„Härtestes Rennen“: Beitske Visser ringt NASCAR-Monster ohne Servolenkung ins Ziel

„Härtestes Rennen“: Beitske Visser ringt NASCAR-Monster ohne Servolenkung ins Ziel
Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Beitske Visser musste bei ihrem Debüt in der NASCAR Euro Series bei Rehberg Bremotion Racing brutal hart arbeiten – Die Niederländerin überstand ohne Servolenkung 17 Runden

Ein V8-Monster der NASCAR Euro Series ohne Servolenkung über eine Renndistanz zu bringen, das schafft nicht jeder Fahrer. Viele haben es in der Vergangenheit bereits versucht, und nicht jeder hat diesen Kraftakt geschafft. Beitske Visser musste diese Herausforderung ausgerechnet bei ihrem Debüt mit Rehberg Bremotion Racing meistern und das tat die Niederländerin mit Bravour.

Schon auf dem Weg ins Grid wusste Visser, dass etwas mit ihrem #77 Chevrolet nicht stimmt, doch Aufgeben war für sie keine Option. Die eigentliche BS+COMPETITION-Pilotin nahm das Rennen auf, das aufgrund einer Safety-Car-Phase sogar noch von 15 auf 17 Runden verlängert wurde. Aufgrund einer starken Runde in der Superpole der OPEN-Wertung startete Visser von Platz neun und daraufhin folgte ein Qual, ein Kampf und eine Leistung, die dafür sorgte, dass im Fahrerlager die Kinnladen nur so herunterfielen.

„Es war das härteste Rennen, das ich je gefahren bin“, so Visser nach dem Rennen, das sie trotz der Hürden auf einem beachtlichen 16. Platz beendete. „Schon auf dem Weg in die Startaufstellung hatte ich keine Servolenkung mehr. Ich dachte nicht, dass ich das Rennen beenden würde, aber ich habe es einfach versucht. Ich war sehr langsam, aber ja, ich habe mit all meiner Kraft versucht, es zu Ende zu bringen.“

Das Ergebnis: Platz zwei in der Lady Trophy, wichtige Punkte und viele Blasen an den Händen. Doch Visser bandagierte ihre Hände und machte am Sonntag mächtig Dampf – dieses Mal mit Servolenkung. Mit Platz neun gewann sie dieses Mal die Lady-Wertung, sicherte sich ihr erstes Top-10-Ergebnis und zeigte, was wirklich möglich ist, wenn das Auto einwandfrei läuft.

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

„Ja, dieses Mal hat alles funktioniert“, so Visser nach dem zweiten Rennen. „Ich hatte ein sehr gutes Rennen, habe die Kämpfe genossen und am Ende war es ein gutes Ergebnis. Gestern war ich völlig am Ende, meine Hände sind voller Blasen. Heute funktionierte die Servolenkung, also konnte ich lenken und das Auto wirklich ans Limit bringen.“

Und das hat ihr große Freude bereitet: „Ich hatte viel Spaß. Ich musste wegen des gestrigen Rennens etwas weiter hinten starten, aber ich habe die Kämpfe wirklich genossen. Der Start war gut, ich hatte einige gute Duelle bis zum Schluss, also hat es mir viel Spaß gemacht.“

Der Auftakt in Valencia lässt nur erahnen, zu welchen Leistungen Visser in der NASCAR Euro Series fähig ist: Rennen eins, keine Servolenkung und Rennen zwei, keine gute Startposition. Wohin wird die Reise wohl gehen, wenn die Niederländerin in Frankreich (23. und 24. Mai in Le Castellet) ein sorgenfreies Rennwochenende erlebt?

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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