Paukenschlag bei RFK Racing: Brad Keselowski verlässt die Startnummer 6 nach der Saison 2026

Paukenschlag bei RFK Racing: Brad Keselowski verlässt die Startnummer 6 nach der Saison 2026
Foto: NASCAR Media / Jared C. Tilton/Getty Images

Brad Keselowski wird das NASCAR-Team RFK Racing mit Ablauf der Saison 2026 als Stammfahrer verlassen – Der Champion von 2012 sucht nach fünf Jahren Aufbauarbeit eine neue fahrerische Herausforderung im Stock-Car-Zirkus – Seine Teilhaberschaft am Team soll ebenfalls geklärt werden

Brad Keselowski wird das Cockpit des Ford Mustang mit der Startnummer 6 bei RFK Racing nach dem Ende der NASCAR Cup Series 2026 räumen. Das gab das Team am Dienstagmorgen überraschend bekannt. Der Cup-Champion des Jahres 2012 steuert das Aushängeschild der Mannschaft seit Beginn der Saison 2022 in Personalunion als Fahrer und Miteigentümer des Rennstalls.

RFK-Präsident Chip Bowers fand deutliche Worte der Anerkennung für den scheidenden Piloten: „Wir sind große Fans von Brad als Mensch, Fahrer und Kollege. Die Spuren, die Brad in unserer Organisation hinterlassen hat, sind für jeden spürbar, der mit RFK Racing verbunden ist. Er war zweifellos ein fantastischer Repräsentant unserer gemeinsamen Anstrengungen auf und abseits der Rennstrecke.“

Bowers hob hervor, dass Keselowski weit mehr als nur ein Angestellter hinter dem Volant war: „Er ist nicht bloß das Auto mit der Startnummer 6 gefahren, sondern hat sich mit vollem Einsatz in die Zukunft des Teams eingebracht und uns geholfen, völlig neu darüber nachzudenken, was aus RFK Racing werden könnte. Wir haben ungeheuren Respekt vor Brad als Champion, Athlet und Führungspersönlichkeit und sind dankbar für die Energie und Hingabe, die er in unser Projekt gesteckt hat.“

Hinter den Kulissen scheint Keselowski nach weiteren Zielen auf dem Asphalt zu streben, wie Bowers unmissverständlich bestätigte: „Brad hat seinen Wunsch klar geäußert, noch viele Jahre lang Rennen zu fahren, und wir respektieren und unterstützen ihn dabei, den Weg einzuschlagen, der es ihm am besten ermöglicht, diese Ziele zu erreichen. Da noch einige Rennen vor uns liegen, freuen wir uns darauf, den Rest der Saison gemeinsam zu bestreiten.“

Was nun genau für den 42-jährigen Routinier aus Rochester Hills folgt, ließ Keselowski zunächst offen. Laut Pressemitteilung unterstützt der Rennstall seinen Wunsch, „berufliche Möglichkeiten anderweitig zu erkunden“. Bezüglich seiner Beteiligung an der Organisation beabsichtigen beide Parteien, „gemeinschaftlich und im Einvernehmen die passenden nächsten Schritte zu erarbeiten“, während die Suche nach einem neuen sportlichen Leiter zur Nachfolge Keselowskis bereits angelaufen ist.

Sportlich blickt Keselowski in fast fünf Jahren bei RFK Racing auf einen Triumph im Mai 2024 beim Goodyear 400 auf dem Traditionskurs in Darlington zurück. Bis heute sammelte er in 174 Starts für das Team 25 Top-5- und 55 Top-10-Ergebnisse. Seine konstanteste Saison im Ford feierte er 2023, als er trotz Sieglosigkeit 16 Mal unter die ersten Zehn fuhr und das Meisterschaftsjahr auf Gesamtrang acht abschloss.

Im Verlauf seiner langen Karriere erarbeitete sich Keselowski den Ruf eines unverwüstlichen Dauerbrenners. Seit November 2009 ging er bei jedem einzelnen Meisterschaftslauf an den Start und schraubte diese Serie bis zum Rennen auf dem Kansas Speedway Ende September auf beachtliche 610 aufeinanderfolgende Teilnahmen. Lediglich das Einladungsrennen im Bowman Gray Stadium Anfang 2026 verpasste er verletzungsbedingt, nachdem er sich im Winterurlaub einen Oberschenkelbruch zugezogen hatte.

Mit 36 Karrieresiegen in der NASCAR-Königsklasse belegt Keselowski den 25. Platz der ewigen Bestenliste, knapp vor seinen Meisterkollegen Kyle Larson, Kurt Busch und Martin Truex Jr. Den Großteil dieser Erfolge feierte der US-Amerikaner im legendären Wagen mit der Startnummer 2 von Team Penske, dem er 2012 auch den allerersten Cup-Titel der Teamgeschichte bescherte. Zudem bewies er über Jahre hinweg als Teambesitzer von Brad Keselowski Racing in der Truck-Serie ein feines Gespür für Rohdiamanten und ebnete späteren Champions wie Ryan Blaney, Tyler Reddick oder Austin Cindric den Weg nach oben.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann lass doch gerne einen Kaffee da – oder einen winzigen monatlichen Beitrag. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.