Wahnsinns-Manöver in Charlotte: Corey Day stürmt im Drei-Kampf zum Chase-Doppelschlag
Corey Day hat mit einem waghalsigen Drei-Kampf auf der Gegengeraden seinen zweiten NASCAR-Chase-Sieg in Serie eingefahren – Nach einer frühen Strafe kämpfte sich der Hendrick-Pilot durchs Feld und klopft nun an die Tür zur Meisterschaftsführung
Corey Day hat sich am Sonntagabend auf dem Charlotte Motor Speedway mit einem spektakulären Drei-Kampf auf der Gegengeraden den Sieg im regenverschobenen Blue Cross NC 300 gesichert. Der Hendrick-Motorsports-Pilot mischte sich zehn Runden vor dem Ende unter die Boliden von Titelverteidiger Jesse Love und Justin Allgaier, zog unglaublich stark an ihnen vorbei und feierte damit seinen zweiten NASCAR-O’Reilly-Series-Triumph hintereinander. Mit diesem vierten Karrieresieg schiebt sich Day bis auf sieben Zähler an Tabellenführer Sheldon Creed heran.
Im Ziel rettete der Fahrer des Chevrolet mit der Startnummer 17 einen knappen Vorsprung von 0,728 Sekunden vor Love über die Linie, während Creed auf der letzten Runde noch Allgaier schnappte und Dritter wurde. Mit den beiden aufeinanderfolgenden Siegen in Las Vegas und Charlotte hat Day innerhalb von zwei Rennwochenenden satte 85 Punkte auf die Tabellenspitze gutgemacht. In der Gesamtwertung liegt er nun auf Rang drei – unmittelbar hinter Creed und Love, die lediglich zwei Zähler trennen.

Das rennentscheidende Manöver leitete Day direkt nach dem letzten Restart ein, als er auf der Gegengeraden die Lücke nutzte. „Ich glaube, die Nummer 2 hatte da vorne vor der 7 ziemlich viel Übersteuern, und das hat beide ein wenig aus dem Rhythmus gebracht“, analysierte Day die Schlüsselsituation auf dem 1,5-Meilen-Oval. „Das hat mir gereicht, um aus Turn 2 heraus richtig Schwung mitzunehmen. Das war der Knackpunkt. Wenn ich das nicht mache, gewinne ich dieses Rennen nicht.“
Dabei sah es zwischenzeitlich keineswegs nach einem Spaziergang für den Hendrick-Piloten aus. Nachdem Day die erste Stage für sich entschieden hatte, handelte er sich während der Gelbphase eine Strafe ein, weil er zu viele Boxenplätze beim Einbiegen zum Service durchfahren hatte. Er musste das Rennen auf Rang 30 wieder aufnehmen, pflügte in der Folge jedoch brachial durch das Feld und lag zum Ende der zweiten Stage bereits wieder auf Rang sieben.
„Was für eine Leistung von meinen Jungs“, lobte Day seine Mannschaft überschwänglich. „Ich baue beim Abbiegen Mist und fahre durch zu viele Boxen – aber sie geben mir einfach ein Auto, mit dem ich genau so wieder nach ganz vorne fahren kann.“
An der Spitze kontrollierte lange Zeit Allgaier das Geschehen, der das Feld ab Runde 164 anführte. Doch im finalen Stint baute sein Wagen spürbar ab: 17 Umläufe vor dem Ende touchierte Allgaier in Kurve 4 die Mauer, wodurch Love und Day vorbeizogen. Ein Einschlag von Brent Crews in Runde 186 rief schließlich die siebte und letzte Gelbphase auf den Plan, die den dramatischen Schlusssprint vorbereitete.
Love haderte im Anschluss mit der verlorenen Führung im Windschatten-Duell, zollte dem Sieger aber Respekt. „Am Ende war die 17 eigentlich nicht ganz so stark wie wir, aber eben gut genug, dass es extrem schwer wurde, Boden gutzumachen, sobald er mir die Luft weggenommen hatte“, erklärte Love. „Ich wünschte, ich könnte diese Situation noch einmal fahren, aber ich bin trotzdem stolz darauf, dass ich voll dagegengehalten und heute Abend vieles richtig gemacht habe.“
Hinter dem viertplatzierten Allgaier schob sich Carson Brown in der Schlussphase auf einen starken fünften Rang vor. Brandon Jones, Austin Hill, Anthony Alfredo, Taylor Gray und Brennan Poole machten die Top 10 komplett. Titelkandidat Carson Kvapil erlebte hingegen ein Desaster: Von der Pole-Position gestartet, erlitt er nach einem Reifenschaden Mauerkontakt, beendete das Rennen mit 28 Runden Rückstand auf Platz 32 und büßte im Titelkampf herbe Punkte ein.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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