Schneller, leichter, aggressiver: IndyCar zeigt den Dallara IR-28 für die Saison 2028

Schneller, leichter, aggressiver: IndyCar zeigt den Dallara IR-28 für die Saison 2028
Rendering: IndyCar / Penske Entertainment

Der Dallara IR-28 steht bereit, um ab 2028 Uralt-Rekorde auf den Ovalen und Rundkursen Nordamerikas zu brechen – Mit mehr Hubraum, integriertem Aeroscreen und optimierter Aerodynamik soll das Auto für noch engere Zweikämpfe sorgen

Die IndyCar-Serie und Chassis-Partner Dallara haben die ersten offiziellen Grafiken des neu entwickelten Dallara IR-28 enthüllt, der ab der Saison 2028 auf den Rundkursen, Stadtkursen und Ovalen Nordamerikas zum Einsatz kommen wird. Das neue Einheitsauto löst nach dann 16 Einsatzjahren das betagte DW12-Chassis ab und soll die Rennserie mit reduziertem Gewicht, aggressiver Aerodynamik und mehr Motorenpower in eine neue Ära führen. Durch ein speziell auf die Luftverwirbelungen abgestimmtes Aero-Konzept versprechen die Macher noch engere Rad-an-Rad-Duelle und Angriffe auf historische Streckenrekorde.

Optisch erinnert die neue Silhouette leicht an die spektakuläre ChampCar-Ära, setzt zeitgleich aber voll auf modernste Funktionalität. Die Aerodynamik wurde von Grund auf neu entwickelt, um die schädlichen Verwirbelungen hinter den Autos zu minimieren und dem Hinterherfahrenden das Überholen zu erleichtern. Zudem präsentiert IndyCar zwei maßgeschneiderte Aero-Pakete: eine wuchtige Variante für Rundkurse sowie kurze Ovale und eine extrem strömungsoptimierte Konfiguration für Highspeed-Ovale wie den Indianapolis Motor Speedway.

Unter der Außenhaut setzt IndyCar ab 2028 auf einen kraftvolleren 2,4-Liter-V6-Twinturbo von Chevrolet und Honda. Der vergrößerte Hubraum von 2,2 auf 2,4 Liter liefert zusammen mit einer überarbeiteten, rund zehn Kilogramm leichteren Hybridkomponente bis zu 760 PS an die Hinterräder. Insgesamt speckt der Rennwagen im Vergleich zum aktuellen Fahrzeug spürbar ab, was den Piloten das ersehnte, agilere Handling zurückgeben soll.

IndyCar-Präsident J. Douglas Boles zeigte sich bei der Präsentation hochzufrieden mit dem Meilenstein. „Wir freuen uns, die Renderings des neuen Chassis zu enthüllen, das unseren Sport in eine aufregende neue Ära führen wird“, erklärt Boles. „Mit den ersten Tests, die noch in dieser Woche beginnen, haben wir bis 2028 zwar noch viel Arbeit vor uns, aber wir sind auf dem besten Weg zu neuen Maßstäben bei der Renntauglichkeit und der Sicherheit.“

Rendering: IndyCar / Penske Entertainment

Auch auf Fahrerseite stößt der radikale Entwurf auf enorme Begeisterung im Fahrerlager. „Das Auto ist der Hammer“, schwärmt etwa Ex-Indy-500-Sieger Alexander Rossi nach einer ersten Begutachtung. „Wir alle wollten ein neues, modernes Auto, das leichter ist, futuristisch aussieht und trotzdem die unglaublichen Sicherheitsstandards bietet, für die IndyCar bekannt ist.“

Der Champion Alex Palou schlug in dieselbe Kerbe und blickt voller Vorfreude auf den Generationswechsel. „Als ich das Auto zum ersten Mal gesehen habe, hat mich das noch mehr für die Zukunft der IndyCar begeistert“, so der Spanier. Stefano dePonti, CEO von Dallara USA, betont das enge Bündnis: „Nach mehr als einem Jahrzehnt der Partnerschaft ist dieses anhaltende Vertrauen die schönste Anerkennung für die Arbeit unseres Teams.“

Ein zentraler Schwerpunkt der Ingenieure lag neben der Performance auf dem Fahrerkomfort und dem Insassenschutz. Der Aeroscreen ist beim IR-28 von Beginn an fest in die Chassis-Architektur integriert und nicht mehr als nachträglicher Aufbau aufgesetzt. Dadurch verbessern sich nicht nur die Kühlung im Cockpit drastisch, sondern auch der Platz für die Piloten sowie der seitliche Aufprallschutz bei Hochgeschwindigkeitsunfällen. Zudem sollen die Teams die Dämpfer nicht mehr selbst entwickeln dürfen, sondern müssen Optionen eines Lieferanten wählen.

Mit der Vorstellung des IR-28 neigt sich die Dienstzeit des legendären Dallara DW12 dem Ende zu. Seit seinem Debüt im Jahr 2012 diente das nach dem verunglückten Dan Wheldon benannte Chassis als treues Arbeitspferd der Rennserie. Über die Jahre hielt das Auto mit herstellereigenen Aerokits, Einheits-Bodykits, dem Aeroscreen und zuletzt dem Hybrid-System standhaft durch, stieß strukturell nun aber an seine physikalischen Grenzen.

Lange warten müssen die Ingenieure und Fans auf die ersten Echteinsätze des Nachfolgers nicht mehr. Bereits in diesen Tagen finden die allerersten Jungfernfahrten des Dallara IR-28 auf dem Rundkurs von Indianapolis sowie auf dem Traditionskurs in Sebring statt. Über das gesamte Jahr 2027 hinweg wird das Testprogramm intensiviert, ehe der Bolide beim Saisonauftakt 2028 seine scharfe Rennpremiere feiert.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.