NASCAR Euro Series Zolder: Cappelli triumphiert im Regen, Toffel baut Führung aus

NASCAR Euro Series Zolder: Cappelli triumphiert im Regen, Toffel baut Führung aus
Foto: Leadlap.de /Michael Großgarten

Claudio Cappelli hat das erste OPEN-Rennen des Finalwochenendes der NASCAR Euro Series 2026 in Zolder gewonnen und sich vorzeitig den Titel in der Legend Trophy gesichert – Im Kampf um die Gesamtmeisterschaft profitierte Thomas Toffel von technischen Problemen bei Raphael Lessard

Von Startplatz zehn zum dominanten Regensieg: Claudio Cappelli hat im ersten OPEN-Rennen auf dem Circuit Zolder seine Erfahrung ausgespielt. Der Italiener setzte sich nach einem rapiden Wetterumschwung im Ford Mustang mit der Startnummer 54 von CAAL Racing durch und überquerte die Ziellinie mit acht Sekunden Vorsprung auf Thomas Toffel. Gil Linster komplettierte das Podium.

Für Cappelli war es der erste Sieg in der NASCAR Euro Series seit seinem ebenfalls in Zolder erzielten Erfolg 2024. Gleichzeitig machte der 51-Jährige den vorzeitigen Titelgewinn in der Legend Trophy klar. Bei der Siegerehrung gab der Italiener anschließend auch abseits des Cockpits den Ton an und animierte die Fans zum Mitsingen der italienischen Nationalhymne.

Regen stellt das Rennen auf den Kopf

Der entscheidende Wetterumschwung kam bereits in der zweiten Runde. Ein plötzlicher Regenschauer veränderte die Bedingungen so deutlich, dass die Rennleitung den Lauf im unterbrach. Dadurch erhielten alle Teilnehmer die Möglichkeit, von Slicks auf Regenreifen zu wechseln.

Nach der Wiederaufnahme arbeitete sich Cappelli zügig nach vorne. Als in Runde sechs erneut eine Gelbphase ausgerufen wurde, lag der CAAL-Pilot bereits auf dem dritten Platz. Beim folgenden Restart in Runde acht übernahm er die Führung,  und setzte sich anschließend deutlich von seinen Verfolgern ab.

Neben dem Gesamtsieg und dem Gewinn der Legend Trophy sicherte sich Cappelli auch die Bonuspunkte für die meisten gewonnenen Positionen. Damit schöpfte er die maximal mögliche Punkteausbeute eines Rennens aus. 

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„Ich hatte Glück“, sagte Cappelli nach seinem Erfolg. „Ich hatte nichts zu verlieren, während es für die anderen um die Meisterschaft geht. Ich hatte den Kopf frei und habe versucht, meine Erfahrung im Regen zu nutzen. Als der Regen kam, habe ich einen kleinen Fehler gemacht und bin von der Strecke abgekommen. Aber dann ist es so gekommen!“

Über den vorzeitigen Titelgewinn freute sich der Italiener mit einem kleinen Vorbehalt: „Ich bin glücklich, die Legend Trophy gewonnen zu haben. Aber ich bin traurig, dass Melvin [de Groot] nicht hier ist, um um den Sieg zu kämpfen. Ich habe gehört, dass er sich um familiäre Angelegenheiten kümmern musste. Dieser Sieg ist trotzdem etwas Besonderes!“

Toffel verschafft sich Luft im Titelkampf

Hinter Cappelli belegte Toffel erneut den zweiten Platz. Für den Schweizer war das Ergebnis im Meisterschaftskampf jedoch besonders wertvoll: Während sein bisher erster Verfolger Raphael Lessard mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, baute der Pilot von THT by Race Art Technology seine Tabellenführung aus.

Vor dem entscheidenden Rennen führt Toffel die Gesamtwertung mit 464 Punkten an. Neuer erster Verfolger ist Thomas Dombrowski, der in Zolder Vierter wurde und mit 438 Zählern nun 26 Punkte zurückliegt. Dem Schweizer reicht im letzten Saisonrennen ein Platz unter den ersten sechs, um den OPEN-Titel aus eigener Kraft zu gewinnen.

Lessard fiel dagegen auf einen Rückstand von 50 Punkten zurück. Eine Chance bleibt dem Kanadier dennoch: Dank seiner schnellsten Rennrunde, die er noch auf trockener Strecke gefahren war, startet er am Sonntag von der Poleposition.

Auch die übrigen Verfolger dürfen rechnerisch noch hoffen. Linster liegt nach seinem dritten Platz 39 Punkte hinter Toffel. Cappelli verbesserte sich durch seinen Sieg auf Gesamtrang vier und hat 42 Zähler Rückstand. Vladimiros Tziortzis liegt 47 Punkte hinter dem Tabellenführer.

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Linster zurück auf dem Podium – Visser gewinnt Lady Trophy

Für Linster bedeutete der dritte Platz, den er sich in einem Fotofinish sicherte, den ersten Podestplatz seit dem Zwischenstopp in Brands Hatch. Hinter Dombrowski komplettierte Tziortzis die Top 5, während Martin Doubek Sechster wurde. Jens Beeusaert gewann unter den schwierigen Bedingungen die Master Trophy.

Eine starke Aufholjagd zeigte Beitske Visser. Die Niederländerin musste nach einer Strafe im Anschluss an das Qualifying gegen das Team mit der Startnummer 76 von Position 16 starten. Im Regen arbeitete sich die Fahrerin von Team Bleekemolen bis auf Rang acht nach vorne und sicherte sich den Sieg in der Lady Trophy.

Das letzte OPEN-Rennen der Saison beginnt am Sonntag um 10:30 Uhr. Mit erneut doppelten Punkten fällt dann die Entscheidung über den Gesamttitel und die noch offenen Sonderwertungen. Toffel geht mit dem größten Polster in den entscheidenden Lauf, während Lessard von der Poleposition aus auf eine Wende hoffen muss.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.