„Größere Stichprobe“: Holt Denny Hamlin im Chase-Format endlich den Titel?

„Größere Stichprobe“: Holt Denny Hamlin im Chase-Format endlich den Titel?
Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

Denny Hamlin war der Pechvogel des Playoff-Formats der vergangenen Jahre – Wird der 45-Jährige im Chase endlich seinen ersten NASCAR-Cup-Titel holen?

Denny Hamlin hat im NASCAR-Sport nahezu alles erreicht: Mit 64 Rennsiegen liegt er auf Platz neun der ewigen Bestenliste, dreimal gewann er bisher das legendäre Daytona 500 und dank seiner Karriere gehört er zu den erfolgreichsten Piloten in der NASCAR-Geschichte, wenn da nicht ein kleiner Makel wäre: der fehlende Cup-Titel. 

Den will Hamlin im Jahr 2026 mit Joe Gibbs Racing holen – und das im Herbst seiner Karriere, die er Ende 2027 beenden will. Der Amerikaner hat also nur noch zwei Chancen, sich endlich den großen Pott zu holen, und im Jahr 2026 sieht es für ihn sehr rosig aus. Er dominierte die reguläre Saison und startet mit 2.100 Punkten in den Chase. Ganze viermal stand Hamlin im Laufe des Jahres bereits in der Victory-Lane.

Anders als in den Vorjahren wird das Finale nicht auf ein einzelnes Playoff-Rennen hinauslaufen, denn mit der Wiedereinführung des Chase werden die letzten zehn Rennen der Saison komplett in die Wertung einfließen. Die Top 16 sind für den Meisterschaftskampf qualifiziert und es ist Hamlin, der mit dem größten Polster in die Endrunde starten wird.

„Es würde mir persönlich viel bedeuten, doch würde ich heute zurücktreten, wäre ich mit den Zahlen und den Siegen sehr zufrieden, die wir bisher aufgestellt haben“, so Hamlin beim Chase-Medientag. „Es wäre eine große Belohnung, aber was mir wirklich etwas bedeutet, ist, dass mein Vater mich gesehen hat, als ich meine Bestleistungen gezeigt habe – und das war in Phoenix im vergangenen Jahr.“

Damals war es eine falsche Strategieentscheidung an der Box, die ihm einen sicher geglaubten Titel noch aus den Händen hat gleiten lassen. Das wird es im Chase so wohl nicht mehr geben: „Als Favorit der vergangenen Jahre wusste ich, dass es immer auf ein verdammtes Green-White-Checkered-Finish im letzten Rennen hinauslaufen würde, das die Meisterschaft entscheidet.“

Foto: NASCAR Media / Brett Farmer/Getty Images

„Jetzt ist es mehr Arbeit, was einem Denny Hamlin in die Karten spielt“, gibt er sich zuversichtlich. „Das war immer so. Gebt mir eine größere Stichprobe und wir zeigen, dass wir über einen längeren Zeitraum die Besten sind. Ich denke, dass unsere Fans sich darauf konzentrieren müssen, dass es ein Marathon ist und kein Sprint.“

Obwohl er sich über zehn Rennen stärker sieht als in einem Ein-Rennen-Finale, warnt Hamlin dennoch vor der Chase-Herausforderung: „Ich denke, es ist härter, das glaube ich wirklich. Es wird einfach keine Möglichkeit geben, zwei Wochen Pause zu machen, um sich auf eine Strecke zu konzentrieren. Das ist nicht möglich. Ich habe jetzt die Möglichkeit, mehr Zeit auf die letzten zehn Rennen zu legen, was ich auch tun werde. Es wird aber niemals das Ausmaß der Vorbereitung auf Phoenix im vergangenen Jahr annehmen.“

Nur Talladega sieht Hamlin als Chance, sich auf andere Strecken zu fokussieren, da auf dem Superspeedway die Setup-Arbeit nicht so wichtig sei wie auf anderen Kursen. Sein Hauptaugenmerk liegt auf dem Qualifying und den Stage-Punkten, um die Ergebnisse im Chase zu maximieren. „Wenn wir weitermachen, gute Ergebnisse einzufahren, sind wir in einer guten Position“, sagt er. „Wir werden weiterhin gute Qualifyings fahren. Wie wir am Vortag abliefern, wird für Stage-Punkte sorgen.“

Laut Hamlin wird das neue, aber auch alte Format den ein oder anderen Fahrer und einige Teams überraschen. Eine erste Benchmark sieht er nach fünf Rennen zur Chase-Halbzeit. „Dann werden alle verstehen, wie unterschiedlich das Format im Vergleich zur Vergangenheit ist. Wir werden Situationen erleben, in denen wir denken, dass es große Momente sind, die dann entscheidend sein können. Welche das sind, werden wir erst wissen, wenn die Saison in Homestead zu Ende geht.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.