NASCAR Truck Series in Talladega: Sammy Smith triumphiert im Three-Wide-Fotofinish

NASCAR Truck Series in Talladega: Sammy Smith triumphiert im Three-Wide-Fotofinish
Foto: NASCAR Media / Jonathan Bachman/Getty Images

Sammy Smith sicherte sich in einer chaotischen Schlussphase auf dem Talladega Superspeedway seinen ersten Sieg in der NASCAR Truck Series – Der Pilot von Spire Motorsports rettete den Erfolg in einem dramatischen Three-Wide-Zieleinlauf mit einem hauchdünnen Vorsprung über die Linie

Mit einem Three-Wide-Zieleinlauf ging das Rennen der NASCAR Truck Series in Talladega zu Ende. Sammy Smith sicherte sich mit einem Vorsprung von 0,091 Sekunden den Sieg vor Tyler Ankrum und Austin Green, der nur 0,002 Sekunden dahinter lag. 

Für den Piloten des Spire-Trucks mit der Startnummer 7 war es der erste Sieg in der dritten NASCAR-Liga bei seinem erst elften Start. Der 22-Jährige aus Iowa ist in der aktuellen Saison regulär für Junior Motorsports in der O’Reilly Series unterwegs. Der Triumph kam zu einem perfekten Zeitpunkt: Nur wenige Stunden zuvor hatte Smith offiziell bekannt gegeben, dass er 2027 als Vollzeitpilot für TRICON Garage im Truck mit der Startnummer 15 an den Start gehen wird.

„Das ist einfach ein großartiges Team, danke an Brian Pattie und diese gesamte Spire-Crew“, jubelte Smith nach dem Rennen. „Der Truck war verdammt schnell und ich denke, wir haben einen guten Job gemacht, uns in die richtige Position zu bringen. Zwar haben wir zwischenzeitlich unsere Track-Position verloren, aber ich bin allen dankbar für diese Chance. Ich freue mich darauf, nächstes Jahr Vollzeit in den Trucks zu fahren! Ich will einfach nur Rennen gewinnen.“

Auf die Frage, ob dieser Sieg bereits eine Kampfansage an seine künftigen Konkurrenten sei, antwortete der Youngster mit einem Schmunzeln: „Ich bin ein Gewinner und habe morgen in der O’Reilly Series mit meinen Jungs der Startnummer 8 direkt die nächste Chance.“

Titelkampf spitzt sich zu: Honeycutt hadert mit verpasster Chance

In den nervenaufreibenden Schlussrunden auf dem 2,7 Meilen langen Superspeedway in Alabama war ein kühler Kopf gefragt. Die Endphase wurde von mehreren Unfällen überschattet. Insgesamt gab es fünf Gelbphasen, die teilweise von „Big Ones“ geprägt waren.

Die beiden Führenden der Meisterschaft, Kaden Honeycutt und Layne Riggs, überstanden die Action jedoch unbeschadet. Riggs, der sich beim entscheidenden Overtime-Restart in der ersten Reihe neben Smith einreihte, beendete das Rennen als Achter. Zwei Rennen vor Schluss der Saison 2026 liegt er nun 43 Punkte hinter Honeycutt. Alles deutet nun auf einen Zweikampf um den Titel hin, denn der Drittplatzierte Chandler Smith hat bereits 141 Zähler Rückstand auf die Spitze.

Honeycutt, der den Toyota mit der Nummer 11 pilotiert und acht Runden lang in Führung lag, war mit dem Rennausgang dennoch nicht restlos glücklich. „Ich weiß nicht, ob ich damit wirklich zufrieden sein kann, um ehrlich zu sein“, gestand er. „Beim letzten Restart habe ich einfach nicht das richtige Manöver angesetzt. Ich dachte, die untere Linie hätte sich besser formiert, als es der Fall war. Ich hatte einen großartigen Run auf die 34 [Riggs] und konnte ihn aus dem Weg räumen, aber er hat die Lücke ziemlich weit offengelassen, als er versuchte, außen an Ty [Majeski] vorbeizugehen. Das ist nun schon das zweite Superspeedway-Rennen in Folge, bei dem ich in einer hervorragenden Position für den Sieg war und einfach kein Kapital daraus geschlagen habe.“

Trotz seines komfortablen Vorsprungs will sich Honeycutt nicht in Sicherheit wiegen und verweist auf historische Aufholjagden in der NASCAR Cup und O’Reilly Series: „Man darf niemals sagen, dass es vorbei ist, bis nach dem Saisonfinale in Homestead abgerechnet wird.“ Zunächst liegt sein Fokus jedoch darauf, beim nächsten Lauf in Martinsville zu gewinnen, um den Druck vor dem Finale in Florida abzubauen.

Prominente Opfer: „Big Ones“ stoppen Stewart und McFarland

Von den massiven Massencrashs blieben auch die prominenten Namen im Feld nicht verschont. NASCAR Hall of Famer, Tony Stewart, absolvierte in Alabama seinen zweiten Start in diesem Jahr im Free-Agent-RAM mit der Startnummer 25. Auch YouTube-Entertainer Cleetus McFarland, der nach seinen Erfolgen auf Social Media nun im professionellen NASCAR-Zirkus Fuß fassen will, wurde frühzeitig aus dem Rennen gerissen.

Beide wurden in einen Massencrash mit neun Fahrzeugen verwickelt, der in Runde 17 im Mittelfeld seinen Anfang nahm. Stewart Friesens Toyota hatte ein Problem, rutschte die Strecke hinauf und schlug in die Mauer ein.

„Mir hat es die Luft verschlagen, aber ich bin okay“, funkte der dreimalige Cup-Champion Stewart unmittelbar nach dem harten Einschlag an seine Box. Nach dem Rennen zeigte er sich sichtlich frustriert denn bereits bei seinem Comeback im Februar in Daytona war er nach 39 Runden unverschuldet ausgeschieden.

„Ich wollte heute definitiv sehr viel weiter kommen als das“, ärgerte sich Stewart. „Ich habe nur gesehen, wie Stewart Friesen in der Mitte ein Problem hatte. Vor uns sind zwei Trucks außen in die Mauer eingeschlagen. Ich zog nach unten, um an den Jungs vorbeizukommen, und habe die Autos, die von links kamen, nicht gesehen. Alle fingen an zu crashen, kamen quer über die Strecke und haben mich erwischt. Das gehört beim Restrictor-Plate-Racing in Talladega eben dazu.“

Noch zwei Rennen verbleiben in der Meisterschaft der NASCAR Truck Series. Die nächste Station ist das Black’s Tires 200 auf dem Martinsville Speedway am kommenden Freitagabend. Vorjahres-Champion Corey Heim geht dort als Titelverteidiger ins Rennen.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.