi um Platz zwei
Ein Blick auf den Endstand nach zwölf intensiven Saisonrennen zeigt, wie eng es hinter der Spitze zuging. Ghirelli sicherte sich seinen historischen dritten Titel mit insgesamt 495 Punkten. Dahinter folgten mit exakt 15 Zählern Rückstand gleichauf Jouffreau und Piquet Jr. Da beide Piloten am Ende das identische Punktekonto aufwiesen, musste die Anzahl der Saisonsiege über die Vizemeisterschaft entscheiden. Hier hatte Jouffreau mit vier Besuchen in der Victory Lane gegenüber den zwei Erfolgen des Brasilianers die Nase vorn.
O’Brien beendete die Saison auf dem vierten Gesamtrang vor Thomas Krasonis. Der Grieche sicherte sich nicht nur den zweiten Gesamtrang in der Junior Trophy, sondern räumte als schnellster Qualifyer des Jahres auch den Pole Award für die meisten Pole-Positions der V8GP-Saison ab.

Lowe rutschte nach seinem Ausfall im letzten Rennen noch auf den sechsten Meisterschaftsrang ab, rettete aber Platz drei in der Gesamtwertung der Junior Trophy.
Komplettiert wurden die Top 10 der Gesamtwertung von Gianmarco Ercoli, Martin Doubek, Sebastiaan Bleekemolen und Meskelis. Weiter hinten im Feld machte Davit Kajaia sein eigenes Meisterstück perfekt: Dem Georgier reichte im zweiten Finale ein elfter Platz, um seinen Titel in der Challenger Trophy erfolgreich gegen Brad Ranson und den frischgebackenen Champion der OPEN-Division, Thomas Toffel, zu verteidigen.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.







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