Sprint-Car-Spektakel auf dem Eldora Speedway: Macris Triumphfahrt nach monatelanger Verletzungspause

Sprint-Car-Spektakel auf dem Eldora Speedway: Macris Triumphfahrt nach monatelanger Verletzungspause
Foto: Tyler Carr / World of Outlaws

Anthony Macri hat beim 43. Kings Royal auf dem Eldora Speedway Geschichte geschrieben und seinen Titel als König erfolgreich verteidigt – Erst kurz vor Schluss rang der 27-Jährige den führenden Garet Williamson nieder und krönte sein spektakuläres Comeback nach einer Verletzungspause

Anthony Macri hat am Samstagabend das 43. „Kings Royal“ der World of Outlaws Sprint Car Series auf dem Eldora Speedway gewonnen und verteidigte damit als erst zweiter Pilot überhaupt seinen Titel bei dem prestigeträchtigen Event auf dem Dirt-Track-Oval in Rossburg, Ohio. Der 27-jährige US-Amerikaner setzte sich im 40 rundenlangen Hauptrennen auf dem High-Banking gegen Garet Williamson und Rico Abreu durch, kassierte das Siegergeld in Höhe von 200.000 US-Dollar und krönte sich nach einer monatelangen Pause wegen einer Rückenverletzung zum „King Anthony XLIII“.

Bereits am Freitag sicherte sich NASCAR-Youngster Corey Day beim Rahmenevent „The Knight Before the Kings Royal“ den Sieg und 25.000 US-Dollar Preisgeld vor Aaron Reutzel. Macri erwischte von der Pole-Position einen hervorragenden Start und führte die ersten zwölf Runden an, ehe der entfesselt auffahrende Williamson die Führung übernahm. Der Youngster zog an der Spitze davon, während dahinter ein regelrechter Abnutzungskampf um die Verfolgerplätze entbrannte.

„Wenn du vorne fährst, musst du zu Beginn des Rennens Runden wie im Zeittraining hinlegen. Ich wusste nicht genau, wo auf der Strecke ich sein musste. Als ich in den Überrundungsverkehr kam, lag das Auto mit der Benzinlast und meiner Flügelposition nicht besonders gut“, erklärte Macri den Mittelteil des Rennens.

Williamson zog vorbei, und auch der stark aufholende Rico Abreu schob sich kurzzeitig vor Macri. „Er hat mich überholt, was ich natürlich nicht wollte. Ich habe versucht, sein Tempo mitzugehen, aber dann ging auch noch Rico an mir vorbei. Da wusste ich, dass es Zeit war, den Regler aufzudrehen, denn man kann nur eine gewisse Anzahl an Plätzen verlieren und wieder gutmachen.“

Der Schlüssel zum Erfolg lag für Macri in einer riskanten Setup-Anpassung während des Rennens im Cockpit. „Ich habe meinen Flügel weiter nach hinten gezogen, was ich eigentlich nicht für den richtigen Schritt hielt. Aber ich habe ihn zurückgezogen, wir haben einfach die mittlere Linie bearbeitet und wurden richtig schnell“, analysierte der Sieger seine Aufholjagd.

Zwei Runden vor dem Ende schlug Macri auf der mittleren Linie zu, zog an Williamson vorbei und übernahm die Spitze. Eine späte Gelbphase kurz vor dem Ende sorgte für ein unterhaltsames Green-White-Checkered-Finish, doch Macri blieb cool und fuhr den Triumph souverän nach Hause.

Mit diesem Erfolg zieht Macri mit Donny Schatz gleich, dem bis dato einzigen Piloten, der das Kings Royal in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gewinnen konnte. Zudem ist der Pilot aus Dillsburg, Pennsylvania, erst der neunte Mehrfachsieger in der Geschichte des Rennens und der allererste Sieger aus dem Bundesstaat Pennsylvania, dem die Titelverteidigung gelang.

Abreu kämpfte sich in der Schlussphase noch auf den zweiten Platz vor und sicherte sich damit zum zweiten Mal in Folge den Vizetitel. „Wenn ich jetzt noch einmal darüber nachdenke, hätte ich wahrscheinlich versuchen sollen, die mittlere Linie etwas mehr zum Laufen zu bringen. Aber ich bin die obere Linie so hart gefahren, dass meine Reifen extrem heiß wurden“, gestand Abreu im Ziel.

„Beim Re-Start auf der Innenseite habe ich Zeit verloren, bis die Jungs vor dem letzten Restart noch einmal den Reifendruck angepasst haben. Danach konnte ich voll angreifen. Es ist einfach extrem hartes Racing.“

Für den tragischen Helden des Abends, Williamson, blieb nach den meisten Führungsrunden am Ende nur der fünfte Platz hinter Giovanni Scelzi und Corey Day. „Das saugt richtig. Der erste Sieg beim Kings Royal wäre etwas gewesen, das ich nie vergessen hätte“, zeigte sich Williamson enttäuscht.

„Ich wurde da am Ende wohl einfach von der Erfahrung geschlagen. Ich habe am Anfang vielleicht etwas zu viel gedrückt, um an den Jungs vorbeizukommen. Das hätte ich besser wissen müssen, aber ich hatte ein verdammt gutes Auto und wollte einfach in Führung gehen, um mein eigenes Tempo zu diktieren.“

Bereits am Freitagabend bewies Day im Vorprogramm seine Klasse, als er im 30 Runden langen Hauptrennen „The Knight Before the Kings Royal“ allen Chaos-Restarts trotzte und Aaron Reutzel auf Platz zwei verwies.

„Wenn du solche Rennen anführst und nur für ein paar Runden in den Überrundungsverkehr kommst, ist es verdammt schwer einzuschätzen, wie gut die Linie ist, auf der du fährst“, gab Day nach seinem Überraschungserfolg zu Protokoll.

„Ich dachte, als ich in den Verkehr kam und nach oben ging, hätte ich richtig guten Speed gehabt. Aber es war so nah an dem dran, was ich unten gefahren bin, dass ich mir unsicher war. Vor der letzten Gelbphase hatte dann jemand unten in Kurve 1 einen guten Run gegen mich. Ich wusste nicht, ob der Schwung von oben kam oder weil ich unten die Linie verpasst hatte“, beschrieb Day die entscheidenden Szenen. „Aber ich hätte meinen Speed lieber oben gehabt. Wenn ich eine Nase gesehen hätte, hätte ich nach unten ziehen können.“

Für den erst 20-jährigen Kalifornier, der primär für Hendrick Motorsports in den NASCAR-Nachwuchsklassen unterwegs ist, war es bereits der zweite Eldora-Sieg innerhalb einer Woche. Nach seinem Erfolg beim „Double Down Duel“ am Mittwoch feierte er damit eine perfekte Ausbeute bei seinen Ausflügen in den Dirt-Sprint-Car-Sport.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.