Wunder von Zolder: Wie Paul Jouffreau mit zwei Siegen das Unmögliche schaffte

Wunder von Zolder: Wie Paul Jouffreau mit zwei Siegen das Unmögliche schaffte
Foto: Michael Großgarten / Leadlap.de

Mit zwei überragenden Siegen beim Finale auf dem Circuit Zolder hat Paul Jouffreau am Wochenende die Junior Trophy der NASCAR Euro Series gewonnen – Der französische RDV-Pilot schob sich dank seines Zolder-Sweeps sensationell von Gesamtrang sieben noch auf Platz zwei der V8GP-Meisterschaft vor

Einen etablierten Titelanwärter wie Paul Jouffreau darf man niemals voreilig abschreiben, das hat das Saisonfinale der NASCAR Euro Series auf dem belgischen Circuit Zolder eindrucksvoll bewiesen. Der Franzose reiste lediglich als Gesamtsiebter nach Limburg und besaß im Vorfeld nur Außenseiterchancen auf die Junior Trophy für Fahrer bis 25 Jahre in der V8GP-Klasse. Doch mit zwei dominanten Vorstellungen schob sich der RDV-Competition-Pilot noch auf Platz zwei des Gesamtklassements vor und sicherte sich vor Thomas Krasonis sowie Garret Lowe zum dritten Mal hintereinander die Sonderwertung für Youngster.

Lowe hatte die Tabelle lange angeführt und sich mit zwei Pole-Positions ein solides Polster für den Titelkampf erarbeitet. Am Samstag stürmte Jouffreau jedoch direkt beim Start an Lowe vorbei und verbuchte seinen dritten Saisonsieg, während der US-Amerikaner seinen ersten Triumph knapp verpasste. Damit setzte Jouffreau, der 2026 von etlichen technischen Defekten ausgebremst worden war, ein deutliches Ausrufezeichen.

„Lowe hat einen großartigen Job gemacht, am Ende war er richtig schnell“, bilanzierte Jouffreau in der Victory-Lane. „Ich konnte meine Pace nicht ganz halten und vermute, dass er morgen frische Reifen haben wird – es dürfte morgen also garantiert wieder ein spannendes Duell werden. Als ich mich in Kurve eins hineingestochen habe, war ich einfach nur glücklich, weil das Manöver perfekt passte.“ 

„Das Rennen war sauber eingeteilt; dieser Erfolg gebührt meinem Team, meiner Familie, meinen Sponsoren und all meinen Freunden! Dieses Jahr war extrem kräftezehrend mit all den Höhen und Tiefen, aber wir haben gelernt, unter solchen Bedingungen Leistung abzuliefern – genau deshalb bin ich so glücklich. Eine Sache noch: Diesen Sieg widme ich allen Frauen mit Brustkrebs. Meine Mutter ist daran erkrankt, und ich möchte, dass dieser Erfolg all den Frauen gehört, die tapfer dagegen ankämpfen!“

Derselbe Song nochmal: Am Sonntag zog Jouffreau erneut beim Erlöschen der Ampeln direkt an Lowe vorbei und behauptete die Führung. Lowe machte zunächst Druck, fiel infolge eines defekten Gaszugs jedoch weit zurück. Anschließend wehrte Jouffreau die Angriffe des heranstürmenden Vinnie Meskelis ab und machte damit den Zolder-Sweep perfekt. Auf diese Weise krönte er das Wochenende nicht nur mit dem überraschenden zweiten Platz in der V8GP-Meisterschaft, sondern machte auch den Hattrick in der Junior Trophy perfekt.

Foto: Michael Großgarten / Leadlap.de

„Ich bin überglücklich, denn wie schon gestern betont, war diese Saison eine echte Zerreißprobe“, erklärte der Franzose. „Jedes Mal, wenn wir die Führung innehatten, streikte die Technik. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit einem Doppelsieg unter Beweis stellen konnten, was in uns steckt. Es ist mein allererster überhaupt – das bedeutet mir unheimlich viel. Heute Abend lassen wir es krachen. Natürlich gehen einem die Momente durch den Kopf, in denen Punkte verloren gingen, aber letztlich sind wir Zweiter geworden – und am Freitag war ich noch Siebter. Es fühlt sich surreal an, die Saison als Zweiter und mit zwei Finalsiegen zu beenden!“

Jouffreau und RDV Competition zählen zweifellos zu den Spitzenkräften im Feld, doch 2026 fehlte oft das nötige Quäntchen Rennglück, um ganz oben anzugreifen. Das fulminante Saisonfinale in Zolder dürfte der Mannschaft um Franck Violas nun spürbaren Rückenwind für die kommende Saison 2027 verleihen. Ob Jouffreau dann noch an Bord ist, bleibt allerdings offen: Wie der Franzose im Interview durchblicken ließ, stellt er seine Zukunft in der NASCAR Euro Series und bei RDV Competition derzeit auf den Prüfstand – er wolle im Winter zunächst sämtliche Optionen sondieren, ehe eine Entscheidung fällt.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.