Startplatz-Chaos in Darlington: Gibbs wütet gegen NASCAR-Qualifying-Metrik

Startplatz-Chaos in Darlington: Gibbs wütet gegen NASCAR-Qualifying-Metrik
Foto: NASCAR Media / Matt Kelley/Getty Images

Startplatz 28 statt vorderste Front: Eine mathematische Notlösung diktierte den Chase-Start von Ty Gibbs in Darlington – Nach dem Rennen polterte der 21-Jährige gegen die Qualifying-Metrik der NASCAR

Ty Gibbs hat beim Playoff-Auftakt der NASCAR Cup Series auf dem Darlington Raceway den Sieg knapp verpasst, nachdem ihn die wetterbedingte Startplatz-Formel auf Rang 28 verbannt hatte. Zwar kämpfte sich der 21-jährige Toyota-Pilot am Sonntag noch auf einen beachtlichen zweiten Platz hinter seinem Teamkollegen Christopher Bell vor, büßte in der Meisterschaft aber dennoch zwei Positionen ein. Wegen der verpassten Stage-Punkte während seiner Aufholjagd rangiert Gibbs nun auf Platz sechs der Gesamtwertung.

Schwere Gewitter und Blitzeinschläge rund um die traditionsreiche Rennstrecke in South Carolina machten ein reguläres Qualifying unmöglich. In solchen Situationen greift die NASCAR auf einen mathematischen Notfall-Algorithmus zurück, der das Starterfeld über eine gewichtete Formel sortiert. Dabei fließen die Position des Autos in der aktuellen Owner-Wertung zu 30 Prozent und das offizielle Rennergebnis der Vorwoche zu satten 70 Prozent in die Wertung ein.

Genau diese drastische Gewichtung wurde Gibbs zum Verhängnis, da das unmittelbar vorangegangene Rennen das chaotische Regular-Season-Finale auf dem Superspeedway in Daytona war. Dort strandete der Gibbs-Toyota nach einem typischen Big-One-Crash auf einem ernüchternden 34. Platz. Eine solche Zielankunft auf einem reinen Drafting-Kurs spiegelt selten die fahrerische Klasse wider, drückte Gibbs in Darlington trotz seiner Spitzenplatzierung in der Chase-Tabelle aber tief ins Getümmel.

Entsprechend geladen zeigte sich der Youngster nach dem schweißtreibenden Ritt durch das Feld, als die Journalisten ihn auf den verpassten Triumph ansprachen. Gibbs feuerte wie aus der Pistole geschossen zurück: „Ich denke, das geht einfach darauf zurück, wo wir gestartet sind. Sie hatten da eine ziemlich windige Metrik, nach der sie vorgegangen sind, und unglücklicherweise mussten wir von Platz 28 starten.“

Der Frust saß tief, denn sportlich war der Pilot der Startnummer 54 ganz anders eingestuft. „Wir waren an Position vier gesetzt“, ärgerte sich Gibbs mit Blick auf seinen Playoff-Rang und schob eine deutliche Forderung an die Regelhüter hinterher: „Hoffentlich können wir das für das nächste Mal korrigieren.“

Der enorme Reifenverschleiß und das Risiko auf dem Weg durch die ‚Lady in Black‘ kosteten Gibbs die Reserven, die ihm am Ende für eine finale Attacke auf Sieger Bell fehlten. Auch wenn das Reglement in Stein gemeißelt ist, entbehrt seine Kritik an der Vorwochen-Koppelung keineswegs der Logik. In der kommenden Woche auf dem World Wide Technology Raceway in Illinois könnte sich das Blatt für Gibbs allerdings wenden: Schlägt das Wetter erneut zu, spült ihn sein zweiter Rang diesmal automatisch ganz nach vorne.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.