Ein historischer Abend in Fairbury: Sheppard triumphiert beim 100-Runden-Klassiker

Ein historischer Abend in Fairbury: Sheppard triumphiert beim 100-Runden-Klassiker

Brandon Sheppard hat auf dem Fairbury Speedway Historisches geschafft und das Prairie Dirt Classic 2026 gewonnen – Mit seinem 128. Erfolg bei einem nationalen Late-Model-Event krönte er sich zum erfolgreichsten Piloten der Geschichte

Brandon Sheppard hat am Samstagabend auf dem Fairbury Speedway das traditionsreiche Prairie Dirt Classic der World of Outlaws Late Model Series gewonnen. Der US-Amerikaner setzte sich beim 100-Runden-Klassiker in Illinois im traditionsreichen Rocket-Hausauto durch und kassierte die Siegesprämie von 50.000 US-Dollar.

Durch diesen Triumph feierte Sheppard seinen insgesamt 128. Sieg bei einem nationalen Late-Model-Event, womit er Legende Scott Bloomquist überholte und nun der alleinige Rekordhalter der Szene ist.

Bereits am Freitagabend zeichnete sich ein enges Rennwochenende ab, als die vier Vorläufe über jeweils 25 Runden auf dem Programm standen. Im ersten Showdown lieferten sich Jason Feger und Ricky Thornton Jr. eine spektakuläre Endphase. Drei Runden vor Schluss setzte Thornton zu einem harten Slide-Job in Kurve 3 an, doch Feger konterte auf der Start-Ziel-Geraden direkt und rettete den Sieg ins Ziel.

Feger zeigte sich nach dem Vorlaufsieg sichtlich erleichtert über den Ausgang des Duells. „Mann, das fühlt sich gut an“, so der Sieger. „Wir waren die einzigen da draußen mit einem harten rechten Hinterreifen, und diese Gelbphasen haben mich fast umgebracht. Ich hatte das Gefühl, dass ich bei jedem Restart alle meine Tricks aufgebraucht hatte. Ricky ist ziemlich ausgebufft und ich wusste, dass er mich irgendwann erwischen würde. Ich rechne es ihm hoch an, dass er mich sauber raced hat.“

Der zweite Vorlauf bot nicht weniger Drama, da der führende Hudson O’Neal nach der Hälfte der Distanz durch einen Reifenschaden zurückgeworfen wurde. Sam Seawright nutzte die Gunst der Stunde, schoss in den letzten Runden an die Spitze und sicherte sich die entscheidenden Positionen.

Für Seawright war der Erfolg auf der Außenbahn ein absolutes Karriere-Highlight. „Ich war unten nicht wirklich gut und hatte das Gefühl, dass sie alle an mir dran waren“, erklärt der Fahrer aus Alabama. „Ich habe mir einfach gesagt: Ich fahre jetzt da hoch und prügel die Wand ab, mal sehen was geht. Es ist so cool, weil die Fans so mitgegangen sind. Das war der coolste Moment meines Lebens.“

Im dritten Vorlauf stahl Brandon Sheppard der Konkurrenz erst kurz vor dem Ende die Show. Nachdem Justin Duty lange Zeit das Tempo diktiert hatte, nutzte Sheppard einen kleinen Fehler von Duty in den letzten Runden eiskalt aus, um den Sieg einzufahren.

Sheppard analysierte sein strategisches Vorgehen nach dem Lauf sehr präzise. „Gleich zu Beginn dachte ich, dass mein Auto ziemlich gut war“, berichtet der spätere Gesamtsieger. „Ich saß zwar länger hinter den Jungs fest, als mir lieb war, aber das hat mir am Ende wohl in die Karten gespielt. So konnte ich meine Reifen noch ein paar Runden schonen. Die Jungs leisten hier in Fairbury einfach einen fantastischen Job mit der Strecke.“

Den vierten und letzten Vorlauf entschied Rookie Trey Mills für sich, nachdem er sich in einem packenden Zweikampf gegen Routinier Shane Clanton durchgesetzt hatte. Trotz eines schleichenden Plattfußes rettete der Nachwuchsfahrer den Sieg über die Distanz.

Mills gab nach der Zieldurchfahrt offen zu, wie eng die Kiste am Ende wirklich war. „Mit noch etwa zehn Runden zu fahren, habe ich mir schon etwas Sorgen gemacht“, gesteht Mills. „Der Reifen verlor Luft und ich spürte, wie das Auto hinten rechts abkippte. Ich habe einfach versucht, mich nicht mehr zu hart an das Kissen anzulehnen.“

Im Hauptrennen am Samstag übernahm der junge Pole-Setter Mills zunächst couragiert die Führung und hielt die versammelte Elite für 63 Runden auf Distanz. Als die Reifen des Rookies nachließen, schlug die Stunde der Verfolger. Sheppard fand auf der Unterseite den nötigen Grip, zog an Mills vorbei und übernahm die Kontrolle über das Rennen.

Kurz vor Schluss brachten etliche Gelbphasen noch einmal Spannung, doch Sheppard ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. „Man muss eine Weile warten, bis die Strecke langsamer wird, aber dann gibt es drei Spuren und man kann überall fahren“, beschreibt Sheppard die Schlüsselphase des Rennens. „Spät im Rennen, wenn es rutschig wird und ich meine Schwunglinie fahren kann, habe ich die Jungs unten übernommen. Als die Gelbphase kam, dachte ich nur: Was mache ich jetzt? Ich bin einfach bei meiner alten Linie geblieben, die hier immer gut funktioniert, und es hat sich ausgezahlt.“

Hudson O’Neal erkämpfte sich von Startplatz 18 einen starken zweiten Platz vor Bobby Pierce. Hinter den Podestplätzen komplettierten Nick Hoffman und Tim McCreadie die Top 5 des traditionsreichen Events.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.