NASCAR in Kansas: Chase Briscoe frustriert nach Duell mit Kyle Larson
Chase Briscoe zählte in Kansas zu den wenigen Fahrern, die Kyle Larson die Stirn bieten konnten – Der NASCAR-Cup-Series-Pilot musste sich jedoch sieben Runden vor Rennende dem Hendrick-Piloten geschlagen geben
Für einen kurzen Moment sah es so aus, als könne Chase Briscoe den dominierenden Kyle Larson beim vierten Chase-Rennen der NASCAR Cup Series bezwingen. Doch der Hendrick-Pilot war auf dem Kansas Speedway über die gesamte Distanz schlicht zu schnell. In Runde 261 von 267 schlug Larson eiskalt zurück, übernahm wieder die Führung und sicherte sich einen hochverdienten Erfolg im Herzen der USA.
Im packenden Duell um die Spitzenposition agierten beide Kontrahenten am absoluten Limit. Mehrfach touchierten sowohl Larson als auch sein Gibbs-Rivale die Außenmauer.
In der Schlussphase verlor Briscoe schließlich Meter um Meter und erklärte die Ursachen nach dem Aussteigen nüchtern: „Das Auto tendierte plötzlich extrem zum Übersteuern mit dem Heck. Das hatte sich schon im Stint vor dem Boxenstopp unter Grün angedeutet. Ich hatte die Mauer zuvor so oft erwischt, dass wahrscheinlich die Spurstange leicht verbogen war.“

Larson lieber Jäger als Gejagter
Larson, der das Rennen über die meiste Zeit bestimmte und mit einer beeindruckenden Durchschnittsposition von Rang 1,28 glänzte, hätte sich im Ernstfall sogar mit Platz zwei arrangiert.
Mit dem späten Manöver sicherte er sich jedoch das Maximum an Zählern: „Das hat echt Spaß gemacht! Was für ein starker Tag: maximale Punkteausbeute. Nach dem Rennverlauf wäre ich ehrlich gesagt auch mit Rang zwei zufrieden gewesen, aber der Führungswechsel war für die Tabelle natürlich Gold wert.“
Der Weg an Briscoe vorbei erforderte Geduld und taktisches Geschick, wie Larson analysierte: „Als Chase an mir vorbeizog, dachte ich erst, er würde sofort wegziehen. Aber ich habe schnell Linien gefunden, auf denen ich mich einpendeln und meine Reifen schonen konnte. Am Ende ist es eben oft leichter, der Jäger zu sein als der Gejagte. Wenn du vorne liegst, verteidigst du nur und musst erraten, welche Linie gerade die schnellste ist. Als er vorn war, konnte ich genau sehen, wie sein Heck unruhig wurde.“

Probleme in der Clean-Air
Briscoe sah im Nachhinein durchaus Potenzial für den ganz großen Coup. Ironischerweise half ihm die Verfolgerrolle dabei mehr als die Führung: „Eigentlich lag mir Platz zwei besser. Direkt hinter ihm zu fahren – gerade bei dem extremen Aero-Blocking – hat mein Auto vorne stabilisiert und die Balance verbessert. Kaum hatte ich die Führung übernommen, wurde das Heck wieder extrem unruhig. Das ist natürlich extrem frustrierend.“
Für Briscoe wiegt der verpasste Triumph im Hinblick auf den Titelkampf doppelt schwer. Ein Sieg hätte ihn wieder mitten ins Titelrennen katapultiert, so aber bleibt ihm nur Rang acht: „Ich hatte das Gefühl, dass hier der Sieg drin war, um voll im Meisterschaftskampf zu bleiben. Jetzt haben wir verloren, liegen rund 123 Zähler zurück – damit dürfte sich das Thema wohl erledigt haben“, analysiert der Joe-Gibbs-Pilot seine Situation.
„Letztendlich musste ich gewinnen, um überhaupt eine Chance zu haben, bei 80 oder 90 [Punkten Rückstand] zu bleiben. Es ist noch möglich, aber man muss fünf oder sechs der nächsten Rennen gewinnen – so wie Tony Stewart 2011. Wir werden sehen was wir tun können.“
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.







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