Nach Indy-500-Skandal: Penske feuert Teampräsident Cindric und Führungskräfte

Nach Indy-500-Skandal: Penske feuert Teampräsident Cindric und Führungskräfte
Foto: Penske Entertainment: Dana Garrett

Roger Penske reagierte in Mooresville auf den Regelverstoß im Indy-500-Qualifying – Tim Cindric, Ron Ruzewski und Kyle Moyer wurden aus dem Team entlassen

Roger Penske zog nach dem Skandal im Qualifying für das Indy 500 personelle Konsequenzen. Bei der technischen Abnahme stellte IndyCar fest, dass die Chevrolets von Will Power und Josef Newgarden mit einer Eigenkonstruktion des vorgeschriebenen Rear-Attenuators, einer Crashstruktur und Befestigung für das Regenlicht, modifiziert worden waren. Dafür kassierte Team Penske eine Strafe von insgesamt 200.000 US-Dollar und muss das Traditionsrennen am Sonntag von den Startplätzen 32 (Newgarden) und 33 (Power) aufnehmen.

Das Team aus Mooresville gab bekannt, dass Teampräsident Tim Cindric, Geschäftsführer Ron Ruzewski und General Manager Kyle Moyer mit sofortiger Wirkung aus der IndyCar-Sparte entlassen wurden. IndyCar hatte die drei bereits nach Bekanntwerden des Verstoßes als Strategen für den Rest des Events suspendiert.

Teambesitzer Penske erklärt im Teamstatement: „Nichts ist wichtiger als die Integrität unseres Sports und unserer Rennteams. In den vergangenen zwei Jahren gab es organisatorische Versäumnisse, und wir mussten notwendige Veränderungen vornehmen. Ich entschuldige mich bei unseren Fans, unseren Partnern und unserem gesamten Team dafür, dass wir sie enttäuscht haben.“

Mit Cindric verliert Penske ein Urgestein. Der 59-Jährige Ingenieur arbeitete seit 1999 im Rennstall, führte das Gesamtprogramm auf vier Kontinenten, war Stratege von Newgarden und verbuchte über vierhundert Siege sowie 31 Meisterschaften. Schon im Vorjahr hatte Cindric sich nach dem Push-to-Pass-Skandal aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen; nun endet seine 26-Jährige Ära endgültig. Sein Sohn Austin fährt in der NASCAR Cup Series den Penske-Ford mit der Startnummer 2.

Auf X äußert sich der ehemalige Mitarbeiter zu dem Rauswurf: „Es war eine unglaubliche Reise! Trotz all des Lärms und der Anschuldigungen ist mein Gewissen rein. Ich bin dankbar, in Zeiten wie diesen auf so viele großartige Menschen zählen zu können, die mir Kraft geben. Ich stehe weiterhin aufrecht!“

Auch Ruzewski muss nach 21 Jahren gehen. Der Ingenieur leitete die technische Entwicklung, steuerte Power 2022 zum Titel und verantwortete mehr als 40 Rennsiege. 

Moyer, der seit elf Jahren bei Penske arbeitet und als Stratege für Scott McLaughlin verantwortlich war, erhielt ebenfalls die Kündigung. Bei McLaughlins Wagen wurden bei der technischen Inspektion keine Mängel festgestellt, sodass er als Zehnter beim Indy 500 starten darf.

Laut IndyCar-Präsident Doug Boles seien die Bauteiländerungen „niemals“ von Penske autorisiert worden. Das Reglement stuft die Modifikation als Verstoß gegen Artikel 14.6.5.2 des Regelbuches ein, weil nur homologierte Attenuator-Komponenten erlaubt sind. Team Penske hat die Teile aber geglättet. Neben der Geldbuße wurden Newgarden und Power sämtliche Qualifying-Punkte aberkannt.

Wer die freigewordenen Schlüsselpositionen übernimmt, ist noch offen. Das Team kündigte an, „in dieser Woche weitere Personalentscheidungen“ zu kommunizieren und die Lösungen „rechtzeitig vor dem Rennstart“ zu benennen. Klar ist: Team Penske geht ohne seine langjährige Führungsriege und mit der schwerstmöglichen Ausgangsposition in das 109. Indy 500.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
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