NASCAR Euro Series 2026 in Zolder: Thomas Toffel krönt sich zum V8Open-Champion
Thomas Toffel sicherte sich in Zolder seinen ersten Titel in der V8Open in der NASCAR Euro Series – Toffel ging auf Nummer sicher, während Raphael Lessard den letzte Saisonsieg nach Kanada holte
Die Saison der NASCAR Euro Series 2026 hat ihr Ende gefunden. Beim Finale im belgischen Zolder krönte sich der Schweizer Thomas Toffel zum Meister in der V8Open-Klasse. Während der Pilot von Race Art Technology im Sonntagsrennen auf Nummer sicher ging und den letzten Lauf des Jahres auf Rang fünf beendete, sicherte sich Raphael Lessard den Tagessieg. In den weiteren Kategorien sicherten sich Sandro Tavartkiladze, Claudio Cappelli und Beitske Visser ihre Titel in den jeweiligen Trophy-Wertungen.
„Mir geht es wirklich gut, aber ich brauche jetzt erst einmal eine Stunde, um den Druck abzubauen. Es war definitiv nicht der Kampf meines Lebens“, gestand der frischgebackene V8Open-Champion nach dem Rennen. „Manchmal ist es schwerer, sich aus allem Ärger herauszuhalten, als an der Spitze zu fahren und sich nur auf das zu konzentrieren, was vor einem liegt.“
Toffel fuhr bedacht und wollte sich in keine riskanten Zweikämpfe verwickeln lassen. „Es war ein unruhiger Rhythmus und daher wirklich schwer zu managen. Während des gesamten Rennens denkst du ständig: ‚Hoffentlich hält mein Getriebe und hoffentlich läuft der Motor rund.‘ Es war anspruchsvoll, aber ich bin überglücklich.“

Lessard dominiert das Rennen mit 27 Sekunden Vorsprung
Während Toffel mit wenig Risiko auf Meisterschaftskurs fuhr, lieferte sich das restliche Feld harte Kämpfe. Lessard übernahm beim Start souverän die Führung und fuhr ein fehlerfreies Rennen. Nachdem ihn am Samstag noch technische Probleme zurückgeworfen hatten, hatte der Fahrer des Alumitec-Racing-Ford-Mustangs mit der Startnummer 11 nichts mehr zu verlieren.
Er setzte sich kontinuierlich vom Feld ab und überquerte die Ziellinie mit einem Vorsprung von 27 Sekunden vor Claudio Cappelli. Der bereits feststehende Meister der Legend Trophy musste derweil hart arbeiten, um seine Verfolger auf Distanz zu halten.

„Ich wusste gar nicht, wie groß mein Vorsprung war, aber mein Team hat mich ständig auf dem Laufenden gehalten“, erklärte Lessard in der Victory Lane. „Am Ende bin ich nur noch gecruist, aber dieses Auto ist einfach eine Rakete. Es ist ein sehr besonderer Moment für mich. Ich habe hier an Gilles Villeneuve gedacht, und dieser Sieg ist für ihn und für meinen Großvater zu Hause.“
Mit einer Siegquote von 50 Prozent blickte der Kanadier stolz auf die Saison zurück: „Wir wollten die Meisterschaft und haben heute bewiesen, dass wir in der Position sind, sie zu gewinnen. Gratulation an Toffel und sein Team, sie haben dieses Jahr perfekt abgeliefert. Bei uns hat das gestrige Rennen viel gekostet, aber ich wollte heute noch einmal mein Können zeigen. Anfang des Jahres war ich kein ausgewiesener Spezialist für Rundkurse, ich denke, jetzt darf ich mich ruhigen Gewissens so nennen!“

Drama in der Schlussrunde: Der Kampf um die Trophys
In der letzten Runde kochten die Emotionen im Verfolgerfeld hoch: In der Villeneuve-Schikane gerieten Cappelli, Thomas Dombrowski, Martin Doubek und Vladimiros Tziortzis aneinander. Während der Italiener seinen zweiten Platz ins Ziel retten konnte, endete der Vorfall für andere weniger glimpflich. Dombrowski wurde als Verursacher der Kollision identifiziert und erhielt eine nachträgliche Zeitstrafe, die ihn auf Platz acht zurückwarf, während Tziortzis sich mit dem zehnten Rang begnügen musste.
Doubek schaffte es, seinen Hendriks-Ford auf der Strecke zu halten, und fuhr als Dritter über die Ziellinie. Unmittelbar hinter dem Unfallgeschehen nutzte Tavartkiladze die Gunst der Stunde, sicherte sich den vierten Platz und gewann damit die Master Trophy des Tages. Mit seinem siebten Klassensieg in den letzten acht Rennen krönte sich der Georgier gleichzeitig zum Master-Trophy-Champion 2026.
Beitske Visser fuhr ein souveränes Finale und sicherte sich mit Rang sechs ihre beiden großen Saisonziele: den Gewinn der Lady Trophy und einen Platz in den Top 10 der Gesamtwertung.
Für den frischgebackenen Champion Toffel sowie die Trophy-Gewinner Cappelli, Tavartkiladze und Visser steht nun der feierliche Abschluss an. Sie werden bei der prestigeträchtigen NASCAR Awards Gala in Charlotte, North Carolina, vor der NASCAR-Elite für ihre Erfolge geehrt.
Ich freue mich über jeden, der meine Artikel liest – genau deshalb gibt es hier weder Bezahlschranken noch Werbung. Wenn dir unsere Texte einen Mehrwert bieten und du die Möglichkeit hast, unsere Arbeit zu unterstützen, freue ich mich über jede kleine Geste. Schon der Gegenwert eines Kaffees im Monat hilft mir ungemein dabei, die laufenden Kosten zu decken und Zeit für neue Recherchen freizuhalten.
Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal
(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.







Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.