NASCAR in Las Vegas: Denny Hamlin verliert wertvollen Boden im Titelkampf
Beim NASCAR‑Rennen auf dem Las Vegas Motor Speedway drehte sich Denny Hamlin früh im Rennen weg – Der Joe-Gibbs-Racing-Pilot schaffte es nicht, sich vom Schaden zu erholen und verlor wichtige Punkte im Meisterschaftskampf auf Kyle Larson
Auch wenn Denny Hamlin mit einer Poleposition und großen Hoffnungen in das Rennen von Las Vegas gestartet war, erlebte der 45-jährige Pilot von Joe Gibbs Racing ein weiteres schweres Wochenende. Nachdem er sich in der ersten Stage auf dem Reifenabrieb weggedreht hatte und es mit seinem beschädigten Toyota nicht schaffte, sich wieder an die Spitze heranzukämpfen, liegt Hamlin nun 40 Punkte hinter dem Meisterschaftsführenden Kyle Larson.
Das Unheil nahm früh seinen Lauf, als Hamlin beim Versuch, verlorenen Boden gutzumachen, die Kontrolle verlor. „Ich schätze, da oben lag zu viel Reifenabrieb“, erklärte Hamlin nach dem Rennen. „Ich habe lediglich versucht, unsere verlorene Streckenposition zurückzugewinnen. Dabei bin ich in den Abrieb geraten, habe mich gedreht und das Auto so schwer beschädigt, dass es danach einfach nicht mehr dasselbe war.“
Auf die Frage, warum er so viel Risiko einging, um vor dem Dreher noch zwei weitere Plätze herauszufahren, antwortete der Routinier pragmatisch. Er habe schlichtweg versucht, die Positionen zurückzuholen, denn im Meisterschaftskampf „zählt jeder einzelne Punkt.“
Letztlich beendete Hamlin das Chase-Rennen nur auf einem enttäuschenden 16. Platz. Der Routinier nahm keinen einzigen Stagepunkt mit, sicherte sich lediglich einen Zähler für die schnellste Rennrunde und verlor somit 14 weitere wichtige Punkte auf den Führenden Larson, der das Rennen auf Rang zwei beendete und bis zum Schluss um den Sieg mitkämpfte.

Technik-Pech und NASCAR-Protest
Als wäre der Unfall nicht schon Strafe genug, kämpfte Hamlin im weiteren Verlauf mit einem abfallenden Benzindruck. Dieser technische Defekt trat kurz vor der dritten Stage auf und führte dazu, dass der Motor seines Toyota Camry ausging, wodurch er im Feld gnadenlos durchgereicht wurde.
Das Team protestierte noch während der Gelbphase bei der Rennleitung, um die verlorenen Positionen zurückzubekommen. NASCAR wies den Einspruch jedoch ab und verweigerte der Startnummer 11 den ursprünglichen Startplatz beim Restart.
„Nach dem Rennen kann man ohnehin nichts mehr ändern. Wir müssen den Blick nun auf das nächste Rennen richten und einen Weg finden, dort zu gewinnen“, resümierte Hamlin die verpasste Chance. „Charlotte wird uns liegen, aber der heutige Tag hat unsere Erwartungen definitiv nicht erfüllt.“

Der Druck steigt: Fünf Rennen bis zum Finale
Die erste Hälfte der Postseason verlief für den Fahrer aus Virginia alles andere als optimal. „Rund lief es definitiv nicht“, gestand er in einer Medienrunde offen ein. „Wir hatten zwar keine komplett katastrophalen Tage, aber wir sind oft genug einfach unter unseren Möglichkeiten geblieben. Angesichts unseres Speeds vor dem Unfall haben wir heute natürlich unzählige Punkte liegengelassen.“
Noch ist Denny Hamlin nicht aus dem Rennen um den Titel ausgeschieden. Doch mit nur noch fünf ausstehenden Läufen bis zum großen Saisonfinale wird die Luft für ihn spürbar dünner.
„Um ehrlich zu sein, habe ich das Ganze noch gar nicht richtig verdaut“, gab der 45-Jährige zu. „Aber man muss den Ball so spielen, wie er liegt. Und die Realität ist, dass wir nun eine Lücke schließen müssen – dafür müssen wir ab sofort in absoluter Bestform agieren.“
Journalismus sollte nicht hinter teuren Abos weggesperrt werden. Damit Leadlap.de auch für junge Fans und Gelegenheitsleser frei zugänglich bleibt, setze ich auf ein faires Solidarprinzip: Wer kann und möchte, gibt etwas zurück und hält das Projekt für alle offen.
Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal
(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.







Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.