Brad Keselowski nicht zu Kaulig Racing: Chris Rice dementiert NASCAR-Gerüchte
Nachdem Brad Keselowski seine Trennung von RFK Racing bekannt gegeben hatte, kamen schnell Gerüchte auf, was mit dem Cup-Piloten 2027 passieren wird – Chris Rice, Geschäftsführer von Kaulig Racing, dementiert nun die ersten Gerüchte, dass der 42-Jährige dem Team beitreten wird
Die Meldung über Brad Keselowskis Abschied von RFK Racing hat in der NASCAR-Welt für große Überraschung gesorgt. Nachdem der 42-Jährige aus Michigan seinen Rückzug öffentlich gemacht hatte, kamen schnell Spekulationen über seine Zukunft in der NASCAR Cup Series für die Saison 2027 auf.
Eine der diskutierten Möglichkeiten war Kaulig Racing. Ty Dillon, der aktuell Matt Kauligs Chevrolet mit der Startnummer 10 fährt, befindet sich in einem Vertragsjahr und fuhr in seiner zweijährigen Karriere für die Mannschaft bislang nur ein Top-10-Ergebnis ein.
Zusätzliche Nahrung erhielten die Gerüchte durch Kaulig Racings aktuelles Engagement in der NASCAR Truck Series. Gemeinsam mit RAM arbeitet das Team dort zusammen. Sollte Stellantis mit Dodge wieder in die oberste NASCAR-Liga einsteigen wollen, gilt es als wahrscheinlich, dass Kaulig als zentraler Baustein in das Projekt eingebunden wird.
Ein solches Projekt würde umfangreiches technisches und organisatorisches Know-how erfordern. Keselowski hätte mit seiner 18-jährigen Erfahrung als Cup-Series-Pilot sowie seiner Arbeit als sportlicher Teamchef und Teilhaber bei RFK Racing grundsätzlich als mögliche Verstärkung gegolten.
Doch Chris Rice, Präsident von Kaulig Racing, hat den Spekulationen nun klar widersprochen.

Chris Rice: „Keine Gespräche mit Brad Keselowski“
Im Interview mit SiriusXM NASCAR Radio erklärte Rice am Donnerstag, dass es keine Gespräche über ein mögliches Engagement Keselowskis bei Kaulig Racing gegeben habe.
„Nein. Ich habe gestern noch zu jemandem gesagt: Ich weiß nicht, warum wir jedes Mal zum Gesprächsthema werden, sobald ein Fahrer ein Team verlässt, und dann sofort behauptet wird, er würde zu uns kommen“, sagte Rice. „Wir haben AJ Allmendinger seit achteinhalb Jahren im Team. Denkt einmal darüber nach. Aber jedes Mal, wenn irgendwo ein Fahrer geht, heißt es: Er kommt zu Kaulig Racing. Ich habe es neulich schon gesagt: Ich schätze es, dass man uns in diese Diskussion einbezieht – aber warum gerade uns?“
Rice berichtete zudem, dass ein zufälliges Treffen mit Keselowski die Gerüchte offenbar zusätzlich befeuert haben könnte. Der Kaulig-Racing-Geschäftsführer hatte sich nach eigenen Angaben in Keselowskis Motorhome mit ihm getroffen, allerdings ausschließlich wegen eines nicht fahrerbezogenen Themas.

„Ich sage ganz ehrlich: Neulich habe ich mit Ryan Blaney gesprochen, weil er sich LeafFilter-Dachrinnenschutz installieren lässt. Danach hatte ich ein Treffen mit Brad Keselowski – wegen etwas, das absolut nichts mit dem Fahren zu tun hatte“, erklärte Rice. „Er arbeitet in einem Ausschuss und wollte meine Meinung zu einem Thema hören. Deshalb haben wir uns in seinem Motorhome getroffen. Ich habe mir dabei überhaupt nichts gedacht.“
Rice zufolge dauerte das Gespräch rund 45 Minuten. Als er das Motorhome anschließend verließ und einigen Reportern zuwinkte, habe er nicht damit gerechnet, dass daraus Spekulationen entstehen könnten.
„Dann kam die Nachricht heraus und er hatte mir kein Wort davon gesagt. Plötzlich war die Meldung da, und ich dachte nur: Oh mein Gott, jetzt geht das wieder los“, fügte Rice hinzu.
Kaulig Racing plant bereits für 2027
Der Teampräsident stellte anschließend unmissverständlich klar, dass Keselowski bei Kaulig Racing kein Thema sei – unabhängig davon, ob Dodge tatsächlich in die Cup Series zurückkehren sollte.
„Nein, ich habe mit Brad Keselowski keine Gespräche darüber geführt, einen Dodge zu fahren – selbst wenn Dodge zurückkommt“, betonte Rice. „Offensichtlich sind wir dafür inzwischen sehr spät dran. Ihr hört mich auch nicht mehr oft darüber sprechen, und das sollte euch zeigen, was gerade passiert. Unterm Strich: Nein, wir haben keine Gespräche mit Brad geführt.“
Laut Rice sei ein Engagement Keselowskis weder bei ihm noch bei Teambesitzer Matt Kaulig jemals konkret diskutiert worden.
„Das ist Matt Kaulig und mir überhaupt nicht in den Sinn gekommen“, erklärte Rice. „Wir haben einen Plan für 2027 – und der steht bereits.“
Ty Dillon und die Zukunft der Startnummer 10

Offen bleibt dagegen die Zukunft von Dillon in der Startnummer 10. Rice machte deutlich, dass das Team mit Dillon im Austausch steht, wollte sich zu einer möglichen Vertragsverlängerung oder einer Veränderung im Fahreraufgebot aber noch nicht festlegen.
„Wir wünschen uns, dass wir besser fahren würden und bessere Ergebnisse hätten“, sagte Rice. „Wir mögen Ty absolut gern. Ich denke, dass wir in naher Zukunft über die Dinge sprechen können und werden, an denen wir arbeiten.“
Damit steht fest: Keselowski wird nach aktuellem Stand 2027 nicht für Kaulig Racing fahren. Wohin es für den Cup-Veteranen geht und wie es mit RFK Racing weitergeht, ist weiterhin unklar.
Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.
Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal
(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.







Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.