Bremsen explodieren in Gateway: Muss NASCAR die Regeln ändern?
In Gateway gab es eine Reihe an Bremsdefekten, die für heftige Einschläge sorgten – Laut Cliff Daniels sollte NASCAR den Austausch der Bremskomponenten nach den Trainings erlauben
Zane Smith, Ryan Blaney, Chase Elliott und Chris Buescher hatten auf dem World Wide Technology Raceway mit massiven Bremsproblemen zu kämpfen, die für zahlreiche der insgesamt 18 Gelbphasen verantwortlich waren. Cliff Daniels, der Crew-Chief des Rennsiegers Kyle Larson, drängt auf eine Lösung seitens NASCAR und erklärt, warum die explodierenden Scheiben und Sättel ein hausgemachtes Problem sein könnten.
„Bei der Bremsenthematik gibt es viel aufzudröseln“, so der Crew-Chief der Startnummer 5 von Hendrick Motorsports in der Pressekonferenz nach dem Rennen. „Ich würde sagen, typischerweise haben wir für uns ein Paket gefunden, das eine gute Bremsbalance, Grip und Gefühl hat. Es ist ein sehr herkömmliches Paket. Da ist nichts Besonderes dran. Da ist kein Trick dabei. Wir fahren das auf jeder dieser Streckentypen von Loudon über Phoenix bis Gateway. Wir haben ein, sagen wir einfach, Standard-Paket für das 5er-Auto, das wir auf all diesen Strecken haben.“

„Ich frage mich: Da wir uns in Richtung von mehr Training mit zwei Reifensätzen bewegen – was aus meiner Sicht wirklich gut für den Sport und gut für die Fans ist –, bedeutet das auch einen viel höheren Belastungszyklus für die Bremsen“, erklärt Daniels weiter.
„Ein Teil der Debatte könnte sein, in Zukunft darüber nachzudenken, ob wir Teams nach diesen längeren Trainingssitzungen in Nashville, Loudon, Gateway, Phoenix – Strecken, die für ihre hohe Bremsbelastung berüchtigt sind – erlauben, 1:1-Austausche von Bremsscheiben und -belägen an den Autos vor dem Rennen vorzunehmen.“
„Ich bin sicher, das wäre ein Thema, das diskutiert werden könnte. Das ist eine Sache, die in einer Situation wie dieser potenziell helfen könnte, in der man viel Bremsbelagverschleiß und viele Hitzezyklen auf den Bremsscheiben hat“, erklärt er. „Beide Dinge tragen gewissermaßen zu den Ausfällen bei. Das wäre sicherlich etwas, das man sich ansehen sollte.“
Daniels ist ein Freund davon, dass NASCAR wieder zu ausgiebigen Trainingssessions zurückkehrt, denn nach der Coronavirus-Pandemie waren Testfahrten an einem Rennwochenende rar. Doch die zusätzlichen Runden gehen auch auf das Material, weshalb sich NASCAR die Daten anschauen müsse, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.
„Ja, einfach aus der Perspektive der Rundenanzahl, was genau so viel mehr Bremsbelagverschleiß und gesamte Belastungszyklen bedeutet“, so Daniels auf die Frage, ob die längeren Trainings die Bremsdefekte ausgelöst haben können. „Wenn wir das erweiterte Training mit zwei Reifensätzen haben – was wir alle wollen, alle lieben und wofür wir dankbar sind, dass wir es jetzt so haben –, stehen wir erst mal eine Minute, wenn wir reinkommen, um deinen zweiten Satz frischer Reifen aufzuziehen.“
„Das ist ein weiterer schneller Abkühlungszyklus von dem Moment an, in dem wir auf der Strecke richtig heiß gelaufen sind“, so Daniels über den thermischen Effekt im Training. „Wir kommen rein, stehen, machen deine Änderungen und ziehen frische Reifen auf, um wieder rauszufahren. Das unterscheidet sich ein wenig von dem, was ein Boxenstopp-Szenario während eines Rennens wäre. Wir haben den Aspekt des thermischen Zyklus und wir haben den Aspekt des Belagverschleißes. Beide Dinge spielen meiner Meinung nach eine Rolle für die generelle Belastungsgrenze, mit der wir in einem Tag wie heute gehen.“
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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