Eskalation mit Shane van Gisbergen: Austin Hill wütet am Funk gegen das eigene Team
Zwischen Shane van Gisbergen und Austin Hill flogen auf der Strecke wieder einmal die Fetzen – Nach einem Mauerkontakt in Kansas verlor Hill am Funk komplett die Beherrschung und knöpfte sich seinen eigenen Spotter vor
Die Dauerfehde zwischen Austin Hill und Shane van Gisbergen ist am Rennwochenende der NASCAR Cup Series auf dem Kansas Speedway abermals eskaliert. Bei einem knallharten Duell um Positionen zog der Neuseeländer rücksichtslos vor dem Richard-Childress-Racing-Piloten her, woraufhin Hill in die Mauer einschlug. Der Zwischenfall mündete in einem lautstarken und hitzigen Funkgefecht zwischen Hill und seinem Spotter Derek Kneeland, das die immensen Spannungen innerhalb der Chevy-Truppe schonungslos offenlegte.
Auslöser des Ärgers war ein Manöver auf dem 1,5-Meilen-Oval: Van Gisbergen warf die Tür brachial zu, zog nach oben und drängte Hill unsanft in die Safer-Barrier. Als Spotter Kneeland über Funk deeskalierend eingreifen wollte und seinen Schützling anwies, sich zu beruhigen, platzte Hill augenblicklich der Kragen. „Er muss sich beruhigen“, schrie der wütende RCR-Pilot ins Mikrofon zurück.
Kneeland versuchte vergeblich, dem Heißsporn Vernunft einzubläuen, da das RCR-Lager zählbare Resultate braucht: „Ihr könnt euch nicht jede Woche so bekämpfen. Am Ende haben wir nur demolierte Autos und keine Ergebnisse. Egal, ob er das Arschloch ist oder wir: Wir müssen ins Ziel kommen. Wir sind ordentlich unterwegs, ich weiß, dass dieser Stint im Eimer ist, aber wir müssen uns jetzt wieder zusammenreißen. Bleib einfach ruhig.“

Für Hills aufgeheiztes Gemüt war dieser Beschwichtigungsversuch das völlig falsche Signal. Der Pilot schoss postwendend zurück: „Ich will das nicht hören! Ganz ehrlich, ich will verdammt noch mal überhaupt nichts von dir hören! Mach einfach deinen Job als Spotter!“ Kneeland quittierte den giftigen Ausbruch seines Fahrers daraufhin trocken mit den Worten: „10-4.“ Das bedeutet „okay“.
Die Nerven im Team lagen blank. Nach einem Restart-Crash kurz darauf machte Kneeland seinem Ärger im Funkverkehr mit dem Crew-Chief der Startnummer 33 nochmals deutlich Luft. „Stück Scheiße, aber wenigstens hat er darauf gehört“, wetterte der Spotter, nachdem er Hill erfolgreich durch den Unfall gelotst hatte.
Kneeland fand deutliche Worte zur anhaltenden Zerstörungswut auf der Strecke: „Ich meine, hört zu: Ich halte ihm jede verdammte Woche den Rücken frei, aber wir können das nicht jede Woche so weitertreiben. Wir enden nur mit zerstörten Rennwagen ohne Ergebnis. Ich bin auch kein Fan von dem ganzen Bullshit der Startnummer 97, aber wir können so nicht weitermachen.“
Am Ende betrieb das Duo reine Schadensbegrenzung, die kaum als Trostpflaster taugte. Hill schleppte sein beschädigtes Fahrzeug auf Rang 26 über die Ziellinie, während Rivale van Gisbergen auf Position 24 ebenfalls einen völlig verkorksten Arbeitstag verbuchte.

Die Fehde zwischen dem dreifachen Supercars-Champion und Hill schwelt bereits seit geraumer Zeit. Schon im Jahr 2024 gerieten beide in der NASCAR O’Reilly Series in Austin sowie Sonoma im Kampf um den Sieg aneinander. Im Verlauf des Jahres 2026 machte van Gisbergen dann Hill für Unfälle in Pocono und San Diego verantwortlich – ein herber Punktverlust, der SVG letztlich den Einzug in den 2026er Cup-Chase kostete.
Selbst die NASCAR-Chefetage sah sich gezwungen einzuschreiten und bat die beiden Streithähne nach einem Abschuss von Hill durch van Gisbergen in Chicagoland zum Rapport. Verbale Giftpfeile gehörten seither zur Tagesordnung: Während SVG seinen Widersacher öffentlich als „Kartoffel“ abkanzelte, verspottete Hills Mannschaft den schnellen Neuseeländer süffisant als „Van-Guggenheimer“. Der Zoff von Kansas zeigt nun eindrucksvoll, dass das Tischtuch zwischen den beiden Rivalen endgültig zerschnitten ist.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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